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Staudernheim/Schlossböckelheim

Auf der Suche nach mystischen Schwingungen

Marian Ristow

Sie gilt als Königsetappe des noch jungen Hildegardwegs. Nun hat den Abschnitt, der vom Disibodenberg nach Schlossböckelheim führt, Wanderexperte, TV-Moderator und Buchautor Manuel Andrack getestet – und für gelungen befunden. Mit einigen Abzügen in der B-Note. Kurzum: tolle Panoramen, schöne Wechsel in der Landschaft, ein gutes kulinarisches Angebot – entlang dieser rund 15 Kilometer langen Wegstrecke –, dabei aber zu viele asphaltierte Wege und eine teilweise zu lückenhafte Beschilderung, so die Meinung des Experten.

Treffpunkt: 11 Uhr am Staudernheimer Bahnhof. Andrack, der seit Jahren im Saarland in Köllerbach lebt, kommt bequem mit dem Zug aus Saarbrücken. Nach einer kurzen Orientierungsphase legen wir mit unserem Marsch los – zunächst ein wenig fehlgeleitet, da eine hilfreiche Beschilderung fehlt, bleibt uns eine kleine Extrarunde nicht erspart. Der Weg führt uns dann über die Draisinenstrecke entlang des Glans an der Niedermühle und Bannmühle vorbei in Richtung Odernheim. „Ein klasse Blick auf die Weinberge, dort sieht man schön die Terrassierung“, freut sich Weinfreund Andrack. Im vergangenen Jahr war der 53-Jährige auf Wanderschaft durch die deutschen Weinanbaugebiete – eine Aktion, die er mit dem Deutschen Weininstitut (DWI) geplant hat. Dass Andrack einst Botschafter des deutschen Bieres war, macht da nichts. Zu Zeiten der extrem erfolgreichen „Harald Schmidt Show“, in der Andrack als Komoderator, auch „Sidekick“ genannt, agierte, testete der gebürtige Kölner und leidenschaftliche FC-Fan nämlich täglich ein deutsches Bier. Schmidt und Andrack – ein Duo, das vor der Kamera prächtig harmonierte und eine Ära der Fernsehunterhaltung prägte. Der Lohn waren bis heute treue Fans und mehrere Nominierungen für den Grimme-Preis, Schmidt selbst gewann einen. Andrack erzählt gern von der Zeit, macht aber auch klar, dass er dieser Phase im Fokus der Öffentlichkeit nicht unbedingt nachtrauert.

Heute mag es Andrack beschaulicher, ist gern draußen in der Natur. „Wandern sollte man nicht verwissenschaftlichen“, ist sein Credo. Gute Ausrüstung sei nützlich, aber weder entscheidend noch ein unbedingtes Muss. Der Weg zum Disibodenberg wird ausgespart – „Den kenn ich schon“, sagt der Punkfan.

Der Anstieg auf den Humberg über Odernheim bringt uns ins Schwitzen – bei 28 Grad und praller Sonne kein Wunder. Die rund einen Kilometer lange Bergetappe mit knapp 250 Höhenmeter hat es in sich. Da laden die Meditationssteine zu einer kurzen Rast ein. Was wir finden, ist Ruhe und Zeit zum Luftholen, esoterisches Flair und mystische Schwingungen eher weniger.

Der Weg über den Weilerkopf punktet mit grandiosen Ausblicken und tollen Panoramen. „Das gefällt mir schon sehr gut hier oben. Ein klares Highlight“, urteilt Andrack. So gut, dass eine Bank auf der Anhöhe vor Duchroth zum Rastplatz auserkoren wird. Nach Auerochsenwurst und Bauernbrot geht es weiter ins erst kürzlich auf europäischer Ebene gekrönte Duchroth. Das genau wie das folgende Oberhausen an der Nahe den Wanderexperten vollends überzeugt. Oberhausen ist Andrack natürlich ein Begriff. Die Weingüter Dönnhoff und Staab kennt er. Weinkönigin Katharina hat er ebenfalls schon kennengelernt.

Der Aufstieg in Richtung Weinbaudomäne hat es noch mal in sich und stellt auch geübte Wanderer vor eine ordentliche Aufgabe. Die Belohnung: Auch Schlossböckelheim punktet als pittoreskes Dörfchen. „Das hat schon was“, findet Andrack. Und das Gute ist: Nach den 15 Kilometern gibt es immerhin noch 122 Kilometer Wegstrecke, die noch darauf warten, erkundet zu werden.

Von unserem Redakteur Marian Ristow

Manuel Andrack bringt Wanderbuch für Kinder heraus

„Wandern mit Kindern ist Motivationssache“, sagt Experte Manuel Andrack, selbst dreifacher Vater. Töchterchen Nika (7) ziert nicht nur das Cover des Buches, sondern war auch bei allen Touren selbst mit dabei. Pro Bundesland stellt Andrack zwei Touren vor, die für wanderbegeisterte Eltern mit Kindern zu bewältigen sind und die Kindern Spaß machen – denn nur über diesen bringt man die Sprösslinge zum Marschieren.

Begeistert waren die beiden Andracks vom Barfußpfad in Bad Sobernheim. Die Tour durch das Areal fand natürlich Erwähnung im Buch. Wichtige Kriterien: ab zu mal ein Kiosk oder eine Gaststätte mit einer Limonade oder einem Eis für die Kleinen – und Großen. ri
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