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VG Loreley

Planung der Kristalle auf dem Loreley-Plateau: Wird der Park auch funkeln?

Trotz einiger Mehraufwendungen liegt der Bau des Kultur- und Landschaftsparks auf dem Loreley-Plateau im geplanten Zeit- und Kostenrahmen. Aber nach wie vor muss eine entscheidende Frage geklärt werden: Werden die vom Wettbewerbssieger aus dem Jahr 2014 entworfenen Kristalle nun verwirklicht oder nicht?

Von der ehemaligen Jugendherberge als Eingangsgebäude (im Hintergrund) führt der direkte Strahlenweg zu einer Felsschlucht, wo früher das Berghotel stand. Dort ist auch ein großer Ausstellungsraum integriert. Ob darauf – wie geplant – auch ein Kristall funkeln wird, ist noch unklar. Foto: Andreas Jöckel
Von der ehemaligen Jugendherberge als Eingangsgebäude (im Hintergrund) führt der direkte Strahlenweg zu einer Felsschlucht, wo früher das Berghotel stand. Dort ist auch ein großer Ausstellungsraum integriert. Ob darauf – wie geplant – auch ein Kristall funkeln wird, ist noch unklar.
Foto: Andreas Jöckel

Es waren unter anderem zwei zentrale Merkmale, die dazu führten, dass der Entwurf des Werkteams-Loreley als Sieger aus einem europäischen Ideenwettbewerb hervorging. Da war zum einen die enge Schlucht durch den Schieferfels als Durchgang zum Hauptaussichtspunkt auf der Felsspitze. Zum anderen sollten fünf Kristalle über dem Park leuchten. Einer als Dach des Ausstellungsraums am Ende des direkten Strahlenwegs, der sich als künstlicher Bestandteil in die Felsschlucht einfügt. Vier weitere auf kleineren Ausstellungsräumen entlang des mäandernden Mythenpfads. Die Anregung dazu lieferte Heinrich Heines Lied von der Loreley, in dem es heißt: „Der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein.“

Mehrere Varianten im Vergleich

Ob und wie der vom Werkteam-Loreley entworfene Kristall auf dem Ausstellungsraum an der Felsschlucht realisiert werden soll, ist noch unklar.
Ob und wie der vom Werkteam-Loreley entworfene Kristall auf dem Ausstellungsraum an der Felsschlucht realisiert werden soll, ist noch unklar.
Foto: Werkteam-Loreley

Ob der Park künftig funkeln wird, ist aber unklar. Das Problem: Die Kosten für die Kristalle waren nicht durch die 5 Millionen Euro Zuschuss vom Bundesbauministerium plus VG-Anteil gedeckt. Sponsoren dafür konnten bislang nicht gefunden werden. Mit großer Mehrheit bei einer Gegenstimme hat der VG-Rat nun die konkrete Planung der Kristalle in Auftrag gegeben. Diese soll im Vergleich aufzeigen, was folgende Varianten kosten würden: alle fünf Kristalle, nur der große Kristall auf dem großen Ausstellungsraum oder gar keine Kristalle und stattdessen eine alternative Dachkonstruktion. Bislang waren die Planer bei den Kristallen von einer Konstruktion aus Glas und Stahl ausgegangen. Dabei standen Kostenschätzungen von mehr als 1 Million Euro für den großen Kristall im Raum. Denkbar wären aber auch andere Materialien. Grundsätzlich wird die VG auf einen Landeszuschuss angewiesen sein.

Auswirkungen auf Ausstellungskonzept

Die Entscheidung für die Dachkonstruktion soll möglichst bald erfolgen. Denn diese wirkt sich auch auf die inhaltliche Gestaltung des Parks zum Mythos Loreley aus. Denn ein Kristall-Dach schafft einen lichtdurchfluteten Ausstellungsraum, ein geschlossenes Dach bedeutet Dunkelheit in dem fensterlosen Raum. Ein Kurator muss diese Verhältnisse kennen, bevor er ein Ausstellungskonzept inklusive Lichttechnik entwickelt. In der Folge kann dann auch die Frage geklärt werden, ob entlang des Mythenpfades tatsächlich weitere geschlossene Räume benötigt werden oder ob an den betreffenden Stellen auch mythische Plätze unter freiem Himmel geschaffen werden können. Entsprechende Versorgungsleitungen beziehungsweise Leerrohre sind für alle Varianten vorhanden.

Mehrkosten liegen noch im Gesamtbudget

Trotz der ungeklärten Fragen liegen alle beauftragten Arbeiten auf der Loreley im Plan. Projektbetreuer Tobias Meurer vom Büro Drees & Sommer gab in der jüngsten Sitzung des VG-Rates einen Überblick zum Stand des Projekts. Demnach werden derzeit die Wege gepflastert, die Felsklamm fertiggestellt und die ersten Aussichtspunkte gestaltet. Außerdem wird die ehemalige Kreisstraße zurückgebaut sowie der Nebenweg (Versorgungsweg) angelegt. Erste Pflanzarbeiten könnten noch in diesem Jahr starten, weitere folgen dann im Frühjahr 2018. In den vergangenen Monaten traten einige Mehrkosten auf, die aber von der freien Finanzspitze im Budget gedeckt werden können. Diese betreffen EDV-Leitungen (62.000 Euro), eine taktile Wegekante für Sehbehinderte mit Stock (39.600 Euro), neue Fahnenmasten (6100 Euro), barrierefreie Erschließung (6100 Euro) und die Anbindung eines Aussichtspunktes am Rheinsteig (7800 Euro). Laut Meurer kann man derzeit davon ausgehen, dass der Park im Herbst 2018 fertiggestellt sein wird und im Frühjahr 2019 feierlich eröffnet werden kann.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

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