Archivierter Artikel vom 23.10.2011, 11:49 Uhr
Montabaur

Montabaur profitiert vom neuen Krankenhausverbund

Der Verbund mit dem Katholischen Klinikum in Koblenz macht es möglich: Das Leistungsspektrum am Brüderkrankenhaus in Montabaur wird weiter ausgebaut. Nachdem in diesem Jahr unter anderem bereits die Radiologie komplett modernisiert wurde, laufen derzeit die Bewerbungsgespräche zur Besetzung der Chefarztstelle für Urologie. Im ersten Quartal 2012 soll der neue Mediziner seine Arbeit in der Westerwälder Kreisstadt aufnehmen.

Mitarbeiter, Unterstützer und Freunde des Brüderkrankenhauses in Montabaur feierten den Verbund mit dem Klinikum in Koblenz
Mitarbeiter, Unterstützer und Freunde des Brüderkrankenhauses in Montabaur feierten den Verbund mit dem Klinikum in Koblenz
Foto: Thorsten Ferdinand

Montabaur – Der Verbund mit dem Katholischen Klinikum in Koblenz macht es möglich: Das Leistungsspektrum am Brüderkrankenhaus in Montabaur wird weiter ausgebaut. Nachdem in diesem Jahr unter anderem bereits die Radiologie komplett modernisiert wurde, laufen derzeit die Bewerbungsgespräche zur Besetzung der Chefarztstelle für Urologie. Im ersten Quartal 2012 soll der neue Mediziner seine Arbeit in der Westerwälder Kreisstadt aufnehmen.

Bei einer Feierstunde im Brüderkrankenhaus wurde der Verbund mit dem Marienhof und dem Brüderhaus in Koblenz nun noch einmal offiziell besiegelt. Das Katholische Klinikum Koblenz-Montabaur ist seit Juli ein Krankenhaus mit drei Betriebsstätten. Insgesamt gibt es 655 Planbetten und 13 Fachabteilungen. Durch den Zusammenschluss ist der Standort Montabaur nunmehr ebenfalls zum akademischen Lehrkrankenhaus der Universität Mainz geworden. Auf diesem Weg hofft man, auch junge Ärzte für die Arbeit in der Region begeistern zu können. Denn die Rekrutierung des medizinischen Nachwuchses ist weiterhin ein großes Problem im ländlichen Raum (die WZ berichtete).

Offizieller Sitz der neuen Gesellschaft ist Koblenz. Die Verwaltung hat jedoch Büros an allen drei Standorten. Träger sind die Barmherzigen Brüder Trier und die Krankenpflegegenossenschaft der Schwestern vom Heiligen Geist. Die Angst, ein Verbund des Montabaurer Krankenhauses mit den größeren Kliniken in Koblenz könnte Arbeitsplätze im Westerwald kosten, habe sich bislang als unbegründet erwiesen, hieß es bei der Feierstunde. Es wurde vielmehr noch einmal betont, dass kleine Krankenhäuser im ländlichen Raum alleine auf Dauer kaum überlebensfähig sind. Durch den Verbund mehrerer Kliniken ergeben sich in mehreren Bereichen Synergien, zum Beispiel beim Einkauf oder auch bei Vertretungen im Krankheitsfall. Nicht zuletzt bietet das Gelände in Montabaur im Gegensatz zu den Koblenzer Betriebsstätten noch reichlich Platz für potenzielle bauliche Erweiterungen. „Dies alles wäre ohne die Barmherzigen Brüder Montabaur nicht möglich gewesen“, lobte Bruder Alfons Maria Michels von der Geschäftsführung jetzt in Montabaur. „Es gab keine Ängste, sondern den Mut, etwas für die Zukunft zu entwickeln.“

Dass der Krankenhausverbund bereits in den vergangenen Jahren systemisch gewachsen ist, wurde bei der Vorstellung des medizinischen Leistungsspektrums deutlich. Der Montabaurer Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie, Dr. Thomas Rudy, zum Beispiel war zuvor in Koblenz tätig. Die Abteilungen für Anästhesie von Dr. Malte Silomon und Radiologie von Dr. Sascha Herber bieten ihren Service an allen drei Betriebsstätten an. Unter Führung der Chefärzte Dr. Harald Faust und Dr. Michael Düsseldorf wurde am Brüderkrankenhaus in jüngerer Vergangenheit ein Magen-Darm-Zentrum aufgebaut. Auf die Expertise der Montabaurer Gastroenterologie greift man auch in Koblenz gerne zurück. Umgekehrt können die Westerwälder nun beispielsweise auf die Unterstützung der Abteilungen für Neurologie am Brüderhaus oder auch für Kardiologie am Marienhof bauen. Der Ärztliche Direktor des Verbundkrankenhauses, Dr. Jan Maurer, bietet seine HNO-Heilkunde und Kopfchirurgie in Koblenz und Montabaur an. An allen drei Betriebsstätten ist die medizinische Grundversorgung mit Chirurgie und Innerer gegeben. Die umfassende Darstellung aller Abteilungen des neuen Katholischen Klinikums würde an dieser Stelle allerdings den Rahmen sprengen.

Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand