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    Bad Ems

    Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren: Nachwuchs löscht und rettet wie die Profis

    Man müsste schon blind sein, um es zu übersehen: Diese Kinder und Jugendlichen sind mit Feuereifer bei der Sache. Da werden in Windeseile Schläuche ausgerollt, aus dem Effeff die Wasserversorgung aufgebaut und Löschangriffe gefahren, dass der Laie nur so staunt.

    In der Alten Bundeswehrschule brennt es! Zum Glück hat die Jugendfeuerwehr die Situation voll im Griff. Während einige Nachwuchs-Brandschützer über das Treppenhaus zum Löschangriff starten, bekämpfen ihre Kameraden das Feuer von der Drehleiter aus.  Fotos: Ulrike Bletzer
    In der Alten Bundeswehrschule brennt es! Zum Glück hat die Jugendfeuerwehr die Situation voll im Griff. Während einige Nachwuchs-Brandschützer über das Treppenhaus zum Löschangriff starten, bekämpfen ihre Kameraden das Feuer von der Drehleiter aus. Fotos: Ulrike Bletzer
    Foto: bletzer

    Insider dürften es längst gemerkt haben: Hier dreht gerade der Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren in der VG Bad Ems seine dritte Runde. Berufsfeuerwehrtag? Wo die Verbandsgemeinde doch ausschließlich über Freiwillige Feuerwehren verfügt? Ja, denn wie VG-Jugendfeuerwehrwart Mario Bröder Sinn und Zweck der Veranstaltung erklärt: „Die Teilnehmer erleben einen kompletten Arbeitstag, wie es ihn eben nur bei der Berufsfeuerwehr gibt.“ Will heißen: Pünktlich morgens um 8 Uhr ist für alle 28 Teilnehmer, die aus den Jugendfeuerwehren Bad Ems, Nievern, Dausenau und Miellen kommen und in bunt zusammengewürfelten Gruppen zusammenarbeiten werden, Dienstantritt in der Bad Emser Feuerwehrwache. Anschließend stehen über den Tag verteilt so grundlegende Dinge wie Feuerwehrtaktik, Fahrzeug- oder Gerätekunde, aber auch der für die körperliche Fitness wichtige Dienstsport auf dem Programm.

    Keine Sorge: Auch der Fahrzeugbrand ist in Windeseile gelöscht.
    Keine Sorge: Auch der Fahrzeugbrand ist in Windeseile gelöscht.
    Foto: bletzer

    Das ist der eine, offizielle Dienstplan. Der andere, inoffizielle enthält die naturgemäß nicht planbaren Einsätze – in einer Hülle und Fülle, wie sie für einen einzigen Tag denn doch etwas ungewöhnlich sind. „Aber die Jugendlichen sollen sich ja nicht langweilen“, sagt der Nieverner Jugendbetreuer Peter Zöller, der für die Einsatzplanung zuständig ist, während Mario Bröder betont: „Die Essens- und Ruhezeiten werden eingehalten, und es bleibt genügend Zeit zur freien Verfügung.“ Schließlich soll es nicht in Stress ausarten. Am wichtigsten ist es, dass die Zehn- bis 16-Jährigen Spaß an der Sache haben – nicht zuletzt erhofft man sich davon, dass sie bei der Stange bleiben und später den Schritt von der Jugend- in die aktive Wehr gehen werden.

