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    Umgehungsstraßenbau: Neue Landesstraße entsteht zwischen Marienfels und Miehlen

    Jenseits der Straße „Am Neuen Weg“ in Marienfels steht das erste fertige Bauwerk für die neue Umgehungsstraße – eine Brücke, die den dort verlaufenden Wirtschaftsweg über die neue Straße führen soll. Wer unter der Brücke hindurchschaut, kann schon einen Blick in die Zukunft erhaschen und sehen, wie die Ortsumfahrung Richtung Miehlen verlaufen wird.

    Um den Untergrund für die neue Landesstraße stabil zu machen, muss die Erde verdichtet werden. Dabei kommt Mischbinder aus Kalk und Zement zum Einsatz, der in den Boden eingebracht wird.
    Um den Untergrund für die neue Landesstraße stabil zu machen, muss die Erde verdichtet werden. Dabei kommt Mischbinder aus Kalk und Zement zum Einsatz, der in den Boden eingebracht wird.
    Foto: Cordula Sailer

    Schweres Gerät ist hier für die Erdarbeiten im Einsatz: Mehrere Bagger, Traktoren, Planierraupen und Walzen ziehen ihre Bahnen. Die L 335 zwischen Marienfels und Miehlen entsteht derzeit komplett neu. Seit Mitte Oktober ist die Landesstraße zwischen den beiden Orten für die Bauarbeiten voll gesperrt.

    „Die Querverbindung, die wir hier bauen, ist insgesamt 1,2 Kilometer lang“, erläutert Dieter Bannweg, Fachgruppenleiter Straßenbau beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) Diez. Die Trasse orientiere sich an der alten, nur die Kurven sollen verschwinden und die Straße soll mit 7,50 Metern deutliche breiter werden als davor.

    Von der alten Straße ist schon nichts mehr übrig: Der komplette Straßenoberbau ist herausgefräst. Der teerhaltige Teil des Oberbaus wird noch auf der Baustelle zwischengelagert. „Dieses Material wird nächstes Jahr mit Zement aufbereitet und als Straßenunterbau wiederverwertet“, erklärt Ingo Lehmann, der die Bauüberwachung für den LBM übernimmt.

    Nach dem Abtragen der alten Straße konnte mit dem Ausschachten des Erdreichs begonnen werden. Bei den jetzt laufenden Arbeiten werden etwa 30.000 Kubikmeter Boden abgetragen. „Wir haben hier den Vorteil, dass wir alles selbst verwenden können“, sagt Lehmann. In den anderen Bauabschnitten für die Umgehungsstraße müsse dagegen Erde abtransportiert werden. Bei Marienfels können die Erdmassen dafür genutzt werden, um einen Lärmschutzwall aufzuschütten. Dieser soll sich an das fertige Bauwerk, die Wirtschaftswegüberführung, anschließen. Von dort führt er dann bis zum Ortsende.

    „Die Marienfelser sollen ja keine zusätzlichen Emissionen bekommen“, sagt Dieter Bannweg. Daher soll der Erdwall die neue Fahrbahn um vier Meter überragen. Teils müssen so sieben Meter Erde aufgeschüttet werden. Denn auch „die Fahrbahn liegt dort in einer leichten Dammlage“, erläutert Bannweg. Damit der Boden reicht, wird er im kommenden Jahr auch von anderen Straßenbauabschnitten für die Umgehung nach Marienfels gebracht.

    Um die aufgeschüttete Erde entsprechend standfest zu machen, muss sie verdichtet werden. Dazu wird mit einem Streufahrzeug Mischbinder auf der Fläche verteilt. „Der besteht jeweils zur Hälfte aus Kalk und Zement“, erklärt Ingo Lehmann. Durch diese Mischung wird der Wassergehalt im Boden reduziert. Eine Fräsmaschine mengt den Mischbinder unter die Erde. „Und im Anschluss zieht eine Raupe das wieder glatt“, führt Lehmann weiter aus, „und eine Walze verdichtet den Boden“.

    So entsteht Stück für Stück ein stabiler Untergrund für die Straße: Immer 40 Zentimeter Erde werden auf diese Weise gefestigt, dann kommt die nächste Lage Boden darauf. „Das ist im Erdbau wie bei einem mehrschichtigen Kuchen“, sagt Lehmann. Das habe vor allem technische Gründe: Mehr als die 40 Zentimeter könnten mit den Gerätschaften nicht auf einmal verdichtet werden.

    „In diesem Jahr wollen wir den kompletten Erdbau abschließen“, sagt Dieter Bannweg. Danach soll noch die Frostschutzschicht der neuen Straße entstehen, bevor es in die Winterpause geht. Im neuen Jahr soll dann am Oberbau der Landesstraße weitergearbeitet werden. „Da kommen noch vier Schichten drauf“, erläutert Bannweg. Aufgebracht werden eine teerhaltige Fundationsschicht, eine Tragschicht mit Bitumen sowie eine Binder- und Deckschicht, „sodass wir mit der Frostschicht einen Gesamtaufbau von 70 Zentimetern haben“, so Bannweg. Die Baukosten für den Straßenabschnitt liegen bei fast 2 Millionen Euro.

    Für den Verkehr freigegeben wird die L 335 zwischen Marienfels und Miehlen wohl erst im Frühsommer 2018. Sie ist allerdings nur ein kleines Stück der knapp fünf Kilometer langen Umgehungsstraße um die beiden Orte, die bis 2021 fertiggestellt werden soll. Zur etwa 20 Millionen teuren Ortsumfahrung gehört auch die Ehrbachtalbrücke, die die Umgehung über die K 74 führt. Auch sie soll im kommenden Jahr vollendet werden.

    Aufgrund einer Baupanne dauern die Arbeiten an der Brücke allerdings länger als ursprünglich geplant. Noch bis Ende der Wochen laufen hier Abrissarbeiten für den ersten, bereits betonierten Teil des Brückenüberbaus. Denn in den ersten 60 Metern wurde Mitte Juli schadhafter Beton verarbeitet. Bei einem Zulieferer war Flugasche statt Zement in den Beton geraten – der Baustoff wurde nicht fest. Da der fehlerhafte Beton großflächig im Überbau verteilt war, blieb nur der Abriss.

    Für 2018 steht zudem ein weiteres Bauwerk auf dem Programm: Zwischen Miehlen und Hainau soll die Überführung der K 76 entstehen, eine Brücke, die über die spätere Umgehungsstraße führt. „Da läuft gerade die Vergabe“, erläutert Dieter Bannweg. Außerdem soll der Startschuss für die Erd- und Straßenbauarbeiten rund um Marienfels fallen.

    Von unserer Redakteurin Cordula Sailer

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