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Lahnstein

Wieder Brandstiftung in Lahnstein: Schutzhütte Uhulay abgebrannt

Die Serie von Brandstiftungen im Stadtwald reißt nicht ab: Am späten Montagabend fiel die bei Wanderern beliebte Schutzhütte Uhulay den Flammen zum Opfer. Feuerwehr und Polizei gehen auch in diesem Fall von einem mutwillig gelegten Brand aus und hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Ergreifung des oder der Täter führen.

Von unserem Redakteur Tobias Lui

Nach den vielen Einsätzen der freiwilligen Feuerwehr am zurückliegenden Wochenende (unsere Zeitung berichtete), wurden die Ehrenamtler am Montagabend um 20.12 Uhr schon wieder alarmiert: Mehrere Anrufer hatten die Polizei über einen Brand im Bereich Ruppertsklamm/Allerheiligenberg informiert. Als die Feuerwehr den gemeldeten Bereich erreichte, stand die kleine Schutzhütte Uhulay in der Nähe der Ruppertsklamm bereits in Flammen. Die Wehrleute konnten das Holzgebäude nicht mehr retten, es brannte komplett aus. Außerdem waren rund 36 Quadratmeter umliegende Waldfläche von den Flammen betroffen. Durch den schnellen Löscheinsatz konnte eine weitere Ausdehnung des Brandes verhindert werden.

31 Rettungskräfte sowie Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt waren im Einsatz. Die Polizei geht auch in diesem Fall von Brandstiftung aus und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung, die unter der Telefonnummer 02621/9130 entgegengenommen werden. "Jeder noch so kleine Hinweis kann dazu beitragen, den Feuerteufel endlich zu erwischen", sagt Hans-Werner Häring, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion.

Doch wer zündelt in den vergangenen Wochen im Stadtwald? Laut Privatdozent Dr. med. Arian Mobascher, dem leitenden Arzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am St.-Elisabeth-Krankenhaus, kommen verschiedene Typen von Menschen infrage. "Das sind zum einen psychisch völlig gesunde Personen, die ein Motiv haben, zum Beispiel Rache oder Extremismus", erklärt Mobascher. Ebenfalls möglich, aber eher selten, seien Brandstifter mit einer ausgeprägten Schizophrenie: Diese befinden sich in einem Wahn, hören Stimmen, die ihnen "befehlen", Feuer zu legen.

Ohne die aktuellen Fälle im Detail zu kennen, hält es der Experte für wahrscheinlicher, dass es sich bei dem oder den Tätern um Jugendliche mit einer Störung des Sozialverhaltens handelt. "Diebstahl, Drogen, Probleme in der Schule, häufig haben sie auch eine Neigung zum Zündeln", sagt Mobascher. Am wahrscheinlichsten sei es aber, dass der Täter an Pyromanie erkrankt ist. Dieser Begriff der "pathologischen Brandstiftung" wurde im 19. Jahrhundert geprägt, betroffene Personen verspüren den Drang, Feuer zu legen, und beziehen aus der Tat Befriedigung. "Solche Menschen interessieren sich für Feuer, für Brände, sie beobachten gern Löschfahrzeuge und verspüren einen starken inneren Druck, bevor sie den Brand legen", erklärt Mobascher. Die Tatsache, dass auch eine Schutzhütte zerstört wurde, passe in dieses Profil.

Und wie ist die Chance, dass Menschen mit einer solchen "Impulskontrollstörung", wie es der Experte nennt, von selbst mit dem Zündeln aufhören, möglicherweise weil sie ein schlechtes Gewissen ereilt? Arian Mobascher glaubt nicht daran. "Es ist wie bei Kleptomanen: Die hören erst mit dem Klauen auf, wenn sie erwischt wurden ..."

Bad Ems Lahnstein
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