40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RLZ Bad Ems/Lahnstein
  • » Analyse soll zeigen, ob Nastätten Edeka verkraftet
  • Aus unserem Archiv
    Nastätten

    Analyse soll zeigen, ob Nastätten Edeka verkraftet

    Wie viel großflächigen Einzelhandel verkraften die Stadt Nastätten und ihre Nachbarn? Diese Frage soll eine sogenannte Tragfähigkeitsanalyse beantworten, die die Stadt nun bei einem Kölner Beratungsunternehmen in Auftrag gibt. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

    Die Stadt Nastätten arbeitet derzeit ein Einzelhandelskonzept aus: Neben der Innenstadt sollen die Märkte im Mühlbachbereich zu den sogenannten Versorgungsbereichen gehören. Eine Tragfähigkeitsanalyse soll nun zeigen, ob Stadt und Umland die Ansiedlung eines Edeka-Marktes wirtschaftlich verkraften. Foto:  Cordula Sailer
    Die Stadt Nastätten arbeitet derzeit ein Einzelhandelskonzept aus: Neben der Innenstadt sollen die Märkte im Mühlbachbereich zu den sogenannten Versorgungsbereichen gehören. Eine Tragfähigkeitsanalyse soll nun zeigen, ob Stadt und Umland die Ansiedlung eines Edeka-Marktes wirtschaftlich verkraften.
    Foto: Cordula Sailer

    Durch die rund 8000 Euro teure Analyse soll „eine Übersättigung des Marktes verhindert werden“, erklärt der Beigeordnete Marco Ludwig unserer Zeitung. Sie soll beispielsweise zeigen, ob Nastätten und sein Umland wirtschaftlich einen weiteren Vollsortimenter in Sachen Lebensmittel verkraften können. Denn derzeit befindet sich die Stadt mit zwei Investoren in Verhandlungen um die Ansiedlung eines Edeka-Marktes.

    Auf die Notwendigkeit einer solchen Untersuchung habe die Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald hingewiesen, die den Entwurf der Stadt für das geplante Einzelhandelskonzept unter die Lupe genommen hat. Die Tragfähigkeitsanalyse soll dafür sorgen, dass Vorgaben aus dem Landesentwicklungsprogramm eingehalten werden, erläutert Ludwig.

    Konkret handelt es sich um das „Nichtbeeinträchtigungsverbot“. Vereinfacht ausgedrückt, besagt dieses, „dass die Mittelzentren sich nicht gegenseitig kaputt machen sollen“, so Ludwig. So sind nach Ziel 60 des Entwicklungsprogramms bei der Ansiedlung oder Erweiterung großflächiger Einzelhandelsbetriebe nicht nur die Auswirkungen auf die Stadt selbst, sondern auch auf andere Kommunen und Mittelzentren in der Umgebung zu betrachten. Auch die Kreisverwaltung würde bei der Planung eines großflächigen Marktes wie Edeka eine Tragfähigkeitsanalyse fordern, erläutert Ludwig weiter.

    Zum Entwurf für das geplante Einzelhandelskonzept an sich habe die Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald eine positive Stellungnahme abgegeben. Hinsichtlich der abgesteckten Versorgungsbereiche sowie der Sortimentsliste gebe es keine Bedenken, so Marco Ludwig. Zwar habe die Stellungnahme nur empfehlenden Charakter, doch ein Einvernehmen mit der Behörde sei der Stadt wichtig gewesen.

    Das Konzept soll regeln, in welchen Bereichen der Blaufärberstadt Einzelhandel betrieben werden darf. Dazu werden sogenannte Versorgungsbereiche definiert, in denen die Stadt Einzelhandelsbetriebe erlaubt: In Nastätten sind das die Innenstadt und das Mühlbachgebiet entlang der L 335, wozu etwa das Gebiet „In der Au“ sowie die Discounter Lidl und Aldi gehören. Dazu kommt das Industriegebiet als sogenannter Ergänzungsstandort. Welche Branchen sich in den einzelnen Bereichen ansiedeln dürfen, regelt eine sogenannte Sortimentsliste.

    Ziel ist es, mit dem Einzelhandelskonzept den Stadtkern zu erhalten. Und „es dient letztlich der Prüfung und Beurteilung in der Bauleitplanung und beschleunigt den Prozess“, wie Marco Ludwig bereits im August im Interview mit unserer Zeitung erläuterte. Vorgeschrieben ist ein solches Einzelhandelskonzept ebenfalls in den Zielen des Landesentwicklungsprogramms. Dort heißt es unter Ziel 58: „Die Ansiedlung und Erweiterung von großflächigen Einzelhandelsbetrieben mit innenstadtrelevanten Sortimenten ist nur in (...) Innenstädten und Stadt- sowie Stadtteilzentren zulässig.“ Diese Stadtzentren, „Zentrale Versorgungsbereiche“ genannt, seien in Abstimmung mit der Regionalplanung festzulegen. Um den Entwurf für das Einzelhandelskonzept und dessen Versorgungsbereiche nochmals zu überprüfen, haben die Stadtratsfraktionen Anfang des Monats ein Treffen initiiert, wie Ludwig erklärt. Daran teilgenommen haben Vertreter der Industrie- und Handelskammer und des Gewerbevereins sowie das Planungsbüro, das das Konzept in Zusammenarbeit mit der Stadt erstellt hat.

    Anregungen aus der Gesprächsrunde hätten die Fraktionen größtenteils positiv bewertet. „Es war ein harmonisches und konstruktives Gespräch“, sagt der Beigeordnete. Vor allem zwei Vorschläge seien gemacht worden: den Versorgungsbereichs in der Innenstadt in Richtung Hochstraße auszuweiten sowie im Mühlbachbereich nicht mehr allzu viel zusätzliches Gewerbe zum bestehenden hinzukommen zu lassen. „Die Fraktionen werden jetzt die Ergebnisse mit ihren Chancen und Risiken bewerten“, erklärt Marco Ludwig.

    Welche Änderungen in den bestehenden Entwurf einfließen, darüber entscheidet schließlich der Stadtrat. Ziel sei es, das Einzelhandelskonzept in der Novembersitzung zu beschließen, so Ludwig. Bis dahin soll wohl auch die beauftragte Tragfähigkeitsanalyse vorliegen.

    Von unserer Redakteurin Cordula Sailer

    Bad Ems Lahnstein
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    Regio-Reporterin
    Sabrina Rödder

    Regio-Reporterin

    Sabrina Rödder

    Mail | 0170/6137957

    Anzeige
    Regionalwetter
    Samstag

    2°C - 9°C
    Sonntag

    3°C - 7°C
    Montag

    5°C - 8°C
    Dienstag

    4°C - 9°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    epaper-startseite
    Anzeige