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Biersdorf

Neuer Unterrichtsort in der Natur: In der Daade sind neun Wehre verschwunden

Andreas Neuser

Einmal wieder an einem Bachlauf spielen, das nasse Element genießen und auch einiges über das Gewässer erfahren, das ist in Biersdorf möglich. Die 4. Klassen der Biersdorfer Grundschule und Kinder ab vier Jahren, die die Kita Sonnenstrahl besuchen, können viel in der Natur lernen.

In Höhe des alten Biersdorfer Bahnhofs ist das Wehr in der Daade verschwunden. Das Gewässer kann hier wieder natürlich fließen. Ebenso ist an der Stelle ein Platz entstanden, wo Kinder unter Anleitung das Gewässer erkunden können. Landrat Michael Lieber und Kreisbeigeordneter Günter Knautz schauten sich gestern das Projekt an. Die Kinder der 4a der Grundschule Biersdorf waren mit viel Spaß dabei.  Foto: Andreas Neuser
In Höhe des alten Biersdorfer Bahnhofs ist das Wehr in der Daade verschwunden. Das Gewässer kann hier wieder natürlich fließen. Ebenso ist an der Stelle ein Platz entstanden, wo Kinder unter Anleitung das Gewässer erkunden können. Landrat Michael Lieber und Kreisbeigeordneter Günter Knautz schauten sich gestern das Projekt an. Die Kinder der 4a der Grundschule Biersdorf waren mit viel Spaß dabei.
Foto: Andreas Neuser

Dieser neue Unterrichtsort in der Natur ist entstanden durch den Rückbau von einem Wehr in der Daade im Bereich vom alten Biersdorfer Bahnhof. Ebenso wurde hier eine Stützmauer entfernt. Ziel ist es, dass durch die Renaturierung der Daade das Fließgewässer wieder durchgängig für Fische und weitere Lebewesen im Wasser durchgängig wird. Der Rückbau der Wehre ist eine Auflage der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Neun Wehre sind in der Daade nun renaturiert. Der Kreis hat seine Hausaufgaben gemacht. Denn er ist für Gewässer 2. Ordnung zuständig. Vor zwei Jahren wurde mit dem Rückbau der Wehre begonnen.

Jetzt überzeugten sich Landrat Michael Lieber und Kreisbeigeordneter Günter Knautz sowie Linda Bödger von der Unteren Wasserbehörde von der Renaturierung. Die Umweltingenieurin Susanne Hildebrandt führte gemeinsam mit der Klasse 4a (Lehrerin Bettina Flug) der Grundschule Biersdorf eine Lehrstunde durch. Davon ist Flug so begeistert, dass es für sie sicher nicht die letzte Unterrichtstunde vor Ort gewesen ist.

Die Umweltweiterbildung wird durch die „Aktion Blau Plus“ vom Land gefördert. Zur Freude der Kinder, die hier viel Neues über das Leben am und im Wasser lernen. Leider sei es heute schon oft so, dass Kinder weder einen Wald noch eine Bach entdeckt haben, erzählt Hildebrandt. Wenn sie dann da aber einmal richtig angeleitet werden, dann macht das riesigen Spaß. Wasserläufer, Köcherfliegen und Larven galt es zu entdecken. Auch eine Bachforelle wurde gesichtet. So erfahren die Kinder wie wichtig natürliche Lebensraumbedingungen für die Gewässertiere und auch für die Menschen sind. Was hätte jeder in seiner eigenen Kinderzeit an der Stelle in der Daade getan? Er hätte den Bachlauf angestaut. Doch genau das soll hier nicht passieren. So wurde den Schülern auch verdeutlicht, warum man das Gewässer nicht stauen sollte. Schließlich wurden Wehre in der Daade nicht ohne Grund entfernt. Aber etwas oberhalb der Biersdorfer Mühle bleibt ein Wehr bestehen. Für die Fische wurde ein Aufstieg gebaut. Das Wehr führt zu einem Wassergraben für die Mühle, die unter Denkmalschutz steht. So war der komplette Wehrrückbau hier nicht möglich. Das marode Bauwerk wurde dennoch entfernt. Aber die Stauhöhe zwischen Ober- und Unterwasser bleibt erhalten. Mit 18 Becken wird der Höhenunterschied ausgeglichen.

An der Stelle in der Daade beim alten Bahnhof in Biersdorf habe die Baufirma Klein (Wasserbauspezialist) aus Deesen sehr gute Arbeit geleistet, wurde vor Ort gelobt. Die Daade sieht nun so aus, als würde sie natürlich durchs Tal fließen. In früheren Jahren hatten die Wehre einen Sinn. Für Mühlen und Hütten wurde hier zum Beispiel das Wasser angestaut.

Von unserem Redakteur Andreas Neuser
Altenkirchen Betzdorf
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