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Mittelrhein

Jury wählt Ausstellungskonzept: Inszenierung soll Loreley zum Leben erwecken

Andreas Jöckel

Der Besuch des künftigen Kultur- und Landschaftsparks auf dem Loreley-Plateau soll zu einem Erlebnis werden, das Besuchern über die landschaftliche Schönheit hinaus auch den Mythos Loreley vermittelt. Eine Jury hat nun ein Fachbüro ausgewählt, das ein entsprechendes Ausstellungskonzept weiterentwickeln soll.

Die Struktur des Mythenpfads, der sich durch den Kultur- und Landschaftspark schlängelt, ist auf der Baustelle bereits erkennbar. Dieser führt auch zu vier mythischen Plätzen, die unter freiem Himmel die Entwicklung des Felsens und des Loreley-Mythos vermitteln sollen. Fotos: Andreas Jöckel
Die Struktur des Mythenpfads, der sich durch den Kultur- und Landschaftspark schlängelt, ist auf der Baustelle bereits erkennbar. Dieser führt auch zu vier mythischen Plätzen, die unter freiem Himmel die Entwicklung des Felsens und des Loreley-Mythos vermitteln sollen. Fotos: Andreas Jöckel
Foto: aj

Die Planer vom Werkteam-Loreley haben für den Besucher zwei Möglichkeiten geschaffen, zur Felsspitze zu gelangen: Für Eilige über einen direkten Strahlenweg, für den Kulturgenuss über einen verschlungenen Mythenpfad, der nicht nur an Wiesen mit heimischen Gräsern zu weiteren Aussichtspunkten führt, sondern auch zu vier mythischen Plätzen. Beide Wege treffen sich an einer künstlichen Felsschlucht als Durchgang zum Hauptaussichtspunkt, in der ein Ausstellungsraum (Mythosraum) untergebracht ist. Diese Grundstruktur des Parks ist Bestandteil des ersten Bauabschnitts, der von Bund und Land gefördert wurde, und im Frühjahr 2019 eröffnet werden soll.

Das Ausstellungskonzept und dessen Umsetzung ist mit einem Kostenansatz von 1,2 Millionen Euro Bestandteil des zweiten Bauabschnitts, dessen Förderung Innenminister Roger Lewentz zugesagt hat. An dem Wettbewerbsverfahren (Pitch) unter Federführung des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal hatten sich drei renommierte Agenturen aus Deutschland und der Schweiz beteiligt. Laut Jury war die Auswahl nicht einfach. Denn die Experten in den Bereichen Architektur, Szenografie und Ausstellungsdidaktik hatten allesamt gute Ideen, wie der Mythos Loreley auf dem Plateau vermittelt werden kann.

Alle relevanten Themen werden vermittelt

Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten des Bonner Büros Projekt 2508, das mit dem Architekten Klaus Hollenbeck aus Köln zusammenarbeitet. Deren Konzept stellt den Fels in den Mittelpunkt der Idee. Inhaltlich werden alle relevanten Themen inhaltlich vermittelt. Dazu gehören die geomorphologische Entwicklung, also die formbildenden Prozesse der Erdoberfläche, die zur Entstehung des Felsens führten, genauso wie dessen naturräumliche Entwicklung. Hinzu kommen die Vor- und Frühgeschichte der Loreley, die Bedeutung des Namens Loreley und die Entstehung der Echomythen sowie die Erfindung des Mythos Loreley in der Rheinromantik. Darin eingebunden sind die vier mythischen Orte unter freiem Himmel im Park sowie der Mythosraum in der Schlucht. Laut Jury überzeugte das Konzept aber „letztlich insbesondere durch eine spannende Inszenierung der mythischen Erfahrung des Ortes, die über die reine Wissensvermittlung zum Mythos hinausgeht“.

Kristalldach passt ins Konzept

In der künstlichen Schlucht vor der Felsspitze befindet sich auch ein Ausstellungsraum, der eine kristallförmige Dachkonstruktion erhalten soll.
In der künstlichen Schlucht vor der Felsspitze befindet sich auch ein Ausstellungsraum, der eine kristallförmige Dachkonstruktion erhalten soll.
Foto: aj

Dass die Planer vom Werkteam Loreley von Beginn an mit der Idee eines felskristallförmigen Glasdachs auf dem Mythosraum richtig lagen, wurde nun beim Pitch deutlich. Alle drei eingereichten Konzepte gehen von einem hellen Raum mit nach oben durchsichtigem Dach aus. Auch dieser gläserne Bestandteil des Baukörpers ist im zweiten Bauabschnitt mit geschätzten maximal 1,3 Millionen Euro bereits veranschlagt. Gemäß Siegerkonzept soll in der Mitte des Raumes eine Schieferskulptur geschaffen werden, die neben den Wänden des Raumes als Projektionsfläche mittels Medientechnik genutzt wird: „Die schlank nach oben ragende und sich auflösende Skulptur aus Schieferplatten sticht durch die geöffnete Raumdecke und wird von der umhüllenden Dachkonstruktion in Form eines gläsernen Felsens eingefangen.“

Die konkrete Umsetzung des Ausstellungskonzepts liegt nun in der Hand der Verbandsgemeinde Loreley, die Träger des Projekts Kultur- und Landschaftspark ist. Im VG-Rat wird darüber noch beraten. Der Welterbe-Zweckverband hat angeboten, die weitere inhaltliche Entwicklung des Konzeptes durch die Experten des Fachbeirats begleiten zu lassen.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

So setzte sich die Jury zusammen

Der Jury zur Auswahl des besten Ausstellungskonzeptes gehörten an:

Zweckverbandsvorsteher Frank Puchtler (Landrat Rhein-Lahn-Kreis), Begoña Hermann (Vizepräsidentin der ADD), Thomas Metz (Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz), Werner Groß (Bürgermeister der VG Loreley), Armin Schaust (VG Loreley), Ursula Knabe (Initiative Baukultur für das Welterbe Oberes Mittelrheintal), Nadya König-Lehrmann (Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal), Prof. Markus Neppl, Prof. Heinz-Dieter Quack, Prof. Ulrike Kirchner, Prof. Guido Spars, Prof. Raimund Stecker (alle Fachbeirat des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal) sowie beratend Stefan Dittrich und Frank Knabe vom Werkteam-Loreley, das 2014 den EU-weiten Wettbewerb zur Gestaltung des Landschaftsparks gewonnen hatte und die Umsetzung betreut. aj

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