Westerwaldkreis

Nabu ruft zum Zählen auf: Wie viele Hummeln fliegen denn da im Westerwaldkreis?

In den Ferien gemütlich abhängen – dafür haben Hummeln keine Zeit: Sie arbeiten den Sommer über durch. Denn es gilt auch jetzt, ein kleines Sommervölkchen mit Pollen, Nektar und Wasser zu versorgen und die neuen Hummelköniginnen und -drohnen großzuziehen.

Symbolfoto
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Foto: picture alliance/dpa

Darauf weist der Naturschutzbund (Nabu) Rheinland-Pfalz in einer Pressemitteilung hin. Beim Nabu-Insektensommer stehen Hummeln in diesem Jahr besonders im Fokus: Der Nabu ruft zu einer bundesweiten Zählaktion auf. „Kannst du Hummeln am Hintern erkennen?“, lautet die Entdeckungsfrage 2022 für alle, die erstmals Insekten genauer beobachten und zählen wollen. Von den rund 50 in Mitteleuropa lebenden Hummelarten sind Ackerhummel, Steinhummel und Erdhummel in Deutschland am häufigsten unterwegs. Wer ist wer – das lässt sich an ihren Farben und Mustern gut erkennen. So ist der pelzige Hintern der Ackerhummel gelb-bräunlich, jener der Steinhummel orange-rötlich und der der Erdhummel weiß.

Erfasst werden sollen alle Sechsbeiner, die man im Zählzeitraum vom 5. bis 14. August entdeckt. Beobachten und zählen könne man fast überall, so der Nabu: „Egal ob im eigenen Garten oder im Urlaub bei einer Wanderpause im Wald oder am See – das Beobachtungsgebiet soll aber nicht mehr als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus umfassen.“ Die Teilnehmer der Aktion zählen bis zu eine Stunde lang und melden ihre Ergebnisse per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App Nabu-Insektensommer. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de abrufbar.

Laut Nabu ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen an der Aktion teilnehmen. „Im vergangenen Jahr haben bundesweit fast 13.000 Hobbyforscher mitgemacht. Es ist schön, wenn sich so viele Menschen Zeit für die Natur nehmen. Natürlich hoffen wir in diesem Jahr auf ein ähnlich großes Interesse“, sagt Olaf Strub, Geschäftsführer des Nabu Rheinland-Pfalz. Mithilfe des Nabu-Insektentrainersließen sich die Krabbeltiere ganz einfach erkennen und unterscheiden. Ab Freitag, 5. August, biete der Insektensommer Menschen jedes Alters zehn Tage lang die Möglichkeit, ein spannendes Naturabenteuer zu erleben.

„Durch Beobachten lässt sich die Natur spielerisch entdecken. Das macht auch Kindern großen Spaß und fördert die Artenkenntnis“, so Strub weiter. Die gemeinsame Aktion von Nabu und Landesbund für Vogelschutz sei einzigartig im Zusammenhang mit dem Insektenzählen. Die Daten der Zählaktion werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Der Nabu wertet die Ergebnisse aus und veröffentlicht sie unter www.nabu.de/insektensommer-ergebnisse.

Übrigens: Wer Hummeln während ihrer Arbeitszeit helfen will, sollte seinen Garten oder Balkon möglichst naturnah und blütenreich gestalten. Für ein gutes Angebot an Pollen- und Nektarquellen kann jeder etwas tun. Hummeln nehmen auch gerne Nisthilfen an. Diese lassen sich recht einfach selbst basteln, man kann sie aber auch im Fachhandel kaufen (Foto: dpa).