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    Windkraft bei Nastätten: Bürgerbrief als Antwort auf Pressemitteilung

    Es war zu erwarten, dass es vonseiten der Windkraftkritiker eine Antwort auf die Pressemitteilung der Stadt vor einigen Tagen geben wird. Nun haben "Engagierte Bürger für Nastätten", wie sie sich selbst nennen, einen Bürgerbrief "April 2015" erstellt und an die Haushalte verteilt.

    Es ist ein klares Votum der Oelsberger Bürger: Fast 80 Prozent der Befragten sprachen sich gegen den Bau von Windkraftanlagen in der Gemarkung aus.
    Es ist ein klares Votum der Oelsberger Bürger: Fast 80 Prozent der Befragten sprachen sich gegen den Bau von Windkraftanlagen in der Gemarkung aus.
    Foto: Markus Eschenauer

    Von unserem Redakteur Markus Eschenauer

    Hauptaussage des zweiseitigen Schreibens: Die Menschen sollen für das Thema Windkraft sensibilisiert werden und die bislang veröffentlichten Informationen, die zu spät und unzureichend erfolgt seien, hinterfragen.

    In dem Schreiben wird betont, dass man nicht gegen Windenergie sei: "Wir [...] verstehen uns ausdrücklich als grundsätzlich als Befürworter von Windenergie, anderen regenerativen Energieformen sowie einer vernünftigen und ,echten Energiewende'." Die Tendenz ist dennoch sehr deutlich: Windkraft in Nastätten sei aus ökologischen und ökonomischen Gründen nicht sinnvoll.

    Elf verschiedene Fragen und entsprechende Antworten beinhaltet der Bürgerbrief - im Aufbau angelehnt an die Pressemitteilung der Stadt Nastätten, die vor einiger Zeit veröffentlicht wurde und deren Inhalt auf der Internetseite www.na staetten.de und dem Menüpunkt "Windkraft" zu finden ist, vom Inhalt den Aussagen der Bürgerinitiative Niederwallmenach recht nahe. Dabei geht es unter anderem um Risiken, die der Steuerzahler tragen würde, wenn ein Betreiber der Anlagen Konkurs geht, um sinkende Immobilienpreise, fehlende Wirtschaftlichkeit, Natur- und Artenschutz oder auch die mögliche Gesundheitsgefährdung durch Infraschall. Sicherlich sind die Antworten, die in dem Schreiben geliefert zum Teil überspitzt dargestellt werden, mal hoch-, mal (nicht ganz korrekt) runtergerechnet, und unterschwellig schwingt immer der Vorwurf mit, bewusst die Bürger uninformiert zu lassen, um Windkraftanlagen bauen zu können und dadurch Pachteinnahmen zu generieren. "Oder werden die Fakten so zurechtgelegt, dass man zum Ziel kommt", schließt beispielsweise der Ansatz zur "Windmessung".

    Warum der Bürgerbrief zum jetzigen Zeitpunkt veröffentlich wird, ist klar: Dieser Tage sind die Menschen der Blaufärberstadt aufgerufen, ihre Meinung bei der Einwohnerbefragung mitzuteilen. Das dadurch gewonnene Stimmungsbild soll dann ein Baustein sein für die Entscheidung im Stadtrat, die in einer der nächsten Sitzungen getroffen wird. "Liebe Bürgerin, lieber Bürger, liebe Steuerzahler: Sie haben die Möglichkeit, mit der Bürgerfragung Ihre Stimme abzugeben", betonen die "Engagierten Bürger für Nastätten" am Ende des Briefes. Wie das Ergebnis aussehen soll? "Für die Vernunft, für die Natur, für die Zukunft unserer Stadt Nastätten", heißt es weiter.

    • Einwohner können bis zum 10. Mai ihre Stimme abgegen: Großen Aufwand hat die Stadt Nastätten betrieben, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung zum Thema Windkraftanlagen in der Gemarkung äußern zu können. Vor einigen Tagen sind die entsprechenden Fragebögen in den Haushalten eingegangen. Bis zum 10. Mai haben die Einwohner der Blaufärberstadt nun die Chance, sich an der Umfrage zu beteiligen. „Wenn an einer so wichtigen Umfrage nur ein kleiner Teil der Bevölkerung mitwirkt, dann kann das Ergebnis selbstverständlich nicht repräsentativ für Nastätten sein“, ruft beispielsweise die FWG-Fraktion auf ihrer Internetseite die Menschen dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Denn die entscheidenden Frage wird am Ende sein: Wie deutet man die Ergebnisse? Was ist mit denjenigen, die nicht abstimmen? Sind sie dafür oder dagegen? Daher ist es gut, wenn sich viele zu Wort melden. Mehrere Antwortmöglichkeiten finden die Nastättener Bürger auf den Stimmzettel vor. Unter anderem besteht die Möglichkeit, für einen von zwei bestimmten Standorten zu sein. Das sorgt für Diskussionen. Befürworter dieses Vorgehens sehen es als ehrlich an, wenn Menschen sich gegen Windräder an einem Standort aussprechen, von dem sie persönlich weniger betroffen sind. Kritiker monieren, dass dies zu einem zusätzlichen Riss in der Gesellschaft führt. Nach dem Motto: entweder ganz gegen Windkraft in Nastätten oder dafür. Wie das Ergebnis ausfallen wird, zeigt sich nach dem Ende der Frist. Einen Tag danach, am Montag, 11. Mai, um 8 Uhr wird öffentlich im Ratssaal des Nastättener Bürgerhauses ausgezählt. 

    Der Bürgerbrief zum Thema Windkraft in NastättenKommentar zum Bürgerbrief: Bleibt nur Ablehnung
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