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VG Loreley

Sachstand im VG-Rat: Wie kommt der Park auf der Loreley voran?

Andreas Jöckel

Als derzeit wichtigstes Großprojekt, das in der Verbandsgemeinde Loreley umgesetzt wird, war der Kultur- und Landschaftspark ein zentrales Thema in der letzten Sitzung des VG-Rates vor der Sommerpause. Projektleiter und Planer brachten die Ratsmitglieder auf den neuesten Stand. Weitere Beschlüsse wurden gefasst. Wir fassen die wichtigsten Fragen zum Sachstand zusammen:

1 Was wird gerade auf der Felsspitze gebaut? Laut Projektbetreuer Tobias Meurer vom Büro Drees & Sommer geht der Bau der Wege planmäßig voran. Im Wesentlichen sind das der direkte Strahlenweg vom Eingang bis zur Felsschlucht und der Mythenpfad. Auf dem Strahlenweg wechseln sich Beton und Pflaster ab, in der Mitte gibt es einen Leitstreifen mit Tastrillen und Kontrastfarben für Sehbehinderte. Der Mythenpfad wird mit Grauwacke gepflastert und hat für Sehbehinderte einen Anschlag an den Rändern. Die vier mythischen Plätze werden geschottert. Außerdem werden die Aussichtspunkte neu gestaltet. Besonders interessant ist eine komplett neue Fläche mit Blick in Richtung Süden, wo zuvor die Kreisstraße verlief. Dieser Punkt wird etwa 2,50 Meter höher als das bisherige Gelände liegen und so einen weiteren tollen Panoramablick ins Welterbe Oberes Mittelrheintal bieten. Weiter fertiggestellt wird auch die Felsschlucht oder Klamm, wo sich die Wege vor dem Hauptaussichtspunkt auf der Felsspitze treffen. Hier wird der Besucher eine gewisse Enge zwischen dem Naturfels auf der einen und der künstlich gestalteten Felswand auf der anderen Seite verspüren, bevor er auf die freie Felsspitze mit dem tollen Panoramaausblick hinaustritt. Nach dem Abschluss des Wegebaus stehen Pflanzarbeiten an, die im Herbst starten sollen. Vorgesehen sind weitere Bäume sowie Rosen, Weißdorn und einheimische Gräser.

Auf dem Ausstellungsraum in der Felsschlucht ist ein kristallförmiges Dach geplant, das zum Blickfang im Park werden soll.  Illustration: Werkteam Loreley
Auf dem Ausstellungsraum in der Felsschlucht ist ein kristallförmiges Dach geplant, das zum Blickfang im Park werden soll. Illustration: Werkteam Loreley
Foto: werkteam-loreley

2 Bleiben die Kosten im festgesetzten Rahmen, der zum Großteil mit Landes- und Bundeszuschüssen gedeckt wird? Bei den genannten Arbeiten für die Grundstruktur des Parks handelt es sich um den ersten Bauabschnitt. Inklusive 90-prozentiger Bundes- und Landeszuschüsse beträgt das Budget dafür – ohne Grundstückskäufe – 6,2 Millionen Euro. Gab es zum Jahreswechsel daraus noch freie Mittel in Höhe von 740.000 Euro, liegen die Kosten derzeit rund 260.000 Euro über dem Budget. Gründe dafür sind neben der Marktlage auch Verbesserung in der Qualität sowie unvorhergesehene Umstände beim Baufortschritt. Da vor allem die Stahlbauarbeiten derzeit eines der größten Risiken sind, hat der Rat auf Empfehlung des Planers Stefan Dittrich vom Werkteam-Loreley beschlossen, eine Ausschreibung für den Bau der Geländer an den Aussichtspunkten aufzuheben und regional beschränkt neu auszuschreiben. Die Konstruktion dieser Geländer ist aufgrund der Sicherheitsvorschriften und dem unebenen felsigen Untergrund besonders aufwendig. Das Risiko einer Überschreitung des Gesamtbudgets wird von der Projektleitung mit maximal 530.000 Euro beziffert.

3 Wird der Kultur- und Landschaftspark rechtzeitig zum Jahresende fertig und wann wird er eröffnet? Aus der neuen Ausschreibung für die Geländer der Aussichtspunkte könnte die Zeit zwar knapp werden, aber dennoch soll der erste Bauabschnitt bis Jahresende fertig sein. Aufgrund der Vorschriften in Bezug auf den Bundeszuschuss muss dieses Projekt zum Stichtag 31. Dezember abgeschlossen sein. Die Eröffnungsfeier ist im Frühjahr 2019 geplant.

4 Wann und wie entsteht das kristallförmige Dach auf dem Ausstellungsraum in der Felsschlucht? Das Dach des Ausstellungsraums, das zum Blickfang im Park werden soll gehört zum zweiten Bauabschnitt, der sich direkt an den Ersten anschließen soll. Die Kosten für die Konstruktion aus Glas und Stahl werden auf rund 1,3 Millionen Euro geschätzt. Laut Architekt Axel Knabe vom Werkteam-Loreley werden die Heiz- und Kühlkosten für den Raum aufgrund eines ausgeklügelten Lüftungssystems auf jährlich rund 3800 Euro geschätzt, die Reinigungskosten innen und außen pro Einsatz auf 4300 Euro.

5 Wann werden die mythischen Plätze und die Ausstellung mit Leben gefüllt? Der zweite Bauabschnitt sieht unter anderem die Ausgestaltung der vier mythischen Plätze und die inhaltliche Bespielung eines Ausstellungsraumes in der Schlucht vor. Dort sollen die Besucher die ganze Geschichte des Schieferfelsens von seiner Entstehung bis zur Rheinromantik erleben können. Das Konzept wird mit dem Bonner Büro projekt 2508 ausgearbeitet.

6 Was passiert mit dem ehemaligen Turner- und Jugendheim? Der VG-Rat hat jetzt einstimmig den Grundsatzbeschluss gefasst, das ehemalige Turner- und Jugendheim zum Eingangsgebäude des Parks mit Gastronomie und Touristinformation umzugestalten. Auch dafür hat das Land im Rahmen des zweiten Bauabschnitts Zuschüsse in Aussicht gestellt. Für die Gastronomie am Park und im ehemaligen Besucherzentrum wird ein Pächter gesucht. Interessenten gibt es bereits.

6 Warum hat man so lange nichts mehr von dem geplanten Hotelbau auf der Loreley gehört? Der Projektentwickler Nidag AG will weiterhin den Hotelbau neben Park mit Blick in südlicher Richtung voranbringen. Dazu gibt es einen städtebaulichen Vertrag zwischen VG und Nidag. Dieser bestimmte Fristen vor, die der Nidag noch genug Zeit lassen, im Laufe des Jahres einen ersten Entwurf vorzustellen, der welterbeverträglich gestaltet sein muss. Dementsprechend wird der Entwurf in einer Fachjury beraten.

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Von unserem Redakteur Andreas Jöckel
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