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VG Loreley

Entwurf für die Loreley: Gläserner Fels nimmt langsam Gestalt an

Andreas Jöckel

Der gläserne Fels im Kultur- und Landschaftspark auf der Loreley nimmt so langsam konkrete Formen an. Das Unikat soll ein gestalterischer Höhepunkt auf dem Plateau werden. Die Planer vom Werkteam-Loreley stellten den Entwurf detailliert im Verbandsgemeinderat vor.

Durch die künstlich geschaffene Schlucht gelangen die Besucher zur Felsspitze der Loreley.  Foto: Andreas Jöckel
Durch die künstlich geschaffene Schlucht gelangen die Besucher zur Felsspitze der Loreley.
Foto: Andreas Jöckel
Mit dem Park soll die Marke Loreley wieder als Symbol für Kultur und Geschichte sowie Kunst und Mythos inszeniert werden. Für vier mythische Plätze und den Ausstellungsraum in der künstlichen Felsschlucht als fünftes Element wird derzeit ein Ausstellungskonzept ausgearbeitet. Als Markenzeichen soll ein kristallförmiges Dach als gläserner Fels den Ausstellungsraum zieren.

"Schwarze Wanne"

Die Unterlagerung wurde im Kellerbereich des ehemaligen Berghotels als Stahlbetonkonstruktion („Schwarze Wanne“) errichtet, die mit Schiefermaterial und Erdreich überlagert wird. Sie ist 20 Meter lang, 12 Meter breit und 4,5 Meter hoch. Für den gläsernen Fels als Dach hat sich eine Konstruktion aus Glas und Stahl als wirtschaftlichste herausgestellt. Die Kosten im Rahmen des zweiten Bauabschnitts im Park werden auf rund 1,3 Millionen Euro geschätzt.

Konstruktion trägt sich selbst

In der Schlucht befindet sich ein Ausstellungsraum, der noch provisorisch abgedeckt ist. Foto: Kevag Telekom
In der Schlucht befindet sich ein Ausstellungsraum, der noch provisorisch abgedeckt ist.
Foto: Kevag Telekom
An einer Rundrohrkonstruktion mit speziellen Knotenpunkten wird die Glasoberfläche aus dreieckigen Scheiben zusammengesetzt. So entsteht die monolithische Flächenstruktur, die das Bauwerk als gläsernen Fels erscheinen lässt. Die Konstruktion trägt sich frei. Ohne störende Einbauten ist damit auch der Weg frei für die Idee aus dem Ausstellungskonzept des Bonner Büros Projekt 2508 und des Architekten Klaus Hollenbeck aus Köln: In der Mitte des Raumes soll eine schwebende Schieferskulptur geschaffen werden, die sich nach oben hin öffnet und quasi vom gläsernen Fels eingefangen wird.

Multimediale Bespielung

Eine Illustration zeigt den gläsernen Fels als Dach über dem Ausstellungsraum. Illustration: Werkteam-Loreley
Eine Illustration zeigt den gläsernen Fels als Dach über dem Ausstellungsraum. Illustration: Werkteam-Loreley
Foto: Werkteam-Loreley
Die Skulptur kann zusätzlich zu den Raumwänden auch als Projektionsfläche mittels Medientechnik genutzt werden. Denn das Innenleben soll zu einem Präsentationsraum werden, der diverse Möglichkeiten digitaler Datenübermittlungen und -darstellung zulässt. Die dafür nötigen Leitungswege von der ehemaligen Jugendherberge zu den mythischen Plätzen und der Unterlagerung sind bereits geschaffen, ebenso wie Wasser- und Abwasserleitungen für die sanitären Anlagen im Bereich des Ausstellungsraums.

Klimatisches Konzept

Das klimatische Konzept sieht eine Wärmepumpe vor. Das Bauwerk soll in den Wintermonaten auf circa 15 Grad geheizt werden. Die Temperatur dürfte dann von Besuchern als angenehm empfunden werden, ohne dass sie sich ihrer Mäntel oder Jacken entledigen müssen. In den Sommermonaten ist eine Kühlung durch die Wärmepumpe auf etwa 22 Grad vorgesehen, um einer höheren Aufheizung durch den Glaskörper entgegenzuwirken. Eine entsprechende Raumluftzirkulation soll dafür sorgen, dass aufsteigende Warmluft durch eine Öffnung im Dach entweichen kann.

Betriebskosten

Davon ausgehend werden die Betriebskosten kalkuliert. Bei den Heizkosten im Winter geht das Werkteam-Loreley von rund 2500 Euro im Jahr aus, bei den Kühlkosten im Sommer von knapp 1400 Euro. Für die Reinigung der Glaskonstruktion müssen innen und außen Hubgeräte eingesetzt werden. Bei jährlich drei Putzeinsätzen außen (je 1800 Euro) und einmal innen (2500 Euro) liegen die Reinigungskosten bei rund 7900 Euro.

Mit dem Welterbe im Einklang

8,78 Meter wird der gläserne Felskristall an der obersten Spitze hoch sein. Damit gilt die Konstruktion als welterbeverträglich im Sinne der Unesco. Denn laut Sichtachsenstudie ist das Bauwerk vom Tal aus nicht zu sehen, lediglich von einem Standpunkt aus zu erahnen.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel
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