Westerwald

Westerwälder Landwirte protestieren in Berlin: 50 Bauern machen ihrem Ärger Luft

Protestbereit und hartnäckig präsentierten sich die Demonstranten aus dem Westerwald bei der Großkundgebung.  Foto: Markus Mille
Protestbereit und hartnäckig präsentierten sich die Demonstranten aus dem Westerwald bei der Großkundgebung. Foto: Markus Mille

Um ihren Unmut über die landwirtschaftsfeindlichen Sparpläne der Bundesregierung kundzutun, sind auch 50 Bauern aus dem Westerwaldkreis nach Berlin gereist. Dort haben sie zusammen mit anderen an einer Großkundgebung teilgenommen.

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Unter den Tausenden Landwirten aus ganz Deutschland, die am Montag vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen die landwirtschaftsfeindlichen Sparpläne der Bundesregierung demonstrierten, waren auch Westerwälder Bäuerinnen und Bauern. Die geplanten Streichungen von Steuervergünstigungen beim Agrardiesel und der Kfz-Steuer würden die Landwirtschaft in der Mittelgebirgsregion Westerwald ganz massiv treffen, deshalb hatten die Kreisbauernverbände Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis zur Teilnahme an der zentralen Kundgebung des Deutschen Bauernverbandes in Berlin aufgerufen. Mit einem Bus machten sich laut Pressemitteilung der drei Kreisverbände 50 Landwirte auf den Weg zu der Demonstration unter dem Motto „Zu viel ist zu viel!“

Bauern sind ziemlich verärgert

„Die Bundesregierung nimmt den deutschen Landwirten mit den geplanten Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit und setzt die Selbstversorgung unseres Landes aufs Spiel. Das ist verantwortungslos gegenüber den Bauern und den Bürgern“, betonte Matthias Müller, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Westerwald. „Mit unserer Fassungslosigkeit und Wut über das kopflose Handeln der Regierung stehen wir Bauern keineswegs alleine da“, ergänzte Müller.

Aber die Bauern seien ganz besonders von der Bundesregierung herausgefordert worden, da die Pläne regelrecht ein „Sonderopfer Landwirtschaft“ darstellten, das bäuerliche Existenzen kosten würde. Die Wut war auch bei den Teilnehmern in dem Bus nach Berlin spürbar. „Wir Bauern arbeiten jeden Tag hart für die Ernährung unserer Bevölkerung, auch während Corona und im Ukrainekrieg haben wir die Lebensmittelversorgung aufrechterhalten. Wenn die Bewirtschaftung der Flächen nun weiter verteuert wird, ist dies das falsche Signal für eine gesicherte regionale Lebensmittelproduktion, die im europäischen wie weltweiten Wettbewerb steht“, konstatierte Demonstrationsteilnehmer Jens Runkler aus Woldert.

Proteste sollen ab Januar ausgeweitet werden

Josef Schwan, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Altenkirchen, bezeichnete die geplanten Steuerhöhungen für völlig unverständlich. Mit den landwirtschaftlichen Fahrzeugen würden hauptsächlich Felder und Wiesen befahren und nicht etwa öffentliche Straßen, für deren Instandhaltung diese Steuern ja vorgesehen seien. „Es ist darüber hinaus töricht, wenn die Bundesregierung den Sparmaßnahmen das Deckmäntelchen des Klimaschutzes umhängt“, ergänzte Schwan. Zu Verbrennungsmotoren gebe es für schwere landwirtschaftliche Arbeiten derzeit keine Alternativen. Die Landwirte könnten daher nicht auf Maschinen ausweichen, die ohne fossile Energieträger arbeiten.

Volle Rückendeckung gaben die Demonstranten aus dem Westerwald auch der Ankündigung von Bauernpräsident Joachim Rukwied, die Proteste ab dem 8. Januar auszuweiten, wenn die Pläne bis dahin nicht zurückgenommen werden: „Beide Vorschläge müssen vom Tisch, denn Sie sind himmelschreiend ungerecht und schädlich für Deutschland und die Landwirtschaft.“ Einen ersten Vorgeschmack auf mögliche weitere Proteste gab es am Sonntag und Montag bereits bei mehreren regionalen Protestaktionen im Westerwald.