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VG Nastätten

Freunde der Thomas-Engel-Stiftung: Benefizevents für Waisen in Swasiland

Cordula Sailer

15.000 Euro konnten die Freunde der Thomas-Engel-Stiftung Ende 2017 an ihre Stiftung spenden – so viel wie noch nie zuvor. Seit 2013 sammelt der Förderverein Gelder für die Stiftung, deren größtes Projekt die Aidswaisenhilfe in Swasiland ist. Die zusammengetragene Spendensumme ist inzwischen dreimal so groß wie noch in den Anfangsjahren.

Diese Kinder in Swasiland dürften sich wohl zum ersten Mal auf einem Selfie wiederfinden. Mit dabei ist Jan Menzel, Vorsitzender der Freunde der Thomas-Engel-Stiftung. Er hat selbst eines der Hilfsprojekte der Stiftung im Süden Afrikas besucht.  Fotos: Jan Menzel
Diese Kinder in Swasiland dürften sich wohl zum ersten Mal auf einem Selfie wiederfinden. Mit dabei ist Jan Menzel, Vorsitzender der Freunde der Thomas-Engel-Stiftung. Er hat selbst eines der Hilfsprojekte der Stiftung im Süden Afrikas besucht. Fotos: Jan Menzel
Foto: Jan Menzel

Dafür gibt es mehrere Gründe, wie Jan Menzel, der Vorsitzende des Fördervereins aus Buch, erklärt: „Es liegt an den etablierten Events, es liegt aber auch daran, dass wir einen stetigen Mitgliederzuwachs haben“, sagt der Vereinsvorsitzende. Zudem würden die Freunde der Thomas-Engel-Stiftung immer bekannter in der Region, und mehr Einzelpersonen würden für den guten Zweck spenden. Aber auch Spenden lokaler Vereine oder Geschäftsleute waren 2017 eingegangen.

Die Liste der Veranstaltungen ist lang, die im vergangenen Jahr vom Förderverein zugunsten der Thomas-Engel-Stiftung auf die Beine gestellt wurden. Einen festen Platz im Kalender des Vereins hat beispielsweise sein jährliches Benefizkonzert sowie ein Tag des offenen Gartens. Außerdem haben sich die Freunde der Thomas-Engel-Stiftung mit dem Porsche-Club Mittelrhein zusammengetan. Dessen Klubausfahrt endete in Nastätten. Um die Bewirtung am Ziel kümmerte sich dann der Förderverein.

Neue Ideen, wie sie für sich und die Stiftung werben können, haben die Vereinsmitglieder auch für dieses Jahr: „Das Erste, was anstehen wird, ist ein Neujahrsevent“, sagt Jan Menzel. „Das wird eine Winterwanderung sein.“ Gedacht sei die Tour am 25. Februar vor allem für Mitglieder. Aber auch Interessierte, die sich über die Arbeit des Fördervereins informieren wollen, seien eingeladen. Die genaue Strecke stehe bisher noch nicht fest, aber sollte Schnee liegen, „wollen wir auch richtig schön durch den Schnee stapfen“. Eingekehrt wird am Schluss in der Gaststätte am Miehlener Stausee.

Ebenfalls im Februar oder im März möchte Jan Menzel mit einem Reisebericht- und Bilderabend Einblicke in die Arbeit in Swasiland geben. Denn er selbst hat im November einige der Neighbourhood-Carepoints (NCPs) besucht, welche die Thomas-Engel-Stiftung in Kooperation mit einer anderen Organisation vor Ort betreibt. In diesen NCPs (zu Deutsch Nachbarschaftshäusern) erhalten die Waisen unter anderem eine warme Mahlzeit, Vorschulunterricht und eine medizinische Grundversorgung, erläutert Menzel. „Ich werde selbst erzählen, was ich dort erlebt habe, damit die Leute aus erster Hand wissen, was dort passiert“, so der Fördervereinsvorsitzende.

