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    St. Goarshausen/Dachsenhausen

    Erhan Öztürk aus St. Goarshausen ist bester deutscher Kickboxer

    Erhan Öztürk strahlt Ruhe aus. In jeder seiner Bewegungen liegt die unerschütterliche Gewissheit, dass man sein Glück selbst in der Hand hat. Der 39-jährige Familienvater aus St. Goarshausen hält es fest, sein Glück – seine Familie, seine Freunde, seinen Sport. Seit 24 Jahren trainiert er täglich, rennt, fährt Fahrrad und malträtiert den Boxsack. Es ist der Kampfsport, der seinen Körper stählt und sein Gemüt besänftigt. Vor wenigen Wochen gewann der in Dillenburg seinen fünften deutschen Meistertitel im Kickboxen. Angetreten war er zum wiederholten Mal für die Willems Kampfkunst Akademie (Koblenz) und gewann in seiner Gewichtsklasse bis 90 kg den 1. Platz. Allein in diesem Jahr schnappte er sich als Deutschlands bester Kickboxer den „Pokal“ gleich drei Mal: zwei Mal in der Disziplin Leichtkontakt, einmal im Vollkontakt (K1).

    m Trainingsraum in Dachsenhausen zeigt Erhan Öztürk (rechts), wie ein Trainingskampf in etwa aussieht. Bevor aber gekämpft wird, ist Aufwärmen angesagt. Das heißt vor allem: Dehnen!  Foto: Michaela Cetto
    m Trainingsraum in Dachsenhausen zeigt Erhan Öztürk (rechts), wie ein Trainingskampf in etwa aussieht. Bevor aber gekämpft wird, ist Aufwärmen angesagt. Das heißt vor allem: Dehnen!
    Foto: Michaela Cetto

    Während im Leichtkontakt Treffer und Punkte gezählt werden, ist die K1 nichts für schwache Nerven. „Vollkontakt kann schon brutal werden“, gesteht er – und lächelt entschuldigend. Wenn Erhan Vollkontakt kämpft, schaut seine Familie lieber nicht zu. Schwer zu glauben, dass der freundliche Typ im Ring die Zähne fletscht. „Da brechen auch schon mal Knochen, werden Gliedmaßen verdreht und fließt Blut.“ Im Gegensatz zu den anderen Kampfstilen wird die Vollkontaktvariante in einem Boxring ausgetragen. Außerdem kann der Kampf nicht nur über Punkte, sondern auch über K.o. gewonnen werden. Entsprechend härter als im Leichtkontakt ist die Gangart. Und wie viele Knochen hat er seinen Gegnern schon zerlegt? „Keinen einzigen“, grinst er. Grundsätzlich kämpfe man ja nicht, um seinen Gegner zu verletzen, sondern um ihn zu besiegen.

    Auch die umfangreiche Schutzkleidung sorgt dafür, dass die Blessuren überschaubar bleiben. Handschuhe, Fuß- und Schienbeinschutz, Kopfschutz, Tiefschutz, Brustschutz bei Frauen und natürlich ein Gebissschutz sind Pflicht. „Das Training gibt einem wahnsinnig viel“, sagt er. „Man kann Dampf ablassen, abschalten vom Alltag, man stärkt die Gesundheit, das Körperbewusstsein und natürlich auch das Selbstbewusstsein.“ Denn die Gewissheit, sich im Notfall selbst verteidigen zu können, gebe Sicherheit. Nicht zuletzt war dies auch ein Grund dafür, warum Erhan Öztürk als Zehnjähriger mit dem Kampfsport, damals Taekwondo, begann. Schon als Jungspund gewann Erhan rheinland-pfälzische Meisterschaften in seinem Sport. Mittlerweile hat er sich durch alle Gürtelfarben gekämpft und hat nach dem schwarzen, dem Meister-Gürtel, bereits den dritten Dan (Meistergrad) erreicht. „Meine Erfahrung und die Freude am Sport möchte ich gern auch anderen weitergeben.“ Deswegen trainiert er seit Oktober Anfänger und Fortgeschrittene ab 15 Jahren in den Trainingsräumen von Markus Schütz in Dachsenhausen (ehemals Schlecker-Markt). In Kürze soll auch ein Training für Kinder angeboten werden. „Sport und Bewegung ist gut für Kinder. Es ist auch eine gute Methode, um sie von ihren Handys und Computerbildschirmen wegzubringen.“

    War’s das dann für ihn mit den großen Zielen? „Nein“, sagt er. Gleich zwei Herausforderungen kommen demnächst auf ihn zu. Die erste ist die Weltmeisterschaft in Hagen vom 20. Bis 22. Oktober, an der er teilnehmen wird. Er nimmt’s locker. „Ich hab‘ nichts zu verlieren.“ Die zweite große Herausforderung ist die Geburt seines dritten Kindes. Und dabei kann er sowieso nur gewinnen.

    Von unserer Redakteurin Michaela Cetto

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