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VG Loreley

Konzept für Mythenpfad und Mythosraum: Ein Fels erzählt die Story der Loreley

Der Loreleyfelsen ist das Zentrum im Welterbe Oberes Mittelrheintal, von dem viele Themen, Mythen und die Historie der Region abstrahlen. Die blonde Schönheit, die Schifffahrern zum Verhängnis wird, ist nur ein Echo davon. Deshalb sollen die Besucher im künftigen Kultur- und Landschaftspark die ganze Geschichte des Schieferfelsens von seiner Entstehung bis zur Rheinromantik erleben können.

Der Fels ist der Star, mit dessen Hilfe den Besuchern künftig alles Wissenswerte über die Loreley vermittelt werden soll. Foto: Andreas Jöckel
Der Fels ist der Star, mit dessen Hilfe den Besuchern künftig alles Wissenswerte über die Loreley vermittelt werden soll.
Foto: Andreas Jöckel

Die Idee dazu, die den „Fels als Star“ in den Mittelpunkt stellt, hatte das Bonner Büro projekt 2508 und überzeugte damit zunächst die Fachjury eines Wettbewerbs, den der Welterbe-Zweckverband im Auftrag der Verbandsgemeinde Loreley ausgeschrieben hatte. Bei nur einer Gegenstimme hat sich jetzt auch der VG-Rat dafür entschieden, das Konzept im Detail von projekt 2508 zum Preis von 258.000 Euro ausarbeiten und umsetzen zu lassen. Damit bewegen sich die Kosten insgesamt voraussichtlich im Gesamtbudget von etwa 1,2 Millionen Euro, die für Konzeption und Realisierung des Ausstellungskonzepts veranschlagt sind, und für die das Land eine 90-prozentige Förderung in Aussicht gestellt hat.

Spaziergang auf dem Mythenpfad als Reise durch die Geschichte

Wie die Gäste künftig bei ihrem Spaziergang über das Loreley-Plateau bis zum Hauptaussichtspunkt auf der Felsspitze durch die Geschichte des Herzstücks im Mittelrheintal reisen sollen, erläuterte Projektleiterin Caroline Kaiser im VG-Rat. Um künftig der typischen Frage „Wo ist denn hier die Loreley?“ vorzubeugen, soll eine deutlich sichtbare Stele aus Schiefer den Beginn des Areals markieren, auf der erste Infos als Steckbrief zusammengefasst sind (Höhe, Alter, Rheinkilometer, etc.).

Felsen als Naturerlebnis und Sprachrohr

Um die weiteren Themenschwerpunkte niedrigschwellig vermitteln zu können, kam den Kuratoren laut Caroline Kaiser die Konzeption der Parkplaner vom Werkteam-Loreley mit vier mythischen Plätzen und einem Ausstellungsraum vor dem schluchtartigen Durchang zur Hauptaussicht sehr entgegen. An allen Punkten soll Storytelling zum Einsatz kommen. Das heißt, die Fakten sollen in interessante Geschichten verpackt und somit emotional vermittelt werden. Sowohl zum naturräumlichen Erlebnis als auch zum Sprachrohr sollen an allen vier Orten unterschiedlich gestaltete und erfühlbare Felsen werden – mal massiv, mal aufgeschnitten, mal als Tor –, an denen Audiospuren abgerufen werden können.

Von der Vorzeit bis ins Internet

Los geht es in einer anderen Zeit: „Vor 400 Millionen Jahren, lange bevor die ersten Menschen die Welt bevölkerten, beginnt unsere Geschichte der Loreley ...“. Wissenschaftlich ausgedrückt geht es hier um die geomorphologische und naturräumliche Entwicklung des Felsens. Auf die zweite Station zur Vor- und Frühgeschichte aus Stein-, Eisen- und Bronzezeit folgt der Platz über die Bedeutung des Namens Loreley und Entstehung der Echomythen. Der vierte mythische Ort unter freiem Himmel soll nicht nur die Erfindung des Namens Loreley in der Rheinromantik vermitteln, sondern als massives Schiefergebilde so gestaltet sein, dass sich die Besucher darauf setzen und selbst zur Loreley werden können. Für Touristiker dürfte dies eine der Stellen werden, an der Fotos über soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram werbewirksam im Internet um die ganze Welt geschickt werden.

Mythosraum offenbart das Geheimnis

Im Ausstellungsraum (Mythosraum) schließlich soll „der Fels seine Geheimnisse offenbaren“. Eine Skulptur als zentrale Installation aus Schiefer soll zeigen, wie er sich öffnet, und ihn als nach oben hin transparent in einzelne Platten aufgefächert zeigen. So geht der Fels quasi in das vom Werkteam-Loreley konzipierte und 8,75 Meter hohe „Kristalldach“ aus Glas und Stahl über. „Er transformiert sich von einem Massiv in einzelne Schieferplatten, um dann zu Kristall, also zu einem Mythos zu werden“, beschreibt Kaiser. „Somit wird die gläserne Kuppel zum Inbegriff des Mythos Loreley.“

Auf die Skulptur in der Raummitte können Texte in mehreren Sprachen und Bilder projiziert werden – begleitet von einer Soundinstallation. Um die Skulptur herum sind Ausstellungsstücke, Infowände oder auch Medienstationen sowie weitere Projektionen zur fachlich tiefer gehenden Wissensvermittlung denkbar.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Das Team der Ausstellungsmacher

Für die Planung und Realisierung des Kultur- und Landschaftsparks Loreley hatten sich mehrere Ingenieurbüros zum Werkteam-Loreley zusammengeschlossen und 2014 den europaweiten Ideenwettbewerb gewonnen.

Auch für die Erstellung des Ausstellungskonzepts hat eine Fachjury jetzt aus fünf renommierten Bewerbern ein Team ausgewählt, das unter der Federführung des Bonner Büros projekt 2508 zusammenarbeitet:

  • Caroline Kaiser (Projektleiterin, projekt 2508 GmbH)
  • Klaus Hollenbeck (Stellvertretender Projektleiter, Ausstellungsarchitektur, Medientechnik)
  • Sarah von der Heide (Grafikdesign, visuelle Kommunikation, Art Direction)
  • Ruth Biniwersi (Grafikdesign, visuelle Kommunikation, Art Direction) aj

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