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Rhein-Lahn

"Great Spas of Europe": Bad Ems ist im Rennen um den Welterbetitel

Bad Ems greift nach dem Welterbetitel: Am Donnerstagvormittag wurde in Prag verkündet, welche der insgesamt 16 Städte auf der Liste bleiben, die der Unesco als Sammelbewerbung für die Anerkennung als Welterbe als "Great Spas of Europe" (Großartige Badeorte Europas) eingereicht werden: Bad Ems ist im 11 Partnern im Boot.

Auf der historischen Romantikrunde in Bad Ems wandelt der Spaziergänger auf den Spuren der Kurgäste des 19. Jahrhunderts. Foto: Michaela Cetto
Auf der historischen Romantikrunde in Bad Ems wandelt der Spaziergänger auf den Spuren der Kurgäste des 19. Jahrhunderts.
Foto: Michaela Cetto

Von unserer Redakteurin Michaela Cetto

Zu den Mitbewerbern zählen beeindruckende Namen wie Baden Baden, Bath (England), Vichy (Frankreich) oder Karlsbad (Tschechien). Für den Rhein-Lahn-Kreis wäre nach der Anerkennung des Mittelrheintales und des Limes als Welterbestätten mit der Kurstadt als "Great Spa" das Triple perfekt.

Internationale Expertengruppe hat entschieden

Mehrere Monate hat die von der Unesco beauftragte, internationale Expertengruppe die Bewerbungsunterlagen aller Städte gesichtet und schließlich in der vergangenen Woche bei einem finalen Treffen in Montecatini Entscheidungen getroffen. Nicht alle angegebenen Städte dürfen sich an der Sammelbewerbung beteiligen. Gestrichen wurden Wiesbaden, Bad Homburg, Bad Ischl (Österreich), Bad Luhatschowitz (Tschechien) und Bad Piermont (Frankreich). Mit 10 anderen Kurstädten – Bad Kissingen, Baden-Baden, Spa (Belgien), Vichy, Bath, Montecatini Terme (Italien), Baden (Österreich) sowie den tschechischen Teilnehmern Franzensbad, Marienbad und Karlsbad – geht Bad Ems jetzt ins Rennen und wird auf dem Nominierungsdokument stehen, das voraussichtlich Anfang 2018 beim Welterbezentrum eingereicht wird.

Idee kam aus Karlsbad

Die Idee, über Landesgrenzen hinweg mit der europäischen Badekultur des 19. Jahrhunderts eine Nominierung als Weltkulturerbe auf den Weg zu bringen, kam 2010 aus Karlsbad. Aus diesem Grund übernahm der Karlsbader Bürgermeister Petr Kulhánek die Federführung des Projekts. Bei den "Great Spas" geht es darum, die einzigartige Bäderkultur des 19. Jahrhunderts nicht nur abzubilden, sondern auch erlebbar zu machen.

Die mondänen, oft kleinen Badeorte entwickelten ein ganz eigenes Stadtbild mit vornehmen Hotels, Villen und einer guten Infrastruktur. Neben der prächtigen Bäderarchitektur zeichneten sie sich auch durch kulturelles Leben, eine tolerante Gesellschaft und ihre internationale Bedeutung aus. Sie waren Treffpunkt für Dichter und Denker, Künstler und Musiker und überwanden nationale, sprachliche, religiöse oder kulturelle Hindernisse früher als die großen Zentren der Zeit. So leisteten sie ihren Beitrag zur Kulturgeschichte Europas des 19. Jahrhunderts – und damit zum kulturellen Erbe der Gegenwart.

Kultur ist Bad Ems erlebbar geblieben

Viele Kurstädte mit Rang und Namen haben dieses "erlebbare" Element im 20. Jahrhundert verloren. Nicht so Bad Ems. Der Kernbereich des möglichen Welterbes, der sich etwa vom Kurhotel bis zum Alten Rathaus erstreckt, ist sehr kompakt. Auf engstem Raum liegen unter anderem 17 Heilquellen, eine der ältesten Spielbanken Deutschlands (Konzession von 1720), das historische Kursaalgebäude sowie die Malbergbahn (1887) als ruhendes technisches Denkmal. Rings um Bad Ems verlaufen zudem historische Spazierwege, gespickt mit Aussichtspunkten, auch sie noch weitgehend erhalten wie im 19. Jahrhundert.

Sehr stark engagiert hat sich im Rahmen des Projekts Hans-Jürgen Sarholz, der als Mitglied des örtlichen Geschichtsvereins sein Herzblut gab und gestern in Prag neben Stadtbürgermeister Berny Abt dabei war: "Für Bad Ems ist das einfach der Hammer", freute sich Abt. "Jetzt müssen sich auch die Bad Emser vor Augen führen, was das bedeutet." Sein Dank gilt auch der Landesregierung, "die uns fabelhaft unterstützt hat."

Bad Ems Lahnstein
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