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Bad Sobernheim

Ausfälle sind kaum mehr zu kompensieren: An Sobernheimer Grundschule sind vier Stellen unbesetzt

Sascha Saueressig

An der Grundschule Bad Sobernheim fehlen Lehrer – und zwar so viele, dass Schulleiter Klaus Lunkenheimer sich auch an den Schulträger, die Verbandsgemeinde, gewandt hat, um um politische Unterstützung zu bitten. „Die Situation ist dramatisch, die Schule muss derzeit vier Lehrkräfte dauerhaft ersetzen“, sagt Bürgermeister Rolf Kehl.

Symbolbild
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Der VG-Chef hat sich daher an Landrätin Bettina Dickes und die zuständige Schulverwaltung gewandt, um das Problem an der größten Grundschule der VG aus Sicht des Schulträgers aufzuzeigen. „Wir haben die Landrätin informiert, aber auch die anderen Fraktionen im Kreistag auf die Situation aufmerksam gemacht“, erklärt Kehl.

Dabei habe sich die Personalmisere an der Grundschule in Bad Sobernheim zumindest in Teilen angekündigt: So ist eine Lehrerin, die zum 1. Februar in den Ruhestand gegangen ist, nicht ersetzt worden und der Ausfall einer weiteren Lehrerin seit Oktober aufgrund einer Schwangerschaft nicht beachtet worden. Zudem sind zwei weitere Lehrerinnen durch längere Krankenhausaufenthalte ausgefallen, sodass in vier Klassen die eigentlich notwendigen Klassenlehrer intern vertreten werden müssen. „Der Schulleiter hat sich auf seinem Dienstweg gemeldet und Unterstützung erbeten, aber er bekam keine Hilfe“, erklärt Rolf Kehl.

Da auch die Stelle des sogenannten Feuerwehrlehrers nicht besetzt sei, müsse an der Ganztagsschule in den Klassen 1 d, 3b und c sowie 4 c mit unterschiedlichen Behelfslösungen versucht werden, die Unterrichtsversorgung sicherzustellen. So kamen schon im ersten Halbjahr Studenten mit dem ersten Staatsexamen neben Lehrern in einer Klasse zum Einsatz. Inzwischen müsse der Unterricht in allen Klassen durch Kollegium und Schulleitung aufgefangen werden.

Hinzu kam noch eine Grippewelle, die Lehrer und Förderkräfte zum neuen Halbjahr zusätzlich traf, berichtet Kehl in seinem Schreiben an Bettina Dickes. Infolge dessen mussten wiederholt Fördermaßnahmen in der Ganztagsbetreuung ausfallen oder improvisiert werden. „Es entsteht Unruhe bei den Schülern und Unzufriedenheit bei Lehrern und Eltern“, erklärt Kehl, der die Ursache für diese Situation in einem grundsätzlichen Lehrermangel an den Grundschulen sieht. So fehlten die Mittel, um auf solche kurz- oder auch mittelfristig absehbaren Entwicklungen zu reagieren.

Seitens der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion sei keine kurzfristige Hilfe zu erwarten, da diese trotz zahlreicher vakanter Stellen keine Lehrer habe, um diese einzustellen. Da man im zuständigen Bildungsministerium hingegen mit Blick auf die entsprechenden Statistiken die Personalproblematik als nicht so gravierend einschätzt, regt Kehl an, dass sich die Kreisverwaltung einen Überblick verschafft, ob andere Schulen ähnliche Personalprobleme wie die Grundschule Bad Sobernheim haben.

„Aus unserer Sicht ist es naheliegend, dass die Grundschule in Bad Sobernheim kein Einzelfall ist“, erklärt Kehl in seinem Schreiben. Wobei Kehl für die Grundschulen in Staudernheim und Odernheim oder auch in der Schwerpunktschule in Monzingen keine übermäßigen Ausfälle feststellen kann. „In Odernheim warten wir immer noch auf die Bestellung einer neuen Schulleitung“, sagt er.

Die Grundschule Monzingen sei hingegen aufgrund ihres Status als Schwerpunktschule personell besser ausgestattet als die benachbarte Ganztagsschule in Bad Sobernheim. Kehl fordert, dass man sich auf allen politischen Ebenen stärker dafür einsetzen müsse, die Lehrersituation an den Grundschulen zu verbessern und eine Abwanderung beispielsweise nach Hessen zu stoppen.

Benjamin Hilger, Pressesprecher der Kreisverwaltung, bestätigt, dass der Kreis vor knapp zwei Wochen die Grund- und Förderschulen angeschrieben habe, um sich einen Überblick über die Personalversorgung zu verschaffen. Auch Jürgen Reinhard, Sprecher der FDP-Fraktion im VG-Rat, hat die Unterbesetzung in der Bad Sobernheimer Grundschule aufgenommen und sich an seine liberalen Parteikollegen in Mainz gewandt, um auf die Situation in Bad Sobernheim hinzuweisen. Er schreibt: „Die augenblickliche Lehrersituation bereitet mir erhebliche Sorge, zumal sie die von unserer Partei vertretenen Ziele einer guten Bildung für unsere Kinder konterkariert!“

Von unserem Redakteur Sascha Saueressig

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