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Marienfels/Miehlen

Teil des Überbaus betoniert: Zweiter Anlauf für die Ehrbachtalbrücke

Etwa 615 Kubikmeter Beton sind am Donnerstag zur Baustelle der Ehrbachtalbrücke bei Marienfels transportiert worden, um den ersten Teil des Überbaus zu betonieren. Es ist der zweite Versuch: Im Juli vergangenen Jahres war dieses Teilstück schon einmal betoniert worden. Doch da großflächig schadhafter Beton verbaut worden war, musste der Überbau wieder abgerissen werden. Doch diesmal soll es klappen: Schon um 6 Uhr morgens rollen die ersten Betonmischfahrzeuge aus Lahnstein und Singhofen an – etwa 80 Fahrten waren nötig.

Betoniert wird die 200 Meter lange Ehrbachtalbrücke in drei Etappen: Das erste Teilstück ist nun 60 Meter lang, die darauffolgenden werden 60 und 80 Meter lang sein. Das hat bautechnische Gründe, wie Kay Bröhl, der zuständige Projektingenieur des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Diez, erklärt. „Man müsste sonst das komplette Traggerüst schon aufstellen“, sagt Bröhl. „So kann man die Schalungen und Teile vom Traggerüst wiederverwenden.“ Zudem könne jedes der drei Überbaustücke an einem Arbeitstag bewältigt werden.

Über zwei Betonpumpen sind am Donnerstag mehr als 600 Kubikmeter Beton auf die Ehrbachtalbrücke geschafft worden. Mit großen Schläuchen konnten die Bauarbeiter den Baustoff gleichmäßig verteilen. Glatt gezogen wurde der Beton mit einer sogenannten Rüttelbohle (weißes Gestell). 60 Meter des 200 Meter langen Brückenüberbaus sind nun betoniert.
Über zwei Betonpumpen sind am Donnerstag mehr als 600 Kubikmeter Beton auf die Ehrbachtalbrücke geschafft worden. Mit großen Schläuchen konnten die Bauarbeiter den Baustoff gleichmäßig verteilen. Glatt gezogen wurde der Beton mit einer sogenannten Rüttelbohle (weißes Gestell). 60 Meter des 200 Meter langen Brückenüberbaus sind nun betoniert.
Foto: Cordula Sailer

Mit zwei großen Pumpen wird der Beton auf die Ehrbachtalbrücke befördert. Dafür werden spezielle Lkw eingesetzt: Sie haben ein langes, ausfahrbares Rohr, an dessen Ende ein flexibler Schlauch befestigt ist. Damit können die Bauarbeiter den Baustoff auf der Brücke verteilen. Peu à peu verschwinden die Stahlstreben der Bewehrung unter der flüssigen Masse. Glatt gezogen wird der Beton mit einer sogenannten Rüttelbohle.

„Nächste Woche kann man schon die Schalung vom Kopf wegmachen“, erläutert Kay Bröhl. Dann könne man bereits sehen, „ob der Beton optisch die Qualität hat, wie wir es uns vorstellen“. Denn vergangenen Sommer war unter anderem an der Farbe des schadhaften Betons aufgefallen, dass er nicht fest geworden war. Doch das ist bei Weitem nicht der einzige Kontrollmechanismus auf der Baustelle.

Vom angelieferten Beton werden – wie auch 2017 – Proben genommen: Bestimmt wird das Ausbreitmaß, über das sich feststellen lässt, ob der Beton die richtige Konsistenz hat. Zudem werden Prüfwürfel erstellt. Diese härten dann unter gleichen Bedingungen wie die Brücke aus und werden nach einigen Tagen auf ihre Festigkeit geprüft. „Da wir nächste Woche schon den Spannstahl anziehen wollen, wird dann geguckt, wie weit die Festigkeitsentwicklung ist“, erläutert Bröhl. Eigentlich sollte der Brückenüberbau bereits vor drei Wochen betoniert werden. „Aber da war es noch zu kalt“, sagt Bröhl. Denn das Thermometer zeigte noch deutliche Minusgrade an. Nun sei es tagsüber auf jeden Fall warm genug. Und selbst, wenn es nachts noch etwas Frost gebe, sei das nicht dramatisch. Für diesen Fall werde der Beton im Nachgang noch entsprechend präpariert.

„Da kommt am Ende eine Luftpolsterfolie drauf, die die Wärme ein bisschen beim Beton hält“, erklärt der Ingenieur. Neben dem Frostschutz habe die Folie noch eine weitere Funktion: Sie sorgt dafür, dass der Beton seine Feuchtigkeit behält. Denn entweicht das Wasser zu schnell aus dem Baustoff, entstehen feine Risse. „Und durch die Risse kann dann wieder Wasser eindringen oder Salz im Winter“, erklärt Kay Bröhl. „Das ist alles schädlich für den Beton.“

Ist der erste Teil des Überbaus ausgeschalt, soll es zügig weitergehen auf der Baustelle. Das Traggerüst für das nächste Teilstück steht bereits. Im Oktober soll die Ehrbachtalbrücke schließlich vollendet sein. Für die Brücke sind gut 4 Millionen Euro veranschlagt. Sie ist Teil der Umgehungsstraße Marienfels/Miehlen, die 2021 fertiggestellt werden soll.

Etwa 80 Mal musste die Brücke bei Marienfels mit Betonmischfahrzeugen angefahren werden, die für Nachschub sorgten.
Etwa 80 Mal musste die Brücke bei Marienfels mit Betonmischfahrzeugen angefahren werden, die für Nachschub sorgten.
Foto: Cordula Sailer

Doch die Ehrbachtalbrücke ist nicht die einzige Baustelle in Sachen Umgehungsstraße, die den LBM Diez in diesem Jahr beschäftigt: Seit Mitte Februar werden zwischen Miehlen und Hainau die Bauarbeiten für die Überführung der K 76 vorbereitet. Ist diese Brücke fertig, soll sie die Kreisstraße über die neue Umgehung führen. „Während der Bauzeit wird eine Umfahrung mit Ampelregelung eingerichtet“, erklärt Bröhl. Diese ist gestern asphaltiert worden.

So soll die Kreisstraße für Autos befahrbar bleiben, „damit die Anwohner nicht zu sehr eingeschränkt sind“, sagt Bröhl. Denn bereits seit Oktober 2017 ist die L 335 zwischen Marienfels und Miehlen voll gesperrt. Sie wird als Baustein der Umgehung komplett neu gemacht. Im Frühsommer soll die Sperrung hier wieder aufgehoben werden.

Von unserer Redakteurin Cordula Sailer

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