Archivierter Artikel vom 06.02.2018, 11:14 Uhr
Westerburg

Umgedrückte Bäume: Streit um Schadenshöhe entbrannt

Das Urteil war erwartet worden, doch dann wurde die Verhandlung doch noch einmal vertagt. Der Mann, der im vergangenen Jahr in der Gemarkung Girkenroth mit dem Traktor Bäume und Büsche umgedrückt hatte, weil sie offensichtlich mit ihren Ästen und ihrem Blattwerk auf sein Weideland ragten, leugnet sein Vorgehen keinesfalls, er zweifelt aber die gutachterlich festgestellte Schadenshöhe von 4800 Euro an. „Das sehe ich nicht ein, dass ich das Geld zahlen soll“, gibt er sich betont kämpferisch.

Von Michael Wenzel
Ein Mann hatte bei Girkenroth mit einem Frontlader Bäume und Büsche umgedrückt. Noch gibt es keine Einigung über die Schadenshöhe. Foto: Michael Wenzel
Ein Mann hatte bei Girkenroth mit einem Frontlader Bäume und Büsche umgedrückt. Noch gibt es keine Einigung über die Schadenshöhe.
Foto: Michael Wenzel

Mit einem Frontlader soll der Mann, der aktuell am Amtsgericht in Westerburg angeklagt ist, am 28. März 2017 bei Girkenroth ans Werk gegangen sein. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft waren 55 Meter Haselbusch, 15 Meter Schwarzdorn und fünf Weiden von der Aktion betroffen. Eine Absprache über die Maßnahme hatte es mit der Ortsgemeinde Girkenroth zuvor nicht gegeben. Ein Gutachter, der von der Kommune beauftragt wurde, bezifferte den entstandenen Schaden auf rund 4800 Euro.

„Er hat sie zurückgedrückt, Haselnuss und Weiden hingen etwa zwei Meter in den Eigentumsbereich des benachbarten Grundstücks hinein“, räumte der Verteidiger des Angeklagten bereits am ersten Verhandlungstag für seinen Mandanten ein und sprach von „keiner guten Idee“. Die Aktion sei im Rechtssinne nicht in Ordnung gewesen, unterstrich der Rechtsbeistand des Angeklagten am zweiten Verhandlungstag noch einmal und entschuldigte sich im Namen seines Mandanten für dessen Fehlverhalten. „Er hätte den Überwuchs anzeigen und die Ortsgemeinde darum bitten müssen, ihn zu beseitigen. Alle Pflanzen treiben wieder aus, das war bei einem Ortstermin ersichtlich“, stellte der Anwalt klar und betonte, dass sein Klient die Bäume keinesfalls zerstören wollte.

Noch ist in diesem Fall keine konkrete Einigung ersichtlich, aber man sei auf einem guten Weg, so der Verteidiger. Der Angeklagte sei bereit, den vollen Schaden und die Anwaltskosten der Gemeinde zu übernehmen, habe der Anwalt der Gegenseite behauptet, informierte Richter Hans Helmut Strüder. Doch davon kann keine Rede sein. „Wir haben den Schaden nicht anerkannt“, so der Rechtsanwalt des Angeklagten. Die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

Von unserem Redakteur Michael Wenzel