40.000
Aus unserem Archiv
VG Loreley

Welterbebeauftragter Barbaro: Warum die Buga 2031 und eine Hängeseilbrücke sinnvolle Projekte sind

VG Loreley. Warum die Neugestaltung der Loreley, die Buga 2031 und eine Hängeseilbrücke sinnvolle Projekte sein können, um das Welterbe Oberes Mittelrheintal erlebbar zu machen und am Leben zu erhalten: Darüber sprach Kulturstaatssekretär Salvatore Barbaro beim Neujahrsempfang der SPD Loreley.

Als Präsent erhält Staatssekretär Salvatore Barbaro (links) eine Flasche Mittelrheinwein von der Vorsitzenden der SPD Loreley, Theresa Lambrich und dem Osterspaier SPD-Fraktionschef Thomas Maier.  Foto: Andreas Jöckel
Als Präsent erhält Staatssekretär Salvatore Barbaro (links) eine Flasche Mittelrheinwein von der Vorsitzenden der SPD Loreley, Theresa Lambrich und dem Osterspaier SPD-Fraktionschef Thomas Maier.
Foto: Andreas Jöckel

Auch für die SPD in der Verbandsgemeinde Loreley mit ihrer neuen Vorsitzenden Theresa Lambrich ist die Entwicklung des Welterbes hin zu einer Buga 2031 und darüber hinaus derzeit das herausragende Thema im Oberen Mittelrheintal. Aber wie wird diese Entwicklung von einem gesehen, der gleichzeitig die Draufsicht eines Außenstehenden und als Welterbebeauftragter der Landesregierung den professionellen Blick des Zuständigen auf die Region hat? Das wollten die Genossen von ihrem Parteifreund, dem Kulturstaatssekretär Salvatore Barbaro, beim Neujahrsempfang im Pfarrzentrum in Osterspai erfahren.

Gemeinsames Ziel vor Augen

Dabei konnte sich Barbaro natürlich nicht davor drücken, zumindest kurz das sogenannte „Siff-Gate“ anzusprechen, das sein Vorgänger Walter Schumacher (SPD) 2015 im Tal ausgelöst hatte: „Man kann es einfach als Kritik an einer mangelnden öffentlichen Investition verstehen.“ Obwohl zu diesem Zeitpunkt die Neuentwicklung des Loreley-Plateaus schon im Gange war, habe sich die negative Stimmung noch im gleichen Jahr in Bezug auf das gesamte Welterbe mit Innenminister Roger Lewentz' (SPD) Idee der Buga 2031 schlagartig geändert. Mit dem gemeinsamen Ziel vor Augen sei die Region „wie elektrisiert“. Aufgrund der erfolgreichen Gartenschauen in Koblenz 2011 und Bingen 2008, die beide mit einem tief greifenden Strukturwandel einhergingen, hätten die Menschen schnell erkannt, welche Chancen in einer Buga 2031 für die Regionalentwicklung stecken: „Was an den beiden Enden des Welterbes ging, müssen wir jetzt auch im Raum dazwischen hinbekommen.“ In dieser Frage sieht Barbaro einen parteiübergreifenden Grundkonsens im Tal.

Denkmalschutz und Weiterentwicklung abwägen

Unumstrittener Kristallisationspunkt im Welterbe – auch im Hinblick auf die Buga 2031 – ist auch nach Ansicht Barbaros die Loreley. An der dortigen Neugestaltung zeige sich, dass alle Entwicklungen aufgrund der Schutzwürdigkeit der einzigartigen Kulturlandschaft zwischen Rüdesheim und Koblenz möglichst eng mit der Unesco, beziehungsweise dem Internationalen Rat für Denkmalpflege (Icomos) abgestimmt werden müssen. Die stark auf den Denkmalschutz ausgelegte Prägung der Unesco in Bezug auf die Welterbestätten dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Welterbehüter auch eine wirtschaftliche Weiterentwicklung wünschen. Diese dürfe aber nicht die universellen Werte des Welterbes beeinträchtigen. Deshalb biete sich die Entwicklung des sanften Tourismus an, der es vielen Menschen ermöglicht, die Loreley und das Welterbe zu erleben, und eben diesen universellen Wert kennen- und schätzen zu lernen.

Neuer Managementplan als Instrument

Derzeit ist die Landesplanung im Innenministerium dabei, in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal den Managementplan neu aufzulegen. Mit diesem sollen auch Instrumente entwickelt werden, die aufzeigen, in welchen Bereichen das Welterbe besonders schützenswert ist und an welchen Stellen Entwicklungen möglich sind.

„Erlebnis Welterbe“ steigern

Nach Ansicht Barbaros ist ein Projekt wie das beleuchtete Kristalldach auf dem Mythosraum der Loreley trotz Skepsis gegenüber Icomos erklärbar: „Man muss klarstellen, dass der Kristall etwas damit zu tun hat, was im Felsen tatsächlich wächst. Eine Verbindung zu dem, was den Felsen ausmacht – über das Vordergründige hinaus.“ Barbaro versprach, das Vorhaben gegenüber der Unesco massiv zu unterstützen. Darüber hinaus ist er bereit, das Vorhaben einer Hängeseilbrücke voranzubringen: „Das ist eine Möglichkeit, das Welterbe auf eine völlig neue Weise erlebbar zu machen.“ Wichtig sei eine gute Gesamtkonzeption, aus der hervorgeht, wie für den Besucher das „Erlebnis Welterbe“ gesteigert werden kann.

Junge Menschen im Welterbe halten

„Letztlich“, so leitete Barbaro sein Fazit mit einer Frage ein, „warum machen wir das alles?“ Für die Antwort gab es viel Applaus: „Junge Menschen sollen hier bleiben und die Region mit entwickeln wollen.“ Nur ein Welterbe, das auch für junge Menschen attraktiv bleibe, erfülle seine eigentliche Funktion: Es kann an die nächste Generation weitervererbt werden.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Bad Ems Lahnstein
Meistgelesene Artikel
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
Anzeige
Regionalwetter
Mittwoch

-3°C - 6°C
Donnerstag

-4°C - 5°C
Freitag

-5°C - 4°C
Samstag

-7°C - 4°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
epaper-startseite
Anzeige