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Hamm

Sie sollen für Ordnung im Schulbus sorgen: Ausbildung von Schülern wieder aufgenommen

Sonja Roos

Jonas zuckt kurz, als sich die Bustüren schließen und sein Arm noch dazwischen steckt. Doch der Mechanismus sieht vor, dass nichts passiert, bei einem Hindernis gleiten die beiden Türen geräuschlos wieder auf.

Von links: Jonas Velden, einer der sieben neuen Schulbusbegleiter der IGS Hamm, lässt sich von Fred Henschel (Kreisverkehrswacht) und Werner Eichelhardt (Polizei) erklären, auf was er im Schulbus bei seiner neuen Tätigkeit achten muss.
Von links: Jonas Velden, einer der sieben neuen Schulbusbegleiter der IGS Hamm, lässt sich von Fred Henschel (Kreisverkehrswacht) und Werner Eichelhardt (Polizei) erklären, auf was er im Schulbus bei seiner neuen Tätigkeit achten muss.
Foto: Sonja Roos

Jonas und die anderen sieben Jugendlichen, die in dem Bus sitzen, sollen heute nicht nur alles über das Fahrzeug lernen, sondern auch, wie sie sich im Falle von Problemen oder Krisen zu verhalten haben.

„Ganz wichtig ist, dass ihr begreift, ihr habt eine Aufsichtsfunktion, keine Polizeifunktion“, ermahnt Werner Eichelhardt die Schüler eindringlich. Der Beamte der Altenkirchener Dienststelle ist Verkehrssicherheitsberater der Polizei und ist heute nach Hamm gekommen, um unter anderem zu erläutern, wie die Schüler bei strafrechtlichen Tatbeständen reagieren sollen, etwa bei Sachbeschädigung, Körperverletzung oder Beleidigung. „Es gibt da mehrere Möglichkeiten, erst einmal würdet ihr denjenigen der Schule melden, diese kann dann Maßnahmen ergreifen, einen Tadel aussprechen oder ein Elterngespräch ansetzen“, erklärt Eichelhardt. Je nachdem, was sich der Delinquent hat zuschulden kommen lassen, gibt es auch härtere Maßnahmen, wie der Beamte erläutert, etwa einen befristeten Ausschluss vom Schülertransport. „Im schlimmsten Fall kann es zu einem unbefristeten Ausschluss kommen, das habe ich aber noch nie erlebt“, sagt Fred Henschel, der hier heute seitens der Kreisverkehrswacht die Zügel in der Hand hält.

Schulbusbegleiter ausbilden

Der Kreisverkehrswacht ist es zu verdanken, dass weiterhin Jugendliche zu Schulbusbegleitern ausgebildet werden. Denn im vergangenen Jahr hat die Unfallkasse Rheinland-Pfalz beschlossen, sich aus dem aktiven Teil der Ausbildung zurückzuziehen. Sie hatte zuvor seit Anfang 2000 jährlich etliche Schüler in Kooperation mit der Kreisverwaltung, mit der Polizei und den Schulen zu Busbegleitern ausgebildet.

Fred Henschel betreute diese Ausbildung zunächst beruflich als Verkehrssicherheitskoordinator des Kreises. Seit seiner Pensionierung 2016 jedoch blieb seine Stelle unbesetzt, und es wurden auch seither keine neuen Schulbusbegleiter im Kreis ausgebildet. Das soll sich jetzt wieder ändern. „Die Kreisverkehrswacht möchte da einiges tun im Bereich Jugendarbeit“, so Henschel. Lehrerin Gajane Schachnasarjan von der IGS in Hamm ist die Verkehrsobfrau der Schule und hat die sieben Schüler vorgeschlagen. Dabei ging es nicht nur darum, möglichst viele Linien abzudecken, sondern auch, dass sich die Aspiranten entsprechend im Sozialverhalten positiv hervorgetan haben. Ihr Engagement – „das erste Ehrenamt“, wie Fred Henschel anmerkt – wird auch lobend im Zeugnis erwähnt und hilft vielleicht später mal bei einer Bewerbung. An zwei Tagen lernen Jonas, Alina, Vanessa, Celine, Carl Philip, Juliene und Despina jetzt also nicht nur den Bus in- und auswendig kennen, sondern erfahren auch, wie sie die Schüler am besten einsteigen lassen, dass sie den Bus am besten von hinten nach vorne befüllen, und wie wichtig es ist, nicht auf den Plätzen herumzuhampeln.

Experiment im Bus

Busfahrer Andreas Haas vom Busunternehmen Martin Becker, das so freundlich war, den Bus zu Anschauungszwecken für diesen Morgen zur Verfügung zu stellen, hat da ein ganz anschauliches Experiment für die sieben angehenden Busbegleiter im Gepäck. Er macht einen Bremsversuch. Nur fünf Stundenkilometer schnell ist der Bus, als Haas beherzt in die Bremsen tritt, doch die Schüler müssen sich schon ordentlich festhalten, um auf dem Sitz zu bleiben. „Heftig“, finden die Testpersonen. „Und jetzt stellt euch mal vor, das passiert bei 80 Stundenkilometern.“ Das will lieber keiner der Anwesenden.

Nach der Praxis kommt noch der theoretische Teil, dann werden die frischgebackenen Schulbusbegleiter in ihrer neuen Funktion eingesetzt. Und das ist erst der Anfang. Nach und nach will Henschel an den Schulen im Kreis für weitere Helfer sorgen, damit diese einschreiten, bevor es eskaliert.

Altenkirchen Betzdorf
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