Am 16. März präsentieren die Freunde der Thomas-Engel-Stiftung dann wieder ihre „Ovationen“, ihr Benefizkonzert im Nastätter Bürgerhaus. „Das ist unser ganz großes Event, das wir jedes Jahr haben“, erklärt Menzel. Bereits vor Gründung des Fördervereins hatte es das Wohltätigkeitskonzert für die Thomas-Engel-Stiftung gegeben, das nun schon zum achten Mal stattfindet. Die auftretenden Musiker verzichten auf ihr Honorar, Unkosten wie Anfahrt und Logis trägt der Förderverein. „Die ersten Jahre mussten wir noch kämpfen, dass wir Karten verkaufen“, erinnert sich Menzel. „Die letzten drei Jahre waren die Karten vier, fünf Tage vorher weg.“

Neu dabei sind diesmal das Bläserquintett „LJO Brass“, dessen Mitglieder gemeinsam Erfahrungen im Landesjugendorchester gesammelt haben, sowie die Musiker von „Stilbruch“. „Die machen einen Mix aus Schlagzeug, Cello und Geige und spielen Melodien von Klassik bis Pop“, erläutert Menzel. Bereits für die Thomas-Engel-Stiftung auf der Bühne standen Gitarrist Florian Brettschneider und Pianist Kenichiro Kojima – sie sind in diesem Jahr wieder zu Gast. Etwas mehr als 200 Karten sind verfügbar, im Vorverkauf kosten sie 19 Euro (erhältlich in der „Urlaubswelt“ und im „Bücherland“ in Nastätten und im Internet auf www.thomas-engel-stiftung.org).

Im Sommer organisieren die Freunde der Thomas-Engel-Stiftung dann ein Open-Air-Konzert im Limeskastell Pohl, zusammen mit dessen Förderverein. „Am 9. Juni haben wir dort eine Veranstaltung mit Sven Garrecht“, erklärt Jan Menzel. Garrecht war im vergangenen Jahr bereits Teilnehmer am Benefizkonzert für die Stiftung und hat Menzel und seinem Team so gut gefallen, dass sie ihn mit seiner Band nun für einen Extraauftritt engagiert haben. „Er macht so eine Art gesungenes Kabarett, etwas Lockeres“, sagt Menzel. Sollte es doch regnen, können Künstler und Besucher in die Räumlichkeiten des Kastells ausweichen.

Voraussichtlich ebenfalls im Juni soll es wieder einen Tag des offenen Gartens geben. Dann gewährt ein Mitglied des Fördervereins Einblick in sein eigenes grünes Kleinod. „Das wird entweder in Buch oder in Miehlen stattfinden“, erläutert der Vorsitzende. Geplant ist ein gemütliches Zusammenkommen für alle, die sich über die Arbeit der Thomas-Engel-Stiftung informieren wollen oder sich gern andere Gärten ansehen, um sich Anregungen zu holen. Dazu werden Kaffee und Kuchen gereicht. Möglichkeit zum Austausch soll auch ein Lichterfest bieten. „Das ist für August oder September geplant“, sagt Jan Menzel. Stattfinden soll es auch wieder im Garten eines Vereinsmitglieds, abends bei schöner Beleuchtung.

Zum Jahresabschluss stellen die Freunde der Thomas-Engel-Stiftung ihre Arbeit dann wie in den Vorjahren auf der Nastätter Weihnachtsstraße vor. Dort werden am Infostand wieder die bunten Pappmaché-Sparschweine verkauft, die viele inzwischen mit dem Förderverein verbinden – sie sind von den Kindern aus dem Swasiland-Hilfsprojekt selbst gebastelt. „Außerdem wird es noch andere Kleinigkeiten aus Swasiland geben“, kündigt Menzel an; auch selbst gemachter Apfelpunsch soll nicht fehlen. „Und für die, die was reinhaben wollen, gibt es noch Apfelschnaps als Schuss.“

