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    BraubachBuchveröffentlichung: Schoch und Dott stellen Braubachs Geschichte vor

    Schon bei der Vorstellung des ersten Bandes der neuen Braubacher Stadtgeschichte „Zwischen Rebenhügeln und großer Politik“ anlässlich der 1325-Jahr-Feier Braubachs im vergangenen Jahr herrschte großer Bahnhof. Nun ist auch der zweite Band vollendet und in der Tourist-Info in Braubach zum Preis von 25 Euro erhältlich.

    Es ist vollbracht: Klaus Dieter Schoch (links) und Joachim Dott präsentieren den zweiten Band der neueren Braubacher Stadtgeschichte „Zwischen Rebenhügeln und großer Politik“. Auf insgesamt 894 Seiten werden hier die Geschehnisse in der Wein- und Rosenstadt seit 1900 erzählt. Foto: Mira Müller
    Es ist vollbracht: Klaus Dieter Schoch (links) und Joachim Dott präsentieren den zweiten Band der neueren Braubacher Stadtgeschichte „Zwischen Rebenhügeln und großer Politik“. Auf insgesamt 894 Seiten werden hier die Geschehnisse in der Wein- und Rosenstadt seit 1900 erzählt.
    Foto: Mira Müller

    Doch zurück zu den Anfängen: Im Frühjahr 2012 bekam der gebürtige Braubacher Klaus Dieter Schoch, dessen Lebensmittelpunkt mittlerweile in Wesel liegt, einen Anruf von Braubachs Stadtbürgermeister Joachim Müller. Ihm war zu Ohren gekommen, dass Schoch nicht nur ein Faible für Geschichte hat, sondern auch eine besondere Beziehung zu Braubach. Die Anfrage, die Stadtchronik Braubachs fortzuschreiben, beantwortete Schoch mit Ja, „denn ich beschäftige mich gern mit dem 20. Jahrhundert“. Und das schon seit Kindheitstagen, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt. Schon als Konfirmand stöberte er in den Kirchenbüchern Braubachs, im Geschichtsunterricht war er bekannt dafür, jedes historische Ereignis mit der Marksburg in Verbindung zu bringen, und schon früh veröffentlichte er geschichtliche Texte in Zeitungen. Bürgermeister Müller rannte quasi offene Türen bei Schoch ein, der alsbald begann, zu recherchieren, ohne genau zu wissen, wohin dies führt. Denn wie die Ergebnisse später veröffentlicht werden sollten, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

    Schicksalhaft kann man die Begegnung Schochs mit dem Braubacher Joachim Dott anlässlich der Bodo-Ebhardt-Ausstellung im Sommer 2015 in Braubach nennen. „Dort habe ich ihn gefragt, wie er das denn machen will“, erinnert sich Dott. Und im November 2015 stellte Dott mit dem ersten Text, den er von Schoch zugesandt bekommen hatte, seinen Layout-Entwurf vor. Früh war ihm klar, dass es ein quadratisches Buch auf DIN-Basis sein würde. „Ich mag die Form des zur Pfalz orientierten Satzspiegels mit breitem Rand für Bilder und Begleittexte“, erläutert Dott.

    Der zweite Band der Stadtgeschichte behandelt in großem Maße „die braune Zeit in Braubach“, wie auch schon im Inhaltsverzeichnis des ersten Buchs zu erkennen war, das einen Ausblick auf die Themenvielfalt beider Bände gibt.

    Wenn Schoch von der Recherche zu den Inhalten der beiden Bücher spricht, ist seine Leidenschaft zu spüren. Er sprach mit vielen Zeitzeugen, Heimatforschern, und auch das Europäische Burgeninstitut war mit seinem Archiv und der Vermittlung von Kontakten sehr hilfreich. Schoch war es ein Anliegen, nicht eine trockene Chronik mit Daten und Fakten vorzulegen, sondern er wollte „die Geschichte erfahrbar machen anhand einzelner Personen, die exemplarisch für alle stehen, die hier gelebt, gekämpft und vielleicht auch gestorben sind“, erzählt er. Dabei trieb ihn an, wie man in die Anonymität und die fehlenden Fakten Licht hineinbringen kann. Allgemeine Themen übergeordneter Bedeutung hat Schoch auf Braubacher heruntergebrochen. „Bis vor Kurzem war es schwierig, über das Dritte Reich zu schreiben“, sagt Schoch, „aber ich habe ungefragt viele Anrufe und Informationen von der Enkelgeneration beispielsweise von Euthanasieopfern bekommen, die selbst sehr interessiert an der Aufklärung der Geschichte sind.“ Auf rund 300 Seiten gibt es ein Braubacher Kriegstagebuch, auf denen auch der gefallenen und vermissten Soldaten des Zweiten Weltkriegs gedacht wird. Dabei sei es ein Drahtseilakt gewesen, ein Gleichgewicht zu finden zwischen unterhaltsamer Stadtgeschichte, die gleichzeitig wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Mit ausführlichen Fußnoten am Ende jedes Kapitels hat Schoch seine Quellen belegt.

    Dotts Aufgabe wiederum war es, die Texte passend zu illustrieren. Dazu begab er sich auf die Suche gemeinfreier Bilder, aber er durchforstete auch alte Fotobeständen Braubacher Bürger. „Die Fotos waren oft in schlechter Qualität, die ich dann mit Photoshop wieder aufgebessert habe“, erzählt er. Und war mal kein Foto zu finden, griff er auch selbst zu Papier und Stift, um eine Ansicht des Torbogens zur Philippsburg zu zeichnen.

    Mit Stolz halten Klaus Dieter Schoch und Joachim Dott nun „ihr Baby“ in ihren Händen, und ganz nebenbei und vollkommen unerwartet ist im Laufe der Arbeiten zur Stadtgeschichte eine Freundschaft entstanden, und Dott freut sich, dass alles so gut gelaufen ist: „Ich überlege schon, wie wir auch in Zukunft weiter zusammenarbeiten können.“

    Von unserer Reporterin Mira Müller

    "Zwischen Rebenhügeln und großer Politik"

    Ab sofort ist der zweite Band der Braubacher Stadtgeschichte „Zwischen Rebenhügeln und großer Politik – Zur Geschichte der Stadt Braubach am Rhein im 20. Jahrhundert“ mit 552 Seiten erhältlich. Das Buch von Klaus Dieter Schoch (Text) und Joachim Dott (Layout) kann in der Tourist-Info Braubach für 25 Euro erworben werden.

    Das Büro ist von Montag bis Freitag, 9.30 bis 18 Uhr, und Samstag von 9.30 bis 13.30 Uhr geöffnet.

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