Archivierter Artikel vom 09.04.2021, 06:00 Uhr
Montabaur

Heinrich-Roth-Realschule plus präsentiert neue Mensa: Warum es nicht einfach nur ein Speisesaal ist

Als nach den Osterferien die Schule wieder anfing, war das für die Ganztagsschüler der Heinrich-Roth-Realschule plus in Montabaur ein besonderer Tag. Denn sie konnten zum ersten Mal in ihrer neuen Mensa zu Mittag essen. Derweil plant die Schule bereits ihr nächstes Bauprojekt.

Die neue Mensa an der Heinrich-Roth-Realschule plus in Montabaur ist fertig. Kurz vor Schulstart besichtigten (von links) Andree Stein (Erster Beigeordneter der VG Montabaur), Schulleiter Franz-Josef Gerz und Architekt Konstantin Hartenstein den Neubau.
Die neue Mensa an der Heinrich-Roth-Realschule plus in Montabaur ist fertig. Kurz vor Schulstart besichtigten (von links) Andree Stein (Erster Beigeordneter der VG Montabaur), Schulleiter Franz-Josef Gerz und Architekt Konstantin Hartenstein den Neubau.
Foto: Pressestelle VG Montabaur

Laut einer Pressemitteilung der Verbandsgemeinde zeichnen modernes Design und hohe Funktionalität das durchdachte Konzept aus. Gut 1,95 Millionen Euro hat die VG Montabaur als Schulträgerin in den Neubau investiert, den die Schule auch als Mehrzweckraum nutzen kann. Unter Corona-Bedingungen können sich anfangs nur 40 Personen gleichzeitig im Raum aufhalten, später werden bis zu 150 Schüler pro Schicht hier essen gehen.

„So ein schöner Raum. Hier lässt es sich wohnen.“ Die Begeisterung war dem Ersten Beigeordneten Andree Stein anzusehen, als er die neue Mensa kurz vor Ostern zusammen mit Schulleiter Franz-Josef Gerz und Architekt Konstantin Hartenstein besichtigte. Die Heinrich-Roth-Realschule plus hat den Schwerpunkt Ganztagsschule. Das heißt, etwa drei Viertel der Schüler halten sich von morgens bis nachmittags in der Schule auf und essen dort auch zu Mittag.

„Die Kinder und Jugendlichen verbringen den Großteil des Tages hier. Deshalb ist es wichtig, die Räume wohnlich zu gestalten“, so Andree Stein. Das sei bei der neuen Mensa gelungen: Der 241 Quadratmeter große Essbereich ist von drei Seiten verglast. Möbel und Ausstattung sind im modernen „Industrial Design“ gehalten, Lüftungsrohre und Betonsäulen wurden nicht verkleidet, und die Akustikdecke aus schmalen Holzlamellen dämmt den Lärmpegel merklich.

Zur technischen Ausstattung gehören außerdem Leinwand, Beamer und Lautsprecher, an der Wand hängt ein Flatscreen für Schulnachrichten. Die Küche ist auf das Aufwärmen und Fertigstellen frisch zugelieferter Speisen ausgerichtet. Die Salatbar kann man erst nach der Pandemie-Zeit nutzen. Die Mensa wird vom Spezialanbieter Sander Catering betrieben.

Andree Stein lobte alle Beteiligten ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit, die zu einem „so tollen Ergebnis“ geführt habe. Üblicherweise wären zur Eröffnung der Mensa neben Projektleiterin Petra Pöritzsch-Jonas aus der VG-Verwaltung auch ihr Kollege Dennis Friesen von der Haustechnik, Guido Göbel als Fachbereichsleiter für Schulen und seine Mitarbeiterin Regina Stahlhofen, die für das Schulessen zuständig ist, sowie Architekt und Bauleiter Sebastian Stahl vom Büro Hartenstein, das Planungsbüro Bernardi Ingenieure, die Mensaleitung von Sander Catering und außerdem Vertreter der Schüler, Eltern und Lehrer gekommen. „Aber mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie müssen wir auf die Ansammlung von so vielen Personen an einem Ort leider verzichten“, bedauerte Stein.

Schulleiter Franz-Josef Gerz freute sich indes schon auf das erste Essen. Die Schüler werden morgens erst einmal jahrgangsweise durch die neue Mensa geführt und bekommen dabei das Hygiene- und Wegekonzept sowie die Sitzordnung unter Corona-Bedingungen erklärt. „Auch dafür ist es gut, dass wir hier so viel Platz haben“, betonte Gerz.

Er findet, der Neubau sei ein „optimales Bauwerk für unsere Schule“, weil man es neben seiner Funktion als Mensa für Elternabende, Aufführungen und Arbeiten in größeren Gruppen nutzen könne. Auch Architekt Konstantin Hartenstein zeigte sich sichtlich stolz auf das Werk: „Wir haben hier gezeigt, dass man einen funktionalen Raum wie eine Schulmensa auch schön gestalten kann.“ Er sei davon überzeugt, dass die Schüler das zu schätzen wissen und achtsam damit umgehen.

Nach der Baustelle ist vor der Baustelle: Während der Fertigstellung der Mensa haben die Akteure aus Verwaltung, Schule und Architekturbüro laut Pressemitteilung schon die Erweiterung des Schulgebäudes vorbereitet. Die Heinrich-Roth-Realschule plus hat in den vergangenen Jahren ihr Angebot als Ganztagsschule weiter ausgebaut. Inzwischen hat das Land offiziell den „Schwerpunkt Ganztagsschule“ anerkannt.

Dafür braucht die Schule ein Raumprogramm, das sich im bestehenden Gebäude nicht umsetzen lässt. Deshalb will man nun anbauen. „Die Planungen sind fertig, der Bauantrag ist gestellt, die Zuschüsse sind beantragt. Wenn alles gut läuft, können wir noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen“, fasste Stein den aktuellen Stand der Dinge zusammen.