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Filsen

Eine Ära endet: Berthold Dorweiler hört als Ortschef auf

Fährt man rechts entlang des Mittelrheins, so führt der Weg früher oder später durch die Ortsgemeinde Filsen, eine beschauliche Gemeinschaft von rund 700 Einwohnern an Rheinkilometer 571. In den Blick fällt hier zu allererst eine erstaunlich lange Bank. Sie ist die längste ihrer Art am gesamten Rhein. Ein Alleinstellungsmerkmal, wie Filsen viele solcher besitzt.

Zahlreiche Weggefährten nutzten die Gelegenheit, um sich von dem scheidenden Ortsbürgermeister Berthold Dorweiler, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt, zu verabschieden.
Zahlreiche Weggefährten nutzten die Gelegenheit, um sich von dem scheidenden Ortsbürgermeister Berthold Dorweiler, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt, zu verabschieden.
Foto: privat

Diese Bank ist entstanden aus dem Traum eines Ortsbürgermeisters, der etwas Besonderes schaffen wollte, um seinen Heimatort aus der Masse der Dörfer in Rheinland-Pfalz hervorzuheben. Berthold Dorweiler hat knapp zwei Jahrzehnte lang die Geschicke der Ortsgemeinde geleitet und dabei tiefe Spuren hinterlassen. Entsprechend schwer fällt es zahlreichen Weggefährten, „ihren“ Bürgermeister nach 19 Jahren im Amt aus gesundheitlichen Gründen zu verabschieden und die für Filsen prägende Ära Dorweiler enden zu lassen.

„Berthold Dorweiler hat wirklich für seinen Heimatort gebrannt“, betont Innenminister Roger Lewentz, der Dorweiler in sieben Jahren als Amtskollege und auch danach sowohl beruflich, als auch privat kennen und schätzen gelernt hat. Daher sei es ihm zugleich ein Anliegen gewesen, Dorweiler persönlich zu verabschieden und ihm die Ehrenmünze des Innenminsters von Rheinland-Pfalz zu verleihen. „Berthold hat immer dafür gesorgt, dass Filsen im Gespräch ist, sich weiterentwickelt, und mit einzigartigen Projekten auf sich aufmerksam macht und hat dabei nie den Kontakt zu den Menschen verloren.“

Neben der längsten Bank wurden unter der Leitung von Berthold Dorweiler während der vergangenen Jahre zahlreiche Projekte realisiert, wobei die Eigenleistung der Bürger beispiellos gewesen sei. Unter diesen Projekten sind vor allem die Herrichtung des Rüdiger-Nehberg-Ufers, die Gründung des Jugendrats, die Sanierung der Wachport, die Erschließung des Neubaugebiets und die Neueröffnung des Dorfladens zu nennen. Auch hat Dorweiler über Jahre hinweg für schnelles Internet in Filsen gekämpft und hierbei verschiedenste Lösungswege bemüht. Darüber hinaus hat er sich als Mitglied des Verbandsgemeinderats und später als Beigeordneter der Verbandsgemeinde (VG) Loreley für seine Heimatregion eingesetzt. „Wenn wir heute nach 19 Jahren Berthold Dorweiler aus seinem Amt entlassen, sollten wir eher den Gedanken der Dankbarkeit anstelle der Wehmut hervorheben“, betont der Bürgermeister der VG Loreley, Werner Groß. „Er hat sich stets für seine Heimat aufgeopfert.“

Berthold Dorweiler wird nach 19 Jahren große Fußspuren hinterlassen. Wer in diese treten wird, ist bisher unklar. Bis zum 27. April besteht die Möglichkeit, sich um das Amt des Ortsbürgermeisters von Filsen bei der VG-Verwaltung oder bei Othmar Schneider als ersten Beigeordneten zu melden.

Dass Dorweiler der Abschied von seinem Amt sichtlich schwerfällt, ist offensichtlich. Gerne habe er sich für seine Heimatgemeinde eingesetzt. „Und wenn ich mich im Ort umschaue, denke ich, wir haben dabei vieles erreicht während der letzten Jahre“, resümiert Dorweiler. Sich dabei auf ein persönliches Herzensprojekt festzulegen, fällt ihm schwer. „Die Errichtung der Grillhütte war eine gute Sache, ebenso wichtig war aber auch die Erschließung des Neubaugebiets, um junge Familien im Ort zu halten und dazuzugewinnen.“ Ein besonderes Anliegen war ihm außerdem die Jugendarbeit im Ort.

„Sein Herz hat immer für Filsen geschlagen und er hat alles für den Ort gegeben. Das war einzigartig“, unterstreicht Elke Koch aus Filsen. Aus diesem Grund hat sich der Gemeinderat entschieden, die Fußspuren, die Dorweiler als Bürgermeister hinterlassen hat, auch plastisch-sichtbar zu machen: Der Beigeordnete Markus Daniel überreicht Dorweiler eine goldene Namens-Plakette. Sobald die Dorfplatzumgestaltung, das letzte von Dorweiler angestoßene Projekt, abgeschlossen ist, soll sie eine Bank im Herzen der Ortsgemeinde zieren und dem Ortsbürgermeister a. D. so ein eigener, kleiner Platz gewidmet werden. Theresa Lambrich

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