Von unserer Redakteurin Cordula Sailer

Besuch in den Nachbarschaftshäusern

Die Thomas-Engel-Stiftung geht auf Ernst Engel, den einstigen Eigentümer der Kapp-Chemie in Miehlen, und seine Frau zurück. Sie gründeten die Stiftung 2009 im Gedenken an ihren Sohn Thomas, der im Jahr davor an Krebs gestorben war. Gemeinsam mit der Hilfsorganisation Young Heroes kümmert sich die Stiftung in Swasiland um ungefähr 3000 Aidswaisen. Denn in dem Königreich im Süden Afrikas leben nach Zahlen von UNAIDS aus dem Jahr 2015 etwa 240.000 von 1,2 Millionen Menschen mit HIV, wie die Stiftung in einem ihrer Flyer erklärt. 80.000 Kinder bis zum Alter von 15 Jahren haben ein oder beide Elternteile verloren – meist sind sie an Aids gestorben. Solche Kinder betreut die Thomas-Engel-Stiftung mit ihrem Partner vor Ort in 100 sogenannten Neighbourhood-Carepoints (NCPs) – übersetzt Nachbarschaftshäusern. „Wir sind im südlichsten und gleichzeitig ärmsten Distrikt im Land tätig, in Shiselweni“, erklärt Jan Menzel, der Vorsitzende des Fördervereins der Stiftung.

Die Kinder bekommen eine warme Mahlzeit, Vorschulunterricht und eine medizinische Grundversorgung. Erst im November war Menzel selbst mit einer kleinen Gruppe um Stiftungsgründer Ernst Engel in Afrika. Dort hat er einige der Nachbarschaftshäuser besucht. Sein Eindruck: „Diese NCPs sind ganz unterschiedlich vom Entwicklungsstand.“ Das betreffe sowohl die Ausstattung als auch die Arbeit, die dort geleistet werde. Denn nicht alle Einheimischen, die sich ehrenamtlich um die Kinder kümmern – Caregivers genannt –, seien auf demselben Wissensstand, wenn es etwa darum gehe, Vorschulwissen zu vermitteln. Für Menzel ist das eine wichtige Aufgabe für die Zukunft: die Nachbarschaftshäuser auf den gleichen Stand zu bringen.

„Diese Caregivers werden auch geschult“, sagt Menzel. Doch das solle künftig noch intensiviert werden. Denn vor Kurzem hat die Thomas-Engel-Stiftung ein neues Büro für seine Mitarbeiter vor Ort eingerichtet, von dem aus die NCPs gut angefahren werden können beziehungsweise umgekehrt. „Da gibt es einen Konferenzraum, wo wir die Caregivers auch besser schulen können“, sagt Menzel. Für die Kinder in den NCPs sei der Kontakt mit ihm, einem Menschen mit anderer Hautfarbe, zunächst ungewohnt gewesen. Doch nach ein paar Selfies mit dem Smartphone, bei denen alle ihren Spaß hatten, so Menzel, war das Eis gebrochen.

„Es ist unheimlich faszinierend, wie fröhlich die Kinder einem trotz ihrer Armut und trotz der Verhältnisse gegenübergetreten sind.“ Doch vor den HIV-Tests, die in den Nachbarschaftshäusern angeboten werden, bestehe in der Bevölkerung noch immer eine gewisse Scham. „Das ist schade, denn wenn man ein Kind in dem Alter testet und es ist HIV-positiv, dann kann man es mit Medikamenten behandeln, sodass die Aidskrankheit so gut wie nie ausbrechen wird“, betont Menzel. Während sich die Arbeit in den NCPs vor allem auf jüngere Kinder konzentriert, unterstützt die Stiftung inzwischen auch 25 Jugendliche in Swasiland bei der Berufsausbildung. Zudem fördert sie auch zwei Projekte in Ecuador und eines in Tansania.

Mehr Informationen gibt es unter www.thomasengel-stiftung.org oder per E-Mail an kontakt@freunde-tes.de bei Jan Menzel. csa

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