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Kamp-Bornhofen

Verfahren für Baurecht läuft: Neuer Rewe in Kamp-Bornhofen soll 2020 stehen

Andreas Jöckel

Einen Lebensmittelvollsortimenter soll es neben dem bereits bestehenden Discounter Lidl bis 2020 am nördlichen Ortseingang von Kamp-Bornhofen geben. Das ist jedenfalls der gemeinsame Wunsch des Gemeinderates und des Handelskonzerns Rewe. Die Bauleitplanung dazu ist so gut wie in trockenen Tüchern. Aber eine Hürde ist noch zu nehmen: Weil die Gewerbeansiedlung eine Abweichung von den Zielen des Landesentwicklungsprogramms (LEP IV) darstellt, muss diese noch genehmigt werden.

Im Baugebiet „Zwischen Kläranlage und nördlichem Ortsrand“ in Kamp-Bornhofen will der Handelskonzern Rewe einen Vollsortimenter bauen. Das Baurecht könnte bis Ende dieses Jahres geschaffen werden. Der bestehende Lidl-Markt will seine Verkaufsfläche vergrößern.  Foto: Andreas Jöckel
Im Baugebiet „Zwischen Kläranlage und nördlichem Ortsrand“ in Kamp-Bornhofen will der Handelskonzern Rewe einen Vollsortimenter bauen. Das Baurecht könnte bis Ende dieses Jahres geschaffen werden. Der bestehende Lidl-Markt will seine Verkaufsfläche vergrößern.
Foto: Andreas Jöckel

Im Auftrag von Rewe will die Noll Baugesellschaft aus Limburg das Projekt auf einem etwa 10.000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen B 42 und Bahnlinie verwirklichen. Die Pläne stammen vom Architekturbüro Kramm-Seelbach-Groh aus Elz. Der geplante Markt ist ein Vollsortimenter auf 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche mit eigenständiger Bäckertheke vor den Kassen. Angeboten werden soll das Warenspektrum eines modernen Supermarktes inklusive vieler Frischeprodukte. Vorgesehen sind auch ein umfassendes Bio-Sortiment sowie regionale Produkte und internationale Spezialitäten. Fleisch, Wurst, Käse und Feinkost wird es sowohl an der Frischetheke als auch abgepackt zur Selbstbedienung geben. Für die Kunden sind 120 Parkplätze geplant, davon zwei Behindertenparkplätze und drei extra breite Eltern/Kind-Parkplätze.

Zielabweichungsverfahren

Die Investoren hoffen, dass das Baurecht, an dem der Gemeinderat schon seit vielen Jahren arbeitet, bis Ende 2018 geschaffen werden kann. In diesem Jahr hat der Rat schließlich die zweite Änderung des Bebauungsplans „Zwischen Kläranlage und nördlichem Ortsrand“ beschlossen, um die planungsrechtlichen Grundlagen für den Lebensmittelmarkt zu schaffen. Allerdings kommt die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben vor seiner Umsetzung im Rahmen eines Zielabweichungsverfahrens genehmigt werden muss. In einer Sondersitzung hat der Rat daraufhin beschlossen, dieses Verfahren zu beantragen. Mit dem Abschluss wird im Herbst gerechnet. Ortsbürgermeister Frank Kalkofen hofft also, „dass der Investor zum Jahreswechsel 2018/2019 mit Baurecht rechnen und endlich loslegen kann.“

Einzelhandelskonzept belegt Notwendigkeit

Dass Kamp-Bornhofen mit einem Lidl – der eine Erweiterung des Marktes plant – und einem Rewe-Markt zu einem ergänzenden Versorgungszentrum für mehrere Orte in der VG Loreley wird, widerspricht den ursprünglichen Zielen von LEP IV. Denn derzeit gelten innerhalb der VG die Städte Braubach als Grundzentrum und die Stadt Goarshausen gemeinsam mit der Schwesterstadt St. Goar als Mittelzentrum der Region. Allerdings hat die VG Loreley jüngst ein Einzelhandelskonzept erstellen lassen. Laut dieser Studie wäre Kamp-Bornhofen ein idealer Ergänzungsstandort, ohne dass dadurch den beiden Grundzentren etwas weggenommen würde. Das Konzept sieht dort nicht nur die Möglichkeit, den bestehenden Lidl zu erweitern, sondern auch noch einen weiteren Supermarkt sowie einen Drogeriemarkt anzusiedeln. Weitere potenzielle Standorte für Lebensmittelmärkte sieht die Studie im südlichen Bereich der VG bei Bornich, Weisel und Kaub sowie im nördlichen Bereich in Dachsenhausen.

Wie nötig weitere Ansiedlungen für die strukturschwache VG sind, macht die Studie auch anhand von Zahlen deutlich: Bei einer geschätzten Kaufkraft von rund 100 Millionen Euro verbleiben derzeit nur 30 Millionen Euro in Betrieben innerhalb der VG. Die Stadträte in Braubach und St. Goarshausen haben dem Einzelhandelskonzept inklusive der Zielabweichung in Kamp-Bornhofen bereits zugestimmt. Außerdem stellt Stadtbürgermeister Manfred Baumert klar, dass der Standort des Rewe-Marktes in der Loreleystadt nicht gefährdet ist: „In einem Schreiben sichert der Rewe-Konzern eindeutig zu, dass der Markt in St. Goarshausen ein wesentlicher Stützpfeiler der Rewe-Gruppe in der Region Mittelrhein ist und auch in Zukunft auf jeden Fall weiter betrieben wird.“

Smaragdeidechsen werden umgesiedelt

Zwischenzeitlich sind in Kamp-Bornhofen erste Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt worden, um die Umsiedlung der auf dem Bauareal lebenden Smaragdeidechsen auf ein benachbartes Grundstück hinter der Bahnlinie zu ermöglichen: Es wurden Steingruben und Benjeshecken angelegt, eine Bruchsteinmauer freigestellt und Magerrasen eingesät. Die Firma Noll weist darauf hin, dass man sich der anspruchsvollen Aufgabe des Bauvorhabens am Rhein bewusst sei. Sie verspricht „ein hohes Maß an Abstimmungsleistungen, um allen Belangen des Marktes, der Verkehrsinfrastruktur, der Gegebenheiten der Natur sowie den Anliegen der Gemeinde und der Bevölkerung gerecht zu werden“.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

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