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    Rhein-Lahn

    Praktika pflastern Weg zum Wunschberuf

    Mit dem Ausbildungsstart beginnt für die Arbeitsagentur stets im Oktober das neue Berufsberatungsjahr: Der nächste Jahrgang an Schulabsolventen rückt in den Blick.

    Von unserer Redakteurin Katrin Maue-Klaeser

    Zur Halbzeit sieht es jetzt ähnlich aus wie Anfang April 2013. Allerdings ist die Zahl der gemeldeten Bewerber im Rhein-Lahn- und Westerwaldkreis um 10 Prozent von 1846 auf 2042 gestiegen, während die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze von 1349 auf 1345 leicht zurückging.

    Das zeigt auch die Anfrage bei einigen größeren Betrieben im Rhein-Lahn-Kreis: Sowohl bei Schaefer Kalk in Diez/Hahnstätten (13 Lehrstellen) und Zschimmer & Schwarz in Lahnstein (9) als auch am Nastättener Standort des Stiftungsklinikums Mittelrhein (20) und bei Eaton Industries in Holzhausen a. d. H. (9) werden in diesem Jahr ebenso viele Auszubildende eingestellt wie 2013.

    Den Widerspruch zum demografischen Wandel, der die Schulentlassjahrgänge nach und nach schrumpfen lässt, erklärt Peter Müller, Leiter der Berufsberatung der für den Rhein-Lahn-Kreis zuständigen Arbeitsagentur in Montabaur: "Unsere Berufsberater stehen in engem Kontakt mit Schülern, Eltern und Lehrern. Unser umfangreicher kostenloser Service wird immer besser angenommen."

    Es suchen also immer mehr junge Leute zunächst nach einem Ausbildungsplatz - und erst, wenn sie etwa in ihrem Wunschberuf nicht fündig werden, wenden sie sich einer weiterführenden Schullaufbahn oder einem Studium zu. Dadurch und weil in vielen Branchen und Betrieben die Bewerbungsverfahren noch in vollem Gange sind, erklärt sich auch die hohe Zahl von 1188 noch unversorgten Lehrstellensuchenden, denen nur noch 745 unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüberstehen.

    Die Festlegung Jugendlicher auf einen bestimmten Berufswunsch sieht Richard Hoover, Geschäftsführer der IHK Montabaur, kritisch: "Viele junge Leute haben nur einen einzigen Beruf im Blick. Mangels Alternative können sie sich, wenn dieser Wunsch scheitert, nicht für eine andere Richtung entscheiden", bedauert er. Wie Peter Müller spricht auch Hoover die Probleme der Betriebe an, geeignete Bewerber zu finden.

    "Noten sind bei Weitem nicht alles", relativiert Hoover zwar die Bedeutung des Schulzeugnisses. Viele Betriebe setzen bei der Entscheidung längst auf Eignungstests, die mehr über die berufsspezifische Qualifikation und die Motivation aussagen. Der goldene Weg zur Wunschausbildung aber sind Praktika. Sie eröffnen nicht nur den Betrieben die Möglichkeit, sich den Kandidaten in der Praxis und im Team anzusehen - auch der Jugendliche kann testen, ob der Beruf und der Betrieb seine Erwartungen erfüllen.

    Alexander Zeitler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Rhein-Lahn, weiß: "Wer sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheidet, liegt mit seinen Noten oft nicht im oberen Drittel." Allerdings sage dies nicht unbedingt etwas aus über Leistungsbereitschaft und -fähigkeit. Auch er empfiehlt jungen Leuten Betriebspraktika, um eventuelle Defizite auf dem Zeugnis mehr als wettzumachen.

    Aussichtsreiche Bewerber, die nicht schon im Betrieb waren, lädt Kai Leininger, Ausbildungsverantwortlicher bei der Eaton Industries GmbH (ehemals Moeller, Anmerkung der Redaktion), sogar aktiv zum Praktikum ein. Auch IHK-Schulpatenschaften bringen dem Unternehmen viele Praktikanten. So ergibt sich ein Pool von Jugendlichen, die für Eaton interessant sind, falls mal ein Kandidat ausfällt. Schulische Defizite fängt der Hersteller von Automatisierungs- und Energieverteilungsanlagen durch Werksunterricht auf. Meist werden bei Eaton, wo noch ein Verfahrensmechaniker-Azubi gesucht wird, Einstellungstests vorgeschaltet.

    Das gilt auch für das Chemieunternehmen Zschimmer & Schwarz und ebenso für Schaefer Kalk: Der Hersteller von Kalkprodukten, der unter anderem Industriemechaniker und Elektroniker ausbildet, testet ebenfalls Qualifikation und Eignung. Insbesondere für den letzteren Ausbildungsberuf ist die Bewerberzahl im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Viertel gesunken. Diesen Rückgang beobachtet auch Leininger: Gab es vor zehn Jahren mehr als 100 Bewerber auf zehn Stellen, waren es diesmal keine 60.

    Die Jugendlichen werden heute in der Schule schon wesentlich praxisorientierter auf die Berufswahl vorbereitet, konstatiert Richard Hoover. Er wünscht sich, dass die jungen Leute zudem von den zahllosen hochwertigen Informationsmöglichkeiten der neuen Medien stärker Gebrauch machen.

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