    Mit einem Gebäudebrand inklusive Menschenrettung ist der Tag in Nievern gestartet, bevor es per Drehleiter ein weiteres Katastrophenopfer von einem Fachbacher Balkon zu retten gilt. Nur zwei von insgesamt zwölf, teilweise parallel laufenden Szenarien, von denen Peter Zöller sagt, dass sie keiner großen Fantasie bedurften: „Das sind schließlich alles Einsätze, wie sie in der Realität vorkommen.“ Was zweifellos auch auf den Fahrzeugbrand zutrifft, zu dem die Jugendlichen als Nächstes ausrücken: Kaum schlagen Qualm und rosa „Flammen“ aus dem schrottreifen Ford, haben sie die Situation souverän im Griff. „Rückbau der Absicherungsmaßnahmen abgeschlossen“, verkündet Staffelführerin Sarah Schmitz mit Blick auf die Wiederaufhebung der imaginären Straßenabsperrung, dann heißt es auch schon: „Einsatz beendet“. Insgesamt 20 erwachsene Feuerwehrleute betreuen die Kinder und Jugendlichen heute – und schnell gewinnt man den Eindruck, dass ihnen die Veranstaltung bei dem Elan, den der Nachwuchs an den Tag legt, mindestens genauso viel Spaß macht. „Da wird man selbst noch einmal zum Kind“, kommentiert Markus Morsch von der Bad Emser Wehr und erzählt: „Die fragen einem Löcher in den Bauch, wann der nächste Einsatz kommt. Aber das wissen wir bei der aktiven Wehr ja auch nie.“

    Ebenso wenig natürlich, wohin es bei einer Alarmierung geht: So retten die Nachwuchs-Feuerwehrleute in Nievern eine Katze vom Dach, bergen im Emser Bikepark verunglückte Downhill-Fahrer und kümmern sich auf der Insel Oberau um einen Lkw, aus dem umweltschädliche Betriebsstoffe auslaufen. Genauso vielfältig geht es weiter: Während sich der Einsatz in Haus Lindenbach als Fehlalarm entpuppt, geht es bei der Personensuche im Miellener Wald richtig zur Sache, und auch die Erste-Hilfe-Maßnahmen, die es nach einem Verkehrsunfall in Dausenau zu ergreifen gilt, erfordern volle Konzentration. Eine feste Konstante als Einsatzort ist die von Eigentümer Johann Schreiner auch diesmal wieder zur Verfügung gestellte Alte Bundeswehrschule, wo Luis und Dustin von der Drehleiter aus erfolgreich einen Brand im zweiten Obergeschoss bekämpfen, während ihre mit Atemschutzgeräten bewaffneten Kameraden zum Löschangriff über das Treppenhaus starten.

    Klar, die Drehleiter-Nummer habe ihnen bisher am meisten Spaß gemacht, geben die beiden Jungen zu Protokoll. Aber auch sonst sei der Feuerwehrtag einfach cool. Durchweg positive Rückmeldungen, nicht nur zu den Einsätzen selbst, kommen auch von den anderen: So findet es die zehnjährige Celina zum Beispiel gut, dass man im theoretischen Unterricht Dinge lernt, die man später vielleicht mal gut gebrauchen kann, während der gleichaltrige Joshua sich darauf freut, dass die Jugendlichen gemeinsam übernachten werden.

    Noch ist es aber nicht so weit, denn gegen 21 Uhr geht am Miellener Lahnufer plötzlich eine Holzhütte in Flammen auf. In echte, nicht nur, wie sonst üblich, per Nebelmaschine vorgetäuschte Flammen, wohlgemerkt. „Diese Übung ist bei den Kindern natürlich am besten angekommen“, berichte Mario Bröder tags darauf und erzählt auch noch vom allerletzten Einsatz, einem „Dachstuhlbrand“ in der Wagenbauerhalle des Bartholomäusmarktvereins, der die Einsatzkräfte am Sonntag in aller Herrgottsfrühe aus den Federn gescheucht hat. Insgesamt gesehen sei auch dieser dritte Berufsfeuerwehrtag trotz des teils regnerischen Wetters eine runde Sache gewesen, zeigt sich Bröder zufrieden: „2018 wird es, das steht schon fest, einen vierten geben.“

    Von unserer Mitarbeiterin
    Ulrike Bletzer

    Verstärkung gesucht

    Die Jugendfeuerwehren der Verbandsgemeinde Bad Ems freuen sich auf weitere Mitglieder. Mitmachen können Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren.

    Mehr Informationen gibt’s bei den verschiedenen Feuerwehreinheiten und bei VG-Jugendfeuerwehrwart Mario Bröder, E-Mail jugendfeuer wehr-vg-badems@t-online.de

    Bad Ems Lahnstein
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