Archivierter Artikel vom 13.03.2016, 23:36 Uhr
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Kommentar: Große Gewinne der AfD müssen zu denken geben

In den vergangenen fünf Jahren war der Westerwaldkreis mit vier Abgeordneten im rheinland-pfälzischen Landtag vertreten. In den nächsten fünf Jahren werden das in Mainz sogar fünf Wäller sein – wenigstens, wenn man nur die beiden Kernwahlkreise 5 und 6 betrachtet. Aber mit dem neuen Zuschnitt der Wahlkreise hat der Westerwald ohnehin zudem noch mehrere weitere Abgeordnete an Bord, auch wenn die „nur“ über die Verbandsgemeinden Rennerod (Wahlkreis 1) beziehungsweise Höhr-Grenzhausen (Wahlkreis 10) quasi angedockt sind. Auch sie fühlen sich hoffentlich für den Westerwald mitverantwortlich. Aber das gute Abschneiden der traditionellen Parteien bei den Wahlkreisstimmen darf nicht drüber hinwegtäuschen, dass die AfD die große Gewinnerin der Wahl im Westerwald ist. Natürlich hat das mit der Nähe zur Erstaufnahme am Stegskopf zu tun. Aber bestimmt nicht nur, denn weshalb hat denn die Partei dann auch in Orten fernab vom Stegskopf teilweise mehr als 20 Prozent erreicht? Und was wäre geschehen, wenn die Wahlbeteiligung im Kreis nicht auf eine solche Höhe angestiegen wäre? In Orten wie Daubach und Zehnhausen b. W. 82 beziehungsweise 86,3 Prozent ging ja fast jeder wählen. In Daubach hat die AfD auch „nur“ 7,3 Prozent geholt. Wahrscheinlich haben es die etablierten Parteien dort noch geschafft, genügend Wähler für sich zu mobilisieren. Nach der Wahl müssen sich die bisher wichtigen Parteien endlich ernsthaft Gedanken machen, was sie alles falsch machen, dass sie ihre Wähler nicht mehr erreichen. Aber auch die AfD muss jetzt wirklich beweisen, was sie jenseits von Asyldebatte und Flüchtlingslagern wirklich zur Politik beitragen kann.

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