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Lahnstein

Jörg Schmitt-Kilians neuer Krimi ist im Entstehen: Die letzte Spur führt nach Lahnstein

Karin Kring

Er ist ganz in Gedanken vertieft, blickt auf den Bildschirm seines Laptops und hat das leckere Stück Apfelkuchen neben sich fast vergessen. Vielleicht hat er auf dem Weg zum Treffpunkt Café Apfelbaum in der Burgstraße etwas entdeckt, eine neue Idee entwickelt, die er unbedingt sofort festhalten muss. Wahrscheinlich sogar! Er hackt auf die Tastatur. Dann aber blickt er auf, lächelt und beginnt zu erzählen. Jörg Schmitt-Kilian ist – unter anderem – erfolgreicher Krimiautor und schreibt an seinem neuesten Buch, einer spannenden Kriminalgeschichte, die zu großen Teilen in Lahnstein spielt. Ein „Lahnstein-Krimi“ also, der pünktlich zum Jubiläumsjahr – 2019 wird 50 Jahre Lahnstein groß gefeiert – erscheinen soll. „Vielleicht auch schon Ende dieses Jahres“, sagt er, denn er ist bereits am „Feinschliff“.

Jörg Schmitt-Kilian ist einmal mehr auf Recherche-Tour in Lahnstein, denn der Kriminalhauptkommissar im Ruhestand, der vielen vor allem durch seine Drogenpräventionsarbeit bekannt ist, will sich vertraut machen mit der Stadt, hat Orte gefunden, an denen sein Krimi spielt, Menschen getroffen, die er als Akteure auftreten lässt. „Da gibt es den alten Bergmannsfriedhof“, sagt er, „oder den Parkplatz Spießborn, an dem eine meiner Figuren zum Joggen geht.“ Trotzdem wird Schmitt-Kilian nicht akribisch die Stadt Lahnstein beschreiben, wie es beispielsweise Jacques Bernsdorf in seinen Eifel-Krimis macht. „Das liegt mir nicht. Ich möchte auch keinen Lahnsteinführer schreiben und jede Kneipe, jede Einzelheit erwähnen.“ Sondern einen hochspannenden Krimi, dessen Handlung weit über Lahnstein hinausgeht.

„Verschwunden – Letzte Spur Lahnstein“, so der Titel des neuen Werkes, hat seinen Anfang im fernen Kanada. „Dort habe ich bei einer Wanderung am Hogsbag Lake, einem ziemlich einsamen Ort, ein Fahndungsplakat gesehen“, erzählt er. Eine junge Frau, die spurlos verschwunden ist. Schmitt-Kilian erkundigt sich bei der kanadischen örtlichen Polizei und erfährt nicht wirklich viel über Madison Scott. „Das war dann aber genau der Punkt, an dem meine Fantasie einsetzte.“ Er entwirft eine Geschichte, einen Kriminalfall aus dem rätselhaften Verschwinden der jungen Frau und entwickelt eine Spur, die nach Lahnstein führt. „Ich habe eigentlich immer ein Stück weit wahre Begebenheiten in meinen Büchern verarbeitet, die ich dann aber weiterentwickele“, schildert er seine Art zu schreiben. Ein Foto, ein Plakat, eine zufällige Begegnung – das sind die Anfangsfäden, aus denen seine Krimis entstehen. Wie bereits bei „Spurenleger“ und „Leichenspuren“, in denen die beiden Kommissare Lena Lieck und Tom Schneider ermitteln, die auch in „Verschwunden“ wieder anzutreffen sein werden. Vor allem auch in Lahnstein, denn dorthin führt die letzte Spur der Kanadierin Madison in Schmitt-Kilians Fantasie.

Doch zurück zur Recherche-Tour. Es geht in den Stadtwald zum Bergmannsfriedhof und zu Maximilians Brauwiesen, wo der Autor feststellt, dass man von dort aus das Schloss Stolzenfels ja gar nicht sehen kann. „Also muss ich die Szene etwas umschreiben!“ Den Kommissar, der auf Stolzenfels blickend über den Mordfall sinniert, vielleicht in den Garten der Rheinkrone setzen? Das könnte passen. Das „Haweköppsche“ wird ein wichtiger Schauplatz des Krimis sein. Wird vielleicht auch der „Bulles“ am Alten Rathaus, der Schmitt-Kilians Neugier weckt, eine Rolle spielen? Vieles soll vorerst noch ein Geheimnis bleiben. Sicher ist aber, dass Lahnsteiner ihre Stadt im neuen Krimi wiederentdecken werden. Vom Rathaus geht's durch die Hochstraße zum Salhofplatz, wo wir – so ein Zufall! – Karl Krämer treffen, der ein „Päuschen“ macht. „Wir kennen uns schon auf Facebook“, sagt Autor Schmitt-Kilian beim herzlichen Händeschütteln. Aber auch jetzt – von Angesicht zu Angesicht – stimmt die Chemie zwischen den beiden auf Anhieb. Sofort verwickeln sie sich in ein langes Gespräch über Krimis, Lahnstein und Gott und die Welt. Und sie verabreden sich zu einem Abend mit anderen bekannten Lahnsteinern für ein Treffen im urigen Winzerhaus, wo am Stammtisch beim Bierchen reichlich Gelegenheit sein wird, um über die mysteriösen Mordfälle in „Verschwunden – Letzte Spur Lahnstein“ zu rätseln.

Über Jörg Schmitt-Kilian und seine Bücher

Der ehemalige Drogenfahnder und Kriminalhauptkommissar hat mehr als 20 Jugendromane, Sachbücher und Krimis geschrieben. Der Autor erlebt immer wieder die Ohnmacht verzweifelter Eltern und die Hilflosigkeit des sozialen Umfeldes, wenn bei Jugendlichen Drogenkonsum vermutet wird oder Jugendliche körperlich attackiert und (zunehmend im Internet) gemobbt werden. Schmitt-Kilians Biografie „Vom Junkie zum Ironman“ über die unglaubliche Lebensgeschichte des Weltspitze-Triathleten Andreas Niedrig war 16 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste und wurde mit Uwe Ochsenknecht verfilmt. „Lauf um dein Leben“ wird bei Schulprojekten eingesetzt und weckt die Leselust an der Buchvorlage. Der Jugendroman „Shit“ basierte auf wahren Begebenheiten und thematisiert nicht nur die Drogenproblematik, sondern auch die Gewalt unter Jugendlichen
In „ 66 Lieblingsplätze Koblenz“ beschreibt Schmitt-Kilian Sehenswerte Orte aus seiner persönlichen Perspektive die der Autor unter anderem mit Thomas Anders und Gabriele zu Sayn-Wittgenstein besucht hat. Seine Krimis „Spurenleger“ und „Leichenspuren“ basieren ebenfalls auf wahren Kriminalfällen. Mit „Verschwunden – Letzte Spur Lahnstein“ setzt er die Reihe jetzt fort. kr

Von unserer Redakteurin
Karin Kring

Bad Ems Lahnstein
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