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Lahnstein/München

Überall auf der Welt unterwegs: Reporterinnen für bedeutenden Online-Preis nominiert

Sabrina Rödder

Zwei Frauen und die große weite Welt: Lisa Altmeier und Steffi Fetz haben 2013 „Crowdspondent – Deine Reporter“ gegründet. Mit dem Onlineprojekt gehen sie verschiedenen Themen in Deutschland und überall auf der Welt nach.

Steffi Fetz (links) und die gebürtige Lahnsteinerin Lisa Altmeier sind mit ihrem Onlineprojekt „Crowdspondent – Deine Reporter“ in Deutschland, Brasilien, Griechenland oder auch Japan (Foto) unterwegs. Jetzt sind sie für den Grimme Online Award 2018 nominiert. Foto: privat
Steffi Fetz (links) und die gebürtige Lahnsteinerin Lisa Altmeier sind mit ihrem Onlineprojekt „Crowdspondent – Deine Reporter“ in Deutschland, Brasilien, Griechenland oder auch Japan (Foto) unterwegs. Jetzt sind sie für den Grimme Online Award 2018 nominiert.
Foto: privat

Wie hat sich Brasilien vor der Fußball-WM verändert? Wie geht es Griechenland heute? Wieso haben junge Politiker in Deutschland so schlechte Chancen auf den Bundestag? Leser und Zuschauer der beiden jungen Frauen können ihnen Rechercheideen schicken, damit diese umgesetzt werden. „Wir sind die Korrespondenten der Crowd, also unabhängige sowie persönliche Reporter, und heißen deshalb Crowdspondent“, erklären die beiden 30-Jährigen in einem Video auf ihrer Internetseite.

Mehr zu Crowdspondent im Internet unter www.crowdspondent.de

Mit ihrem Projekt sind die beiden für den Grimme Online Award 2018 nominiert, der seit 2001 qualitativ hochwertige Onlineangebote auszeichnet. Lisa Altmeier wohnt zwar in München, ist aber ein Kind des Rhein-Lahn-Kreises. Gebürtig kommt sie aus Lahnstein. Und ihre ersten journalistischen Schritte hat sie übrigens bei unserer Zeitung gemacht: als Praktikantin und freie Mitarbeiterin in der Redaktion Bad Ems. Steffi Fetz lebt in Stuttgart. Obwohl sich die Jury dieser Tage in einer Sitzung schon beratschlagt und die Projekte bewertet hat, müssen sich die Nominierten bis zur Bekanntgabe der Gewinner und der Preisverleihung noch bis Ende Juni gedulden.

Das Modell der beiden Reporterinnen: Rechercheideen und Finanzierung kommen von der Crowd. Sie fragen ihre Leser und Zuschauer, wo sie als Nächstes hinfahren und was sie dort herausfinden sollen. Auf diese Weise haben sie schon Videoreportagen und Blogbeiträge aus Brasilien, Japan und Griechenland mitgebracht. Finanziert wird das Ganze per Crowd-funding. „Bei uns geht es nicht um Klicks und krasse Überschriften, sondern um hintergründigen Journalismus, der im Team mit euch, den Lesern und Zuschauern, entsteht. Wir berichten über Politik von unten und widmen uns dabei den Themen, die nicht genug beachtet werden“, erklären sie ihre Idee.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)
  • In einem Youtube-Trailer erfahren die Zuschauer mehr über die beiden.

Beide investieren jährlich etwa 30 Prozent ihrer Zeit in Crowdspondent. Lisa Altmeier arbeitet als Journalistin für den Bayrischen Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung, Steffi Fetz beim SWR in der Auslandsredaktion. Texte, Radiobeiträge und Videos, entstanden durch Crowdspondent, verkaufen die jungen Frauen auch an andere Medien weiter – so erschien kürzlich einer ihrer Beiträge zur Flüchtlingssituation auf Lesbos im ZDF.

Beim Grimme Online Award werden in vier Kategorien insgesamt maximal acht Preise vergeben. Lisa Altmeier und Steffi Fetz' Projekt ist neben sechs weiteren für den Grimme Online Award im Bereich Information nominiert. Dieser zeichnet herausragende Beiträge aus, die demonstrieren, wie das Internet oder Apps für aktuelle Formen des Onlinejournalismus und der Informationsvermittlung, für vertiefende Analysen und Reportagen eingesetzt werden können. Neben dem Grimme Online Award im Bereich Information gibt es einen im Bereich Wissen und Bildung, einen in Kultur und Unterhaltung sowie einen im Bereich Spezial. Eine unabhängige Nominierungskommission sowie eine Jury aus Journalisten, Medienwissenschaftlern, Internetexperten und Fachleuten aus Kultur und Bildung bewerten sowohl inhaltliche, funktionale als auch gestalterische Aspekte. Sie orientieren sich bei der Beurteilung an onlinespezifischen Bewertungsmaßstäben.

Dass das Reporterinnenduo für den Award nominiert ist, hat es vor einigen Wochen erfahren. „Das Institut hat mich angerufen und es persönlich mitgeteilt“, erklärt Altmeier und sagt, dass sich Steffi und sie natürlich sehr gefreut haben, aber ebenso überrascht seien. „Die meisten anderen Projekte in unserer Kategorie sind schon eher große Medienhäuser, die über viel mehr Personal und Geld verfügen, als unser kleines Zweierteam. Wir sind eher die Underdogs.“

Von unserer Redakteurin Sabrina Rödder

Grimme Online Award 2018: Voting zum Publikumspreis

Falls Leute für das Onlineprojekt Crowdspondent abstimmen wollen, freuen sich Lisa und Steffi. Nominiert sind die beiden in der Kategorie Information.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

Die Abstimmung ist unter www.grimme-online-award.de/2018/publikumsvoting bis zum 17. Juni, 23.59 Uhr, möglich.

Bad Ems Lahnstein
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