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VG Loreley

Hochwasser: Konzept soll die Risiken in der VG Loreley mindern

Nach den schweren Unwetterschäden im Mai und im Juni will die Verbandsgemeinde Loreley zukünftig die Risiken von Schäden durch Rhein-Hochwasser und Starkregen in allen Gemeinden mindern. Dazu sollen in den kommenden anderthalb Jahren gemeinsam mit den Bürgern maßgeschneiderte Hochwasserschutzkonzepte entwickelt werden.

Hochwasser: Konzept soll die Risiken in der VG Loreley mindern
Durch Starkregen wurde Bäche in der VG Loreley im Frühjahr nach Starkregen zu reißenden Strömen wie hier bei St. Goarshausen-Wellmich. Zusätzlich sind die Rheingemeinden regelmäßig durch Flusshochwasser bedroht. Jetzt sollen spezielle Maßnahmenkataloge erarbeitet werden, um die Risiken zu mindern.
Foto: Andreas Jöckel – aj

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Einstimmig hat der Verbandsgemeinderat das Ingenieurbüro Roland Boettcher aus Urbar (Verbandsgemeinde Vallendar) mit der Betreuung des Projekts beauftragt. Für die Investitionskosten von 146.200 Euro zur Erstellung des Konzepts, die sich bis 2018 hinzieht, erhält die VG eine 90-prozentige Landesförderung in Höhe von fast 131.600 Euro. Geplant sind dazu unter anderem elf Bürgerversammlungen, bei denen in Form eines Workshops wichtige Anforderungen gesammelt werden sollen. Dazu werden die Städte und Gemeinden teilweise zu Schwerpunktgruppen zusammengefasst (siehe unten). Die Themen der Workshops ergeben sich aus der jeweiligen Lage der Kommune. Da alle Gemeinden potenziell durch Starkregen gefährdet sind, wird dieses Thema in allen Workshops behandelt, das Thema Flusshochwasser hingegen nur in den Rheingemeinden.

Pilotprojekte

Die Einbeziehung der betroffenen Orte und Regionen in den Workshops orientiert sich am "Leitfaden für die Aufstellung von örtlichen Hochwasserschutzkonzepten" des Landes Rheinland-Pfalz. Gemäß diesem Leitfaden gab es bereits entsprechende Pilotprojekte am Mittelrhein (Leutesdorf, Vallendar und Lahnstein), an der Mosel (Kobern-Gondorf) sowie an der Nahe (Bad Münster am Stein).

Workshops und Arbeitsgruppen

Gemäß Leitfaden wird VG-Bürgermeister Werner Groß alle Beteiligten zu einer Bürgerversammlung einladen, bei der die Gefährdungssituation bei Hochwasser genau betrachtet wird. Das schließt auch die Frage mit ein, was bei Extremhochwasser passieren kann, und womit die Betroffenen zu rechnen haben. Die Verwaltung stellt auch von ihrer Seite die bisher vorgesehenen Maßnahmen bei Hochwasser, insbesondere die Gefahrenabwehr, dar. Vor allem sollen aber die Betroffenen zu Wort kommen. Damit alle zum Zuge kommen, können sich die Teilnehmer bei einer Kartenabfrage einbringen. Jede Karte mit Fragen, Problemen und Anmerkungen wird erörtert.

Mit einer Veranstaltung ist es natürlich nicht getan. Deshalb bietet sich die Fortsetzung in speziellen Arbeitsgruppen zu Themen wie Hochwasserschutz im öffentlichen Bereich, Bauvorsorge im privaten Bereich, Hochwasserversicherung, Vorsorge in Gewerbebetrieben oder Notfallkonzepte für Gemeinden an.

Maßnahmenkatalog als Ziel

Ergebnis jedes thematischen Workshops ist eine Liste von Maßnahmen und Zuständigkeiten sowie ein Zeitplan für die Umsetzung. Alle Ergebnisse werden in einem Maßnahmenkatalog zusammengestellt und bei einer Abschlussveranstaltung präsentiert. Begleitet wird der gesamte Prozess von der Wasserwirtschaftsverwaltung und weiteren Behörden.

Schäden sollen schrittweise beseitigt werden

Von dem langfristigen Konzept abgesehen, arbeitet die VG-Verwaltung weiter an der Beseitigung der im Frühjahr entstandenen Unwetterschäden. Am schlimmsten betroffen waren Sauerthal, Kaub, St. Goarshausen-Wellmich, Kamp-Bornhofen und Dahlheim. Laut Bauamtsleiter Ewald Gabel wurden für Sicherungen und vorbereitende Maßnahmen bislang rund 200.000 Euro ausgegeben. Die Betroffenen bittet Gabel um etwas Geduld, da für die sinnvolle Beseitigung aller Schäden möglichst auch die genauen Ursachen ermittelt und entschärft werden sollen. Auch sei zwar vom Land ein "vorgezogener Maßnahmenbeginn" genehmigt worden, zur Umsetzung fehlten jedoch noch zum Teil die konkreten Förderbescheide.

  • Die Projektstruktur: Für die Entwicklung des Hochwasserschutzkonzeptes sollen aus den Städten und Gemeinden in der VG Loreley Schwerpunktgruppen beziehungsweise Einzelschwerpunkte gebildet werden. Diese sind: Braubach und Dachsenhausen; Filsen und Osterspai; Lykershausen, Dahlheim und Prath; Weyer und Nochern; St. Goarshausen; Auel, Lierschied und Patersberg; Reichenberg und Reitzenhain; Bornich, Weisel und Dörscheid; Kaub sowie Sauerthal.

Bad Ems Lahnstein
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