Archivierter Artikel vom 16.05.2022, 17:20 Uhr
Montabaur

Großprojekt in der Kreisstadt: So steht es um den Ausbau der Bahnhofstraße in Montabaur

Seit rund 100 Tagen läuft das städtische Großprojekt zur Sanierung und Umgestaltung der Bahnhofstraße in Montabaur. Aber wie kommen die Arbeiten eigentlich voran?

Ein grünlicher Naturstein wird künftig die Gehwege, Plätze und Parkbuchten an der neu gestalteten Bahnhofstraße in Montabaur schmücken. Am Fuße des Schlossbergs trafen sich die Projektbeteiligten, um die Musterfläche mit dem „Monte Verde“ genannten Pflaster zu sehen und zu begehen. Interessierte können die Musterfläche gegenüber der Post hinter dem Bauzaun betrachten.
Ein grünlicher Naturstein wird künftig die Gehwege, Plätze und Parkbuchten an der neu gestalteten Bahnhofstraße in Montabaur schmücken. Am Fuße des Schlossbergs trafen sich die Projektbeteiligten, um die Musterfläche mit dem „Monte Verde“ genannten Pflaster zu sehen und zu begehen. Interessierte können die Musterfläche gegenüber der Post hinter dem Bauzaun betrachten.
Foto: VG Montabaur

Die Arbeiten kommen laut Pressemitteilung gut voran und liegen im Zeit- und Kostenplan. Gegenüber der Post wurde eine Musterfläche mit dem neuen Pflaster für die Gehwege, Plätze und Parkbuchten angelegt. Es handelt sich um einen grünlichen Naturstein, einen Andesit.

Die Auswahl von Pflastersteinen für Gehwege, Plätze und Parkbuchten erfordert große Sorgfalt, erklärt die Verbandsgemeindeverwaltung: Die Steine sollen leicht zu verlegen, gut zu reinigen, unempfindlich gegenüber Flecken aller Art, langlebig sowie rutschfest bei Nässe sein, glatte Kanten haben, und sie müssen allen Anforderungen der Verkehrssicherheit entsprechen. Daneben spielen auch ästhetische Aspekte eine wichtige Rolle: Die Bahnhofstraße in Montabaur soll optisch vom Alten Bahnhof bis zum Kleinen Markt einheitlich gestaltet werden, deshalb muss das Pflaster mit den Schieferfassaden in der Altstadt ebenso harmonieren wie mit dem Grün des Schlossbergs.

Außerdem muss der Stein in ausreichender Menge vorhanden und nachbestellbar sein. Keine leichte Aufgabe für das Planer-Team rund um Hiltrud Duquesnoy von TDB Landschaftsarchitekten: „Die Natursteinbrüche in der näheren und weiteren Umgebung von Montabaur sind wegen der hohen Auslastung nicht in der Lage, ausreichende Mengen des benötigten Materials fristgerecht zu liefern. Häufig verarbeiten sie ihren grünlichen Stein zu Splitt.“

„Die Musterfläche gibt einen ersten Eindruck, wie die Bahnhofstraße einmal aussehen wird.“

Stadtbürgermeisterin Gabriele Wieland

Zusammen mit dem Natursteine-Importeur Eurostone aus Rheda-Wiedenbrück wurde Duquesnoy schließlich in einem rumänischen Steinbruch fündig: Der grünliche Andesit hat eine hohe Qualität, wird aber lokal wenig nachgefragt und steht deshalb in großer Menge zur Verfügung. Einen Produktnamen hatte der Stein bislang nicht, daher taufte das Planer-Team ihn spontan „Monte Verde“ in Anlehnung an den Schlossberg, dem er künftig zu Füßen liegen wird.

Am Fuße des Schlossbergs gegenüber der Post wurde hinter dem Bauzaun eine Musterfläche mit dem „Monte Verde“-Pflaster angelegt. Die Natursteine gibt es in vier Formaten: große Platten für die Hauptflächen der Gehwege, kleine Pflastersteine für die Randbereiche und Kurven, Bordsteine sowie mittelgroße quadratische Platten als Übergang zur asphaltierten Fahrbahn (sