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    Meddersheim

    Champions der Region: Das Menschels ist dank Felke und Wellness topfit

    Am Anfang war da eine wohlhabende englische Lady: Sie nahm Mitte des 19. Jahrhunderts die Meddersheimer Auswanderer Daniel Kiehl und dessen Frau Philippine Schwenk in ihre Dienste. Sie schwärmten der adeligen Dame so vom schönen Nahetal vor, dass diese sie nach ihrer Rückkehr finanziell beim Bau eines Landsitzes nach englischem Vorbild unterstützte. Kiehl nannte den 1862 eröffneten Betrieb „Hotel & Pension Englischer Hof“, der bis zum 1. Weltkrieg florierte.

    1919 kaufte der Meddersheimer Winzer Philipp Ebert IV. das durch den Krieg verwaiste Anwesen. Als seine Tochter Johanna weniger Jahre später Alfons Menschel heiratete, schenkte der den beiden „das Schlösschen“, wie es damals liebevoll genannt wurde. Aus diesen Anfängen ist bis heute Schritt für Schritt eine große Wohlfühl-Anlage gewachsen.

    Einst musste die Familie in der Hauptsaison zusammenrücken, um alle Gäste unterbringen zu können. Heute ist nach etlichen Erweiterungen genug Platz – vorerst. Lange lebte das Menschels von Kuren. Doch als die große Krise kam, hatten Monika und Günther Menschel, die das Haus in der zweiten Generation führten, den richtigen Riecher: Sie entdeckten Wellness als zweites Standbein, als dieser Begriff längst noch nicht so strapaziert war wie heute. 2004 wurde in Meddersheim das erste Biohotel in Rheinland-Pfalz eröffnet.

    Das Menschels ist ein klassisches Familienunternehmen, in dem Monika und Günther Menschel (unten) nach wie vor mitarbeiten. Ihre Kinder Dr. Matthias Menschel (links daneben seine Frau Dr. Gudrun Herzel) und Birgit Menschel sind die dritte Generation in dem Viersternehaus. Zur vierten Generation gehören (von links) links Elias, Anna, Leoni, Nils (knieend) und Fabian.
    Das Menschels ist ein klassisches Familienunternehmen, in dem Monika und Günther Menschel (unten) nach wie vor mitarbeiten. Ihre Kinder Dr. Matthias Menschel (links daneben seine Frau Dr. Gudrun Herzel) und Birgit Menschel sind die dritte Generation in dem Viersternehaus. Zur vierten Generation gehören (von links) links Elias, Anna, Leoni, Nils (knieend) und Fabian.

    Mit Pastor Felke groß geworden

    Der Familienbetrieb, in dem Monika und Günther Menschel immer noch mitarbeiten, ist auch bestens aufgestellt, um einem aktuellen Trend gerecht zu werden. Dr. Matthias Menschel und seine Frau Dr. Gudrun Herzel machen es mit ihrer Arztpraxis möglich, Gesundheit mit Wellness zu kombinieren – Medical Wellness hatten lange nur wenige Häuser zu bieten.

    Das verbindende Element zwischen früher und heute ist die Familie – und die Felke-Kur, die immer noch im Programm ist. Das von Pastor Emanuel Felke entwickelte Konzept mit Licht, Luft, Wasser und Lehm, dessen Anwendung Alfons Menschel noch bei ihm persönlich erlernte, ist immer noch aktuell, betonen die Geschwister Matthias und Birgit Menschel, die beide mit Felkes Leitlinien groß geworden sind.

    Serie: Champions der Region

    „Die Wirkung eines Lehmbads spürt der Gast schnell. Das ist gut für die Motivation“, weiß Birgit Menschel. Der zweite große Schwerpunkt ist das Fasten nach Buchinger mit Kräutertees, frischen Gemüsebrühen, direkt gepressten Obst- und Gemüsesäften und Wasser. Die Gäste suchen neben Gesundheitstipps vor allem Ruhe und Entspannung. Sie wissen neben der Landschaft, dem direkt vor der Tür vorbeiführenden Radweg und natürlich auch dem Nahewein die Abgeschiedenheit des Resorts, das über einen 35.000 Quadratmeter großen Park verfügt, sowie den Angeboten und Anwendungen auch die familiäre Atmosphäre und die persönliche Betreuung zu schätzen – und bleiben im Schnitt sechs Tage und damit länger als in den meisten anderen Wellnesshäusern.

    Lehm ist eins der besonderen Heilmittel der Natur.
    Lehm ist eins der besonderen Heilmittel der Natur.

    „Uns ist es wichtig, dass wir uns intensiv um die Gäste kümmern können“, sagt Birgit Menschel, die unter anderem für die Personalführung verantwortlich ist. Es gibt viele Stammgäste. „Manche haben uns noch als Schulkinder gekannt“, erzählen die Geschwister. Zu 95 Prozent kommen die Gäste aus Deutschland, die meisten davon aus einem Umkreis von etwa zwei bis drei Autostunden.

    Immer mehr Zeitdruck, Hektik und immer neue Veränderungen und Herausforderungen: Das Leben ist generell anstrengender geworden. Es reicht nicht aus, wenige Tage oder auch Wochen im Jahr etwas für die Gesundheit zu tun – und wenn etwas weh tut, zum Arzt zu gehen. „Wir versuchen, die Gäste dafür zu sensibilisieren, ihren Lebensstil zu optimieren“, erläutert Matthias Menschel. Vorbeugen ist besser als heilen: Ich bin für mich selbst verantwortlich, lautet, ebenfalls ganz im Geist von Felke, dabei die zentrale Botschaft. Selbst etwas tun: Dabei gehe es nicht um Askese, sondern darum, im Alltag mehr auf sich selbst zu achten. Mehr Bewegung, eine gesündere Ernährung sowie Alkohol und Kaffee nur in Maßen sind dabei Wegweiser.

    Wlan ist viel zu schwach

    Längst gehört auch digitales Fasten dazu. „Manche finden erst bei uns mal wieder die Zeit, ein Buch zu lesen oder auch einen Brief mit der Hand zu schreiben. Das fällt weit weg vom Alltag natürlich leichter“, weiß Birgit Menschel. Auch sie fastet nicht daheim, sondern bevorzugt dafür eine andere Umgebung.

    Ob beim Essen, das überwiegend, aber nicht nur vegetarisch ist, beim Fasten, den Zimmern oder den Anwendungen: Qualität ist in dem Viersternehaus „das A und O“, unterstreicht Matthias Menschel. Deshalb sind beispielsweise nur ausgebildete Therapeuten im Einsatz. Insgesamt beschäftigt das Wellnessunternehmen rund 40 Mitarbeiter, wobei etliche davon auf freier Basis arbeiten. Viele sind schon lange dabei. Bisher haben Menschels trotz des zunehmenden allgemeinen Mangels an geeigneten Arbeitskräften noch keine größeren Probleme, Fachkräfte und Auszubildende zu finden.

    Stillstand bedeutet auch in dieser Branche Rückschritt: Immer wieder muss etwas verbessert, erweitert und neu angeboten werden, um den steigenden Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Auch wenn die meisten Gäste sich in dem Vitalresort, wie es sich offiziell nennt, vom Berufsstress erholen wollen: Ganz aufs Internet verzichten wollen nur wenige.

    Deshalb ist die unzureichende Wlan-Anbindung eine empfindliche Schwachstelle, wie auch einige Bewertungen von Gästen verraten. „Das ist ein Standortnachteil“, räumen die Geschwister ein. Bisher aber haben all ihre Versuche, im Gespräch mit der Politik eine Besserung zu erreichen, zu ihrem großen Bedauern noch zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt.

    Von Kurt Knaudt

    Pastor Emanuel Felke entdeckte neben Licht, Luft, Wasser den Lehm für seine Therapie

    Das Konzept der traditionsreichen Kur geht auf Emanuel Felke (1856 bis 1926) zurück, Seelsorger von Beruf und Heilkundiger aus Berufung. Er stellte den Naturheilmitteln Licht, Luft und Wasser den Lehm zur Seite und machte die „heilende Erde“ – im Menschels aus eigenen Vorkommen gewonnen – zum Mittelpunkt seiner Therapie.

    Die Familie schwört auf Lehm: Seit Jahrzehnten beweise er in der Praxis und auch in wissenschaftlichen Analysen seine Heilkraft. Lehm enthalte eine Vielzahl von Mineralien, sein pH-Wert liegt mit 8,5 deutlich im basischen Bereich. Für die therapeutische Wirkung sind vor allem die äußerst quellfähigen, fein verteilten Tonmineralien verantwortlich. Sie können große Mengen Wasser, Säure und andere Stoffe binden und gelöste Mineralien austauschen. Während des Bades erzeugt der schwere Lehm einen verstärkten Rückzug des Blutes in die inneren Organe, verbessert den Stoffwechsel und aktiviert die Ausscheidungsfunktion des Körpers. kuk

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