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Hintergrund: Was das Welterbe am Mittelrhein ausmacht

Als „Welterbe-Basics“ bezeichnet die Ausschreibung der beiden Bundesländer zum Managementplan das beigefügte Hintergrundwissen zur Thematik. Darin sind einige Fakten zusammengefasst, die Dr. Birgitta Ringbeck von der Deutschen Unesco-Kommission aufgearbeitet hat.

Die Buga 2031 ist das Zukunftsprojekt im Welterbe, das die einzigartige Region für die kommenden Jahrzehnte voranbringen soll.  Foto: Andreas Jöckel
Die Buga 2031 ist das Zukunftsprojekt im Welterbe, das die einzigartige Region für die kommenden Jahrzehnte voranbringen soll.
Foto: Andreas Jöckel

Demnach geht die Welterbekonvention auf einen Beschluss der Unesco im Jahr 1972 zurück. Damals wurde das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ verabschiedet. Leitidee der Konvention ist laut Präambel die „Erwägung, dass Teile des Kultur- oder Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen“.

Außergewöhnlicher universeller Wert

Mittlerweile stehen mehr als 1000 Kultur- und Naturerbestätten in 167 Staaten auf der Unesco-Welterbeliste. Das Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal wurde am 27. Juni 2002 in diese Liste aufgenommen. Zum sogenannten „außergewöhnlichen universellen Wert“, den ein Welterbe im Sinne der Unesco-Konvention ausmacht, wird Folgendes erklärt: „Die ausgedehnte Welterbestätte beinhaltet in ihren Grenzen alle Hauptwerte – die geologische Landschaft, die 60 Städte und Siedlungen, die 40 Schlösser und Burgen, die Weinbergsterrassen, die diesen reichen und malerischen Abschnitt des Rheintals ausmachen, und umfasst alle Hauptansichten, die Schriftsteller und Künstler inspiriert haben.“

Zur Authentizität bis heute wird außerdem erläutert: „Dank des relativ geringen Spielraums, den die Naturlandschaft des Mittelrheintals der dort ansässigen Bevölkerung gegeben hat, hat sich dieser Abschnitt des Flusses weit weniger verändert als andere.“ Und weiter: „... aber auch dank zahlreicher früher Initiativen zu Landschafts- und Denkmalschutz hat sich die Landschaft weitgehend unberührt erhalten.“ Ausdrücklich kritisiert wird der Lärm auf den Schienenstrecken, der zur Verlärmung des Rheintals beiträgt: „Diese Belastung muss gemildert werden.“

Chance und Verpflichtung zugleich

Die Aufnahme in die Welterbeliste ist Chance und Verpflichtung zugleich. Denn der Titel erfährt internationale Beachtung und birgt somit touristisches Potenzial. Im Gegenzug ist der Vertragsstaat verpflichtet, dafür zu sorgen, dass der außergewöhnliche universelle Wert erhalten bleibt. Alle Wiederherstellungs- oder Neubaumaßnahmen, die diesem Wert zuwiderlaufen könnten, müssen mit der Unesco abgestimmt werden. Andernfalls könnte dies zur Aberkennung des Titels führen.

Regierungsbeauftragter und Zweckverband

In Rheinland-Pfalz ist der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Ulrich Kleemann, Regierungsbeauftragter für das Welterbe Oberes Mittelrheintal. Er ist für die Umsetzung des Managementplans zuständig und bedient sich der entsprechenden SGD-Projektgruppe als Arbeitsebene. Seit 2004 haben sich die beiden Bundesländer sowie die Landkreise und Kommunen im Welterbe-Zweckverband zusammengeschlossen. Dessen Hauptaufgabe ist „das Sichern und Weiterentwickeln der wirtschaftlichen, kulturellen, ökologischen und sozialen Funktionen des Welterbes“. Dazu wurden ein Handlungsprogramm und ein Masterplan erstellt, die in den Managementplan integriert werden sollen. aj

Weitere Infos und die komplette Ausschreibung gibt es unter www.zv-welterbe.de

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