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Mittelrhein

Welterbe-Zweckverband: Buga-Planung am Mittelrhein kommt voran

Andreas Jöckel

Der Stadtrat Lahnstein hatte mit seiner Entscheidung gegen die Vorverlegung der Buga am Mittelrhein auf 2029 für negative Schlagzeilen gesorgt. Wir haben mit Vorsteher Frank Puchtler und Geschäftsführerin Nadya König-Lehrmann vom Zweckverband (ZV) Welterbe Oberes Mittelrheintal über den aktuellen Sachstand gesprochen und weitere Fakten zusammengetragen.

Die Buga 2029 oder 2031 ist ein Zukunftsprojekt im Welterbe Oberes Mittelrheintal und soll auf den ganzen Mittelrhein ausstrahlen.  Foto: Andreas Jöckel
Die Buga 2029 oder 2031 ist ein Zukunftsprojekt im Welterbe Oberes Mittelrheintal und soll auf den ganzen Mittelrhein ausstrahlen.
Foto: Andreas Jöckel

1 Wie steht der Vorstand des Welterbe-Zweckverbandes zur Vorverlegung der Buga auf das Jahr 2029?

Am 15. Mai waren die Vertreter der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft (DBG) unmittelbar am Tag nach einer Präsentation der Machbarkeitsstudie bei einer Rundfahrt durchs Welterbe so von den Ideen und der Gebietskulisse begeistert, dass sie dem ZV den Zuschlag für die Ausrichtung der Buga 2031 erteilten. Gleichzeitig eröffnete die DBG die Option, die Buga bereits 2029 veranstalten zu können. Direkt im Anschluss sprach sich der ZV-Vorstand auf Initiative des Vorstehers Frank Puchtler einstimmig für die Vorverlegung aus.

2 Wie wurden die Mitglieder des Zweckverbandes über den neuen Sachstand informiert?

Mit Schreiben vom 20. Juni lud der ZV die Mitglieder zu einer Versammlung am 30. August ein, mit dem Vorschlag, dem Vorziehen der Buga zuzustimmen.

3 Ist die Buga 2029 überhaupt machbar?

Ein eindeutiges Ja kommt von den Autoren der Machbarkeitsstudie. Die Darstellung des Alternativmodells 2029 war dem Einladungsschreiben an die Kommunen beigefügt. Das Fazit: Ein ausreichender Zeitpuffer für alle Buga-Vorhaben ist vorhanden. Das Gesamtbudget von 108 Millionen Euro bei einem kommunalen Anteil von 14,4 Millionen Euro bleibt bestehen. Einsparungen aufgrund des verkürzten Zeitrahmens (etwa Personalkosten) sollen als finanzieller Puffer angesehen werden.

4 Warum wurde der Termin für die Entscheidung auf den 15. Oktober verlegt?

Im Nachgang zu dem Einladungsschreiben baten mehrere Kommunen den ZV um eine Verlegung, um ihre Räte über die Vorverlegung der Buga entscheiden lassen zu können. Dies erachtete der Vorstand aufgrund der bereits mit 98,4 Prozent gefassten Entscheidung für eine Buga 2031 und des unveränderten Finanzierungsrahmens zwar nicht für zwingend notwendig, aber der Vorsteher und die Geschäftsführerin haben neben persönlichen Gesprächen auch die Teilnahme an Ratssitzungen angeboten, um mögliche Fragen zu klären. In Abstimmung mit der DBG wurde der Termin auf Mitte Oktober verschoben.

5 Ging aufgrund der Verzögerung wertvolle Zeit für die Umsetzung der Buga 2029/31 verloren?

Laut ZV-Vorstand und Geschäftsführung nicht. Denn der nächste wichtige Schritt ist die Gründung einer Buga 2029 oder 2031 GmbH mit dem ZV, der DBG und den Ausstellerkommunen als Gesellschafter. Die Vertragsentwürfe für die Gründung und Durchführung einer Buga im Oberen Mittelrheintal wurden bereits bei einem Termin in Bonn zwischen der DBG, der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz (EA) und dem ZV abgestimmt. Zur Rechtssicherheit wird ein Notar mit der Prüfung der Beträge betraut, bevor diese den Kommunen vorgestellt werden.

6 Was ist beim Verein der Freunde der Buga 2031 geplant, um die Menschen weiter beim Projekt mitzunehmen?

Im September wollen die Buga-Freunde eine Fahrt zur hessischen Landesgartenschau in Bad Schwalbach anbieten. Im Oktober gibt es eine erneute Fahrt zu den Baustellen der Buga 2019 in Heilbronn, wo Geschäftsführer Hanspeter Faas, der schon bei der Buga 2011 in Koblenz federführend war, ein weiteres Projekt voranbringt. Die nächste Mitgliederversammlung ist am 21. November.

7 Welche flankierenden Projekte zur Buga gibt es noch?

In einem Welterbegebiet müssen die Buga-Vorhaben auf ihre Welterbeverträglichkeit hin untersucht werden. Die Landesplanung im Innenministerium arbeitet derzeit mit dem ZV an einem Managementplan, der als Planungsinstrument zur Abwägung zwischen Schutz und Weiterentwicklung dienen soll. Ein solches Instrument wird von der Unesco für Welterbestätten ausdrücklich gewünscht. Wichtig für die Buga dürfte auch die Arbeit der Enquete-Kommission „Tourismus RLP“ werden. Diese prüft unter anderem, inwieweit Regionen, die wirtschaftlich auf Tourismus angewiesen sind, auch die erforderlichen Ausgaben genehmigen müssen. Außerdem stellen die IHK Koblenz und die EA am 11. Oktober eine Hotelbedarfsanalyse vor, die Investoren aufzeigen soll, wo sich Projekte für die kommenden Jahre am Mittelrhein lohnen dürften.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Kommentar: Mut zu 2029 kann sich lohnen

Andreas Jöckel zur Buga 2029/31

Dass einige ohnehin finanziell gebeutelte Kommunen in einer so schutzbedürftigen und deshalb nur aufwendig beplanbaren Region wie dem Welterbe Oberes Mittelrheintal Bedenken wegen einer Vorverlegung der Buga auf 2029 haben, ist einerseits verständlich. Andererseits kann Zeitdruck dem Tal, das mit seiner touristischen Infrastruktur noch immer hinter anderen deutschen Regionen herhinkt, nur gut tun.

Unmittelbar vor Weltmeisterschaften oder Olympiaden dürften Schlagzeilen wie „Alle Stadien schon ein halbes Jahr früher fertig“ eher selten sein. Im Gegenteil. Dennoch steht der Eröffnung meist nichts mehr im Wege, wenn auch im Umfeld noch etwas Improvisation hinzukommt. Zu solchen Großveranstaltungen, die Projekten richtig Zug verleihen, zählt auch eine Buga. Deshalb sollten die Kommunen ruhig den Mut für 2029 haben. Vom Land wiederum muss ihnen zugestanden werden, touristische Investitionen und anschließende Pflege von Anlagen trotz Schuldenbremse zu erlauben.

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