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Mittelrhein

Beirat "Leiseres Mittelrheintal": Bahn will Lärmschutz im Welterbe ausweiten

Andreas Jöckel

Weitere Millionen Euro für den Lärmschutz verspricht die Deutsche Bahn (DB) für das Welterbe Oberes Mittelrheintal. Darin enthalten sind auch zusätzliche Maßnahmen für weitere Gemeinden, die im bisherigen Paket, das Ende 2016 beschlossen wurde, noch nicht enthalten waren.

Für die schnellere Planung von Lärmschutzwänden hofft das Eisenbahnbundesamt auf die Zustimmung aller Beteiligten.  Foto: Deutsche Bahn
Für die schnellere Planung von Lärmschutzwänden hofft das Eisenbahnbundesamt auf die Zustimmung aller Beteiligten.
Foto: Deutsche Bahn

Das hat DB-Lärmschutzbeauftragter Andreas Gehlhaar bei der jüngsten Sitzung des Beirats „Leiseres Mittelrheintal“ auf der Burg Klopp in Bingen mitgeteilt. Trotz erster Fortschritte gab es auch vereinzelt Kritik an der eher schleppend angelaufenen Umsetzung.

Laut der Finanzierungsvereinbarung von 2016 betragen die Investitionen in weniger Schienenlärm insgesamt 73 Millionen Euro. Hiervon trägt das Bundesverkehrsministerium 53 Millionen Euro und die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen knapp 10 Millionen Euro. Weitere 10 Millionen Euro kommen von der DB für das akustische Schienenschleifen und zusätzliche Aufwendungen der Instandhaltung.

Inzwischen war aber der Grenzwert für zumutbaren Lärm von 60 auf 57 Dezibel gesenkt worden. Deshalb mussten die vorangegangenen Untersuchungen überarbeitet und neue Maßnahmen hinzugefügt werden. Dazu gehört auch eine Lärmschutzwand in Oberwesel vom Bahnhof in Richtung südlicher Ortsausgang sowie weitere Projekte in Bad Salzig und Rhens.

„Die zentrale Botschaft ist, es gibt mehr und neuen Lärmschutz für das Mittelrheintal“, erklärt Gehlhaar, der Lärmschutz auch als aktiven Klimaschutz und damit als Daueraufgabe mit ständig wachsenden Anforderungen bezeichnet: „Die Bahn braucht die Akzeptanz der Menschen, damit wir Güterverkehr von der Straße auf die grüne Schiene verlegen können.“

Gehlhaar gesteht ein, dass es bei der Umsetzung am Mittelrhein bislang auch Verzögerungen gab: „Das liegt teilweise an uns, teilweise aber auch an Genehmigungsbehörden, sodass wir die Schienenstegdämpfer jetzt erst in diesem Herbst einbauen können – mit einer Verzögerung von knapp einem Jahr.“ So soll im Oktober 2018 etwa mit dem Einbau der Schienenstegdämpfer in Kaub begonnen werden. Ebenfalls noch in diesem Jahr sollen Schienenschmieranlagen bei St. Goarshausen und Kestert dafür sorgen, dass es leiser um die Kurven geht.

Bei der Planung der Schallschutzwände wolle das Eisenbahnbundesamt versuchen, eine Einigung mit allen Kommunen und Anliegern zu erzielen, damit ein langwieriges Planfeststellungsverfahren, das sich mindestens zwei Jahre hinziehe, vermieden werde. „Was ich fest zusagen kann ist, dass sie kommen werden“, sagt Gehlhaar. Die zweite wichtige Säule für den Lärmschutzbeauftragten ist, dass die Güterwagen leiser werden. „Bis 2020 soll unsere ganze Cargo-Flotte mit leisen Bremsen ausgestattet sein. Alle Maßnahmen zusammengenommen bedeutet das am Ende eine Halbierung des Schienenlärms.“

Kritiker befürchten, dass die Belastung der Menschen am Mittelrhein langfristig nicht abnimmt, weil mehr Güterverkehr den besseren Lärmschutz wieder aushebeln könnte. Wie steht der Lärmschutzbeauftragte zu einer Alternativtrasse für den Güterverkehr? „Jede Kapazitätsausweitung für die Schiene ist richtig und gut, weil sie schlichtweg das umweltfreundliche Verkehrsmittel ist“, stellt Gehlhaar fest. „Die Entscheidung über die Höherstufung im Bundesverkehrswegeplan trifft aber leider nicht die Deutsche Bahn – da würden wir mit den Bürgerinitiativen sehr schnell zueinander kommen – sondern das Bundesverkehrsministerium. Jede Unterstützung dazu ist uns herzlich willkommen.“

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

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