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    WeiselJugendliche aus vier Gemeinden üben für den Ernstfall: Jugendwehren arbeiten Hand in Hand

    Wenn schon die Jugendfeuerwehren von Weisel, Bornich, Dörscheid und Sauerthal seit zwei Jahren in einer Jugendfeuerwehrkooperation zusammengeschlossen sind, dann müssen sie auch zusammen üben. Mittlerweile 35 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 16 Jahren stellen sich damit den verschiedenen Ausbildungsgängen, bis sie dann mit 16 in die aktive Wehr übernommen werden können. Und mit wie viel Begeisterung und Pflichtbewusstsein sie bei der Sache waren, das zeigten sie bei ihrer großen zweitägigen Übung am vergangenen Wochenende in Weisel.

    Der sogenannte Monitor ist angeschlossen, „Wasser Marsch“, und eine hohe Fontaine zwischen zwei Gebäuden soll das Übergreifen des Feuers von einem auf das andere Gebäude verhindern.
    Der sogenannte Monitor ist angeschlossen, „Wasser Marsch“, und eine hohe Fontaine zwischen zwei Gebäuden soll das Übergreifen des Feuers von einem auf das andere Gebäude verhindern.
    Foto: Norbert Schmiedel

    Die Jugendfeuerwehrwarte aus Weisel hatten in einem halben Jahr Vorbereitung einen Berufsfeuerwehrtag geplant, der alle Facetten des Feuerwehrdienstes umfasste. Die Jungendwarte wollten damit den Feuerwehrdienst als tägliche Arbeit interessant gestalten und die Kinder und Jugendlichen nicht nur mit den sogenannten Basics beschäftigen. Zu diesen Grundlagen gehören die Grundkenntnisse mit den zur Routine werdenden Handgriffen, etwa beim Auslegen einer Schlauchleitung oder auch beim Aufbau einer Wasserversorgung. Aber auch Gerätekenntnis gehört dazu wie auch die Kommandos an der Einsatzstelle. Denn klare Kommandos lassen keine Missverständnisse oder Rückfragen aufkommen. Alles muss im Ernstfall sehr schnell gehen. Ein Berufsfeuerwehrtag dauert 24 Stunden, so also auch in Weisel, wo das Gerätehaus geräumt und mit Feldbetten ausgestattet wurde. Ganz wichtig war die Verpflegung, für die der Erste Vorsitzende des Fördervereins, Daniel Zimmermann, mit dem Küchenteam um Klemens Pliester sorgte.

    Am Ende der Übung stellt sich die ganze Mannschaft der Jugendfeuerwehrkooperation vor dem Hydroschild, einer fächerförmigen Wasserwand, zum Gruppenfoto auf.
    Am Ende der Übung stellt sich die ganze Mannschaft der Jugendfeuerwehrkooperation vor dem Hydroschild, einer fächerförmigen Wasserwand, zum Gruppenfoto auf.
    Foto: Norbert Schmiedel

    Und auch wenn während der Mahlzeit der Alarm geht, darf es keine Diskussionen geben, wer auf welchem Fahrzeug mitfährt. Das muss vorher geklärt sein, so auch bei dem Berufsfeuerwehrtag, was sich schon bei der ersten Alarmierung bewährte. Einsatzannahme war unklare Rauchentwicklung bei der Bogenschützenanlage in Ransel. Dabei spielten die Orientierungspunkte im Wald und auf der Karte eine wichtige Rolle. Dass vor dem Ausrücken die Fahrzeuge überprüft wurden, war keine Frage mehr. Fehlende Einsatzgeräte können nicht einfach nachgeordert werden.

    Gerade hatten sich einige Einsatzkräfte auf den Liegen eine Pause gegönnt, da erklang die Sirene. Großbrand bei PT Plastik Technologie in Dörscheid. Aufsitzen, abmelden, losfahren. Vor Ort wurde schnell die Lage sondiert, an mehreren Stellen rund um die Fabrikationsgebäude waren Löschangriffe erforderlich, zusätzlich eine Wasserwand durch einen Monitor zwischen den Gebäuden, um einen Überschlag des Feuers zu verhindern. Das ging im Laufschritt: Während die Schläuche ausgerollt wurden, wurden zeitgleich Standrohre auf die Hydranten gesetzt. Die Wasserversorgung stand, Verteiler waren angeschlossen, auch die Pumpe vorn auf dem Löschfahrzeug, „Wasser Marsch“. Die Wassertrupps, die Schlauchtrupps und die Löschtrupps hatten ihre Arbeit gut gemacht. Alles ging reibungslos Hand in Hand. Feuer aus, Wasser Stopp.

    Und auch die Frage, was ein Hydroschild ist, wurde durch die Inbetriebnahme ebenjenes beantwortet. Ein spezielles Strahlrohr versprüht eine senkrechte fächerförmige Wasserwand, die ähnlich der Fontaine des Monitors ein Übergreifen von Feuer auf benachbarte Objekte verhindern soll. Das war ein schöner Hintergrund für das abschließende Gruppenfoto. Ganz trocken blieben die Einsatzkräfte dabei aber nicht.

    War der Samstag noch mit Dienstsport, Outdoorspielen zur Auflockerung und einem Filmabend gefüllt zur Kameradschaftspflege, so gab es am Sonntagvormittag noch vor dem Frühstück einen Alarm: Verkehrsunfall. Das bedeutet technische Hilfeleistung, eventuell Verletzte bergen unter Einsatz von Spreizer oder Schere, oder einfach nur Flüssigkeiten binden. Wie bei der Berufsfeuerwehr kam ein zweiter Einsatz gleichzeitig: Fahrzeugbrand in einer Fahrzeugwaschanlage. Aber die Gesamtübung lautete ja auch „Berufsfeuerwehrtag, ein typischer Tag im Leben eines Berufsfeuerwehrmanns“.

    Von unserem Mitarbeiter Norbert Schmiedel

    Die Verantwortlichen der Jugendfeuerwehrkooperation

    An der umfassenden Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses sind die örtlichen Wehrführer der an der Jugendfeuerwehrkooperation beteiligten Wehren natürlich sehr interessiert.

    So waren aus Sauerthal Guido Gunkel mit Vanessa Diefenbach dabei, aus Bornich Henry Fensterseifer mit Katharina Lenz und aus Dörscheid Oliver Rink mit Christian Kremper. Für Benjamin Kappus aus Weisel war es ein Heimspiel. Die Wehrleitung selbst trat nicht als Übungsbeobachter auf, sie vertraute den Wehrführern und den Jugendwarten. nos

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