Archivierter Artikel vom 22.06.2022, 11:39 Uhr
Ransbach-Baumbach/Hilgert

Nachfolger für Wolfgang Weik gefunden: Carsten Schmitt wird neuer Pfarrer in Ransbach-Baumbach und Hilgert

Ende des Monats beginnt Carsten Schmitt seinen Dienst in der Evangelischen Kirchengemeinde Ransbach-Baumbach/Hilgert. Für den 36-Jährigen ist das laut Pressemitteilung des Evangelischen Dekanats Westerwald die erste Stelle nach seinem Pfarrvikariat in Rennerod – anders ausgedrückt: die erste Stelle als „richtiger“ Pfarrer.

Carsten Schmitt freut sich auf seine Zeit als Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Ransbach-Baumbach/Hilgert.
Carsten Schmitt freut sich auf seine Zeit als Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Ransbach-Baumbach/Hilgert.
Foto: Peter Bongard

Ein Start, der Zeit braucht, und eine Stelle, in der er sich als Pfarrer entfalten kann, glaubt er. Gerade nach einem Vikariat unter ganz besonderen Voraussetzungen.

Corona hat die beiden zurückliegenden Lehrjahre gründlich durcheinandergewirbelt. „Das Pfarrvikariat war ganz anders als in meiner Vorstellung“, erinnert sich Schmitt. „Vieles fand wegen Corona einfach nicht mehr statt. Zum Beispiel ist Rennerod eigentlich eine Tauf-Hochburg. Aber während der Pandemie gab es kaum Taufen.“ Das Gleiche galt auch für die anderen Kasualien, wie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen im Kirchendeutsch genannt werden. Diejenigen, die stattfanden, hat Carsten Schmitt allerdings so oft wie möglich mitgenommen und genossen. Deshalb waren es trotz aller Einschränkungen zwei gute Jahre, sagt er rückblickend.

Wenn er über seine neue Stelle spricht, wirkt er ein bisschen aufgeregt. „Eigentlich lerne ich erst jetzt, was so ein Pfarramt eigentlich bedeutet“, sagt er. Aber er spürt auch eine große Vorfreude. Denn sein Vorgänger Wolfgang Weik hinterlässt ihm ein gut bestelltes Feld: In den vergangenen Jahren hat sich die Kirchengemeinde in vielen Bereichen neu erfunden und lädt als „Musikkirche“ zu besonders klangvollen Gottesdiensten und kreativen Konzerten ein.

Carsten Schmitt hat ein Herz für Gesang und Gespräche

Carsten Schmitt kommt diese besondere Note entgegen: Der gebürtige Rheinhesse liebt Musik („vor allen Dingen Elektronisches und Metallisches“) und den Gesang. „Noten erinnern mich allerdings an undefinierbare Strickmuster“, scherzt er. „Wenn ich einer Unterhaltung von Musikern zuhöre, ist das für mich ebenso faszinierend wie unverständlich. Das klingt wie höhere Mathematik.“

Für ihn sind Klänge eher Herzenssache. „Ich liebe den liturgischen Gesang. Beim Singen schwingt der ganze Körper. Gebete und Lesungen fühlen sich runder und tiefer an, als wenn ich sie nur spreche.“ Er wünscht sich, dass im Gottesdienst wieder mehr Raum für Gesang sein soll, und träumt davon, in Ransbach-Baumbach/Hilgert irgendwann mal gesungene Morgen- oder Abendgebete zu feiern. „Diese Tageszeitengebete habe ich während des Studiums kennengelernt. Sie kommen aus der Tradition der Mönche und sind einfach schön.“ Überhaupt schlägt sein Herz für den „schönen“ Gottesdienst: für einen, der das Liturgische im besten Sinne feiert. Mit Gesang, Gemeinschaft, Gebet.

Neuer Pfarrer benötigt Zeit zum Entfalten

Was die anderen Wünsche und Pläne für die Musikkirche angeht, ist der neue Pfarrer erst einmal entspannt. „Ich mag es, die Leute zu besuchen, also einfach anzuklopfen und zu fragen, wie’s geht. Das alte, gute Gespräch eben. Auch was die Ökumene angeht. Ich treffe in der nächsten Zeit meine katholischen Kollegen und hoffe, dass die genauso große Lust auf Zusammenarbeit haben wie ich“, sagt er und erzählt von den ökumenischen Gemeinsamkeiten, die es im Kannenbäckerland bereits gibt. „Den ökumenischen Karnevalsgottesdienst finde ich zum Beispiel toll“, sagt er und lächelt. „Ich mag die Meenzer Fassenacht. Ich glaube aber, dass hier eher Alaaf als Helau gerufen wird. Aber auch das bekomme ich noch raus.“

Schließlich muss sich Carsten Schmitt erst einmal zurechtfinden und entfalten. Wie das Aroma eines guten Kaffees. „Es gibt so viel, was ich noch nicht weiß“, meint er. „Jede Gemeinde hat ihr eigenes Gesicht und ihre eigenen Marotten. Am Anfang laufe ich deshalb erstmal mit und lerne. Aber dann werde ich hoffentlich meinen Stil als Pfarrer finden.“ Dass das in Ransbach-Baumbach/Hilgert funktioniert, daran hat Carsten Schmitt keinen Zweifel: „Ich bin hier so toll aufgenommen worden. An den guten Start kann ich also schon mal getrost einen Haken setzen.“ red

Einführung findet in 
Ransbach-Baumbach statt

Der Einführungsgottesdienst von Pfarrer Carsten Schmitt findet am Sonntag, 26. Juni, um 14.30 Uhr in der evangelischen Kirche Ransbach-Baumbach statt.