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Mittelrhein

Nach erfolgreicher Bewerbung: Mittelrhein diskutiert jetzt über Buga 2029

Andreas Jöckel

Mit einer überwältigenden Mehrheit von 98,4 Prozent hatte die Versammlung des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal im April beschlossen, dass sich die Region für die Ausrichtung einer Buga bewirbt. Jetzt galt es, die Deutsche Bundesgartenschaugesellschaft (DBG) von der Idee zu überzeugen.

Eine vom Zweckverband und der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz organisierte Fahrt an Buga-Schauplätze aus der Machbarkeitsstudie war offenbar sehr überzeugend: Die DBG hat dem Mittelrhein bereits einen Tag danach den Zuschlag erteilt. Allerdings muss sich der Zweckverband jetzt noch für ein Buga-Jahr entscheiden: 2029 oder 2031.

Tour durchs Tal

Vor der offiziellen Übergabe der Bewerbung konnten sich die 13 Vertreter der DBG gemeinsam mit dem Vorstand und der Geschäftsführung des Zweckverbandes sowie Vertretern der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen auf der Bereisung ein eigenes Bild vom Mittelrheintal als Buga-Region machen. Während der Tour wurden die Ideen, Konzepte und Überlegungen aus der Machbarkeitsstudie mit verantwortlichen Bürgermeistern und Hintergrundinformationen des Autorenteams erläutert und veranschaulicht.

Vom Niederwald zur Loreley

Der Fokus lag dabei auf den großen Schwerpunktstandorten für Buga-Ausstellungsflächen und Veranstaltungen abseits der als gesetzt geltenden Festung Ehrenbreitstein als nördliches Eingangstor ins Obere Mittelrheintal in Koblenz. Gestartet war die Gruppe auf dem Jakobsberg bei Boppard. Nach einem kurzen Stopp am Rheinufer in Bacharach mit Infos zum Thema Wassertourismus ging es weiter über Bingen und mit der Fähre hinüber nach Rüdesheim zum Niederwalddenkmal mit dem Ostein'schen Park. Dort sind beim Jagdschloss umfassende Entwicklungsflächen für die Buga vorgesehen.

Vom südlichen Tor ins Welterbe ging es dann auf die Loreley im zentralen Tal, wo die Buga 2029 oder 2031 auf der Freilichtbühne eröffnet werden könnte. Zugleich konnten sich die Gäste dort auf der Baustelle für den Kultur- und Landschaftspark über die aktuelle Weiterentwicklung des Felsplateaus informieren. Schließlich ging es vor dem Abschluss noch ans Lahneck, wo die Stadt Lahnstein das Rheinufer inklusive Verbindung zum Hafenköpfchen entwickeln will. Für die Buga können am Rheinufer Flächen in Lahnstein und Braubach entwickelt werden.

Terminfrage

Nach der erfolgreichen Bewerbung wird das Thema Buga im Mittelrheintal nun aufgrund der neuen Terminfrage bereits munter weiter diskutiert. Keine große Hürde sieht derzeit der Vorstand des Zweckverbandes mit den Landräten Frank Puchtler (Rhein-Lahn), Marlon Bröhr (Rhein-Hunsrück) und dem Welterbedezernenten Karl Ottes (Rheingau-Taunus-Kreis) auf dem Weg zu einer vorgezogenen Buga 2029. Der neue Koblenzer Oberbürgermeister David Langner findet die Idee „prima“. Überrascht hat sie ihn indes nicht. „Wir haben uns ja schon die ganze Zeit darauf gefreut“, sagt er schmunzelnd – gerade auch wegen der positiven Erinnerungen, die man mit der Bundesgartenschau in Koblenz verbindet. Landrat Alexander Saftig (Mayen-Koblenz) weist darauf hin, dass zunächst sauber geprüft werden müsse, ob durch das Vorziehen auf das Jahr 2029 alle Maßnahmen umgesetzt werden können. Man gehe aber derzeit davon aus, dass es grundsätzlich möglich ist.

Schnelle Entscheidungen ermöglichen

Der Idee zur vorgezogenen Buga 2029 verschließen will sich auch der Bürgermeister Werner Groß nicht, der die ersten Buga-Projekte mit Freilichtbühne und Felsplateau in der Verbandsgemeinde Loreley bereits auf einem guten Weg sieht. Entscheidend wird für Groß aber sein, dass man in der Region mit Zweckverband und Buga GmbH eine Konstruktion findet, die für alle Projekte schnelle und rechtssichere Entscheidungen ermöglicht. Andernfalls laufe dem Tal bis 2029 schnell die Zeit davon.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Kommentar: Termin 2029 kann für mehr Schwung sorgen

Andreas Jöckel über die Buga 2029

Für die meisten Akteure im Welterbe Oberes Mittelrheintal steht nun völlig überraschend das Thema Buga 2029 auf der Agenda. Dabei hatte man sich in den vergangenen drei Jahren schon so schön an den Begriff Buga 2031 gewöhnt, der auf den schönen blauen Fahnen prangt, die überall im Tal bereits wehen. Tatsächlich muss man das Angebot der DBG trotz aller Freude über die Zusage zu einer Buga im Welterbe erst einmal sacken lassen.

Und man muss auch auf mahnende Hinweise eines Bürgermeisters wie Werner Groß hören, der gerade aus Erfahrung in einem Planungsverband Loreley weiß, wie lange sich Bauleitplanungen hinziehen können, wenn jede Entscheidung von der Stadt St. Goarshausen, der Ortsgemeinde Bornich und dem Verbandsgemeinderat abgesegnet werden muss.

Pragmatisch betrachtet, kann eine vorgezogene Buga 2029 in kaum mehr als zehn Jahren aber genau dazu beitragen, dass alles unternommen wird, um solche Prozesse künftig zu beschleunigen. 2031 hört sich an, als sei es noch lange hin. Und nichts ist schädlicher für Mittelrheiner als der Glaube, es sei noch Zeit.

Machbarkeitsstudie

Die Ergebnisse der im November 2017 vorgestellten Machbarkeitsstudie wurden in einer 80-seitigen Broschüre zusammengefasst.

Die Studie kann unter  www.buga2031.blog heruntergeladen werden kann.

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