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Rhein-Lahn

17-Jähriger von Strömung erfasst: Baden in der Lahn ist nicht ohne Gefahren

Carlo Rosenkranz

In der glühenden Mittagshitze liegt die Möglichkeit zur Abkühlung vielen Menschen direkt vor Augen: die Lahn. Nicht nur an Campingplätzen oder am Lahnstrand in Fachbach tauchen Einheimische wie Urlauber in den Fluss. Wen die Lust überkommt, sich zu erfrischen, ist in der Wahl der Badestelle offenbar nicht wählerisch. Das aber birgt Gefahren. Ein junger Mann aus dem Blauen Ländchen hat damit kürzlich in Nassau einen Einsatz von Feuerwehr, Polizei und Notfallsanitätern ausgelöst.

Die Lahn ist ein Paradies für Kanufahrer und Freizeitkapitäne. Darin zu schwimmen ist allerdings voller Risiken.  Foto: Thomas Frey/dpa
Die Lahn ist ein Paradies für Kanufahrer und Freizeitkapitäne. Darin zu schwimmen ist allerdings voller Risiken.
Foto: Thomas Frey/dpa

An einem sonnigen Freitagnachmittag Mitte Juli war der 17-Jährige mit zwei Begleiterinnen im selben Alter unterhalb der Nassauer Schleuse und ging in der Lahn baden. Plötzlich wurde der junge Mann schnell abgetrieben und war nicht mehr zu sehen. Die Mädchen wählten den Notruf, worauf die Feuerwehr ein Boot zu Unfallstelle brachte sowie Rettungsdienst und Polizei zu Hilfe eilten. Noch bevor jemand in den Fluss springen musste, kam der 17-Jährige angelaufen und gab Entwarnung. Er war von der Strömung fortgerissen und mehrere Hundert Meter bis hinter die Kläranlage abgetrieben worden. Erst dort konnte er sich ans Ufer retten. Auch wenn die Sache glimpflich ausging: Es gibt gute Gründe, nicht in der Lahn zu baden. Denn im so malerisch aussehenden Fluss lauern einige Gefahren.

Allein der Ekelfaktor sollte eigentlich fast überall ausreichen, um bestenfalls die Füße ins Wasser baumeln zu lassen. Die jüngsten Messergebnisse aus dem Juni zeigen, dass große Teile der Lahn stark mit Fäkalkeimen und Darmbakterien belastet sind. Von Diez bis Dausenau erstrecken sich die Bereiche, in denen die höchste Stufe an Belastung erreicht werde, teilt die Kreisverwaltung Rhein-Lahn auf Anfrage mit. Deutlich besser sei die Wasserqualität bei Fachbach und nahe der Ahler Schleuse. Dennoch rät die Kreisverwaltung generell vom Baden in der Lahn ab. „Die Lahn hat eine Fahrrinne, in der mit Unterströmung zu rechnen ist“, sagt Sprecher Manfred Radermacher. Ein konkretes Badeverbot könnten aber nur die Ordnungsämter der Stadt- und Verbandsgemeindeverwaltungen der Lahnanrainergemeinden erteilen.

Wenn die Lahn augenscheinlich noch so träge ist: Olaf Urban, Vorsitzender des Ortsvereins Nassau der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), warnt vor den Risiken. „Die Lahn ist trügerisch und wird oft unterschätzt“, sagt er. Generell sei das Baden in Flüssen besonders gefährlich. An Schleusen, Wehren und Brückenpfeilern gebe es Strudel von enormer Kraft. Zugleich überschätzten sich viele Schwimmer. Zwar sei die Lahn an vielen Stellen recht flach, dann wiederum gebe es Stellen, die rund fünf Meter tief sind. Auch die stark schwankende Wassertemperatur ist laut Urban eine Gefahr. „Das kalte Wasser kann zu Krämpfen führen“, sagt er. Die Folge: Es wird schwer bis unmöglich, wieder ans Ufer zu kommen.

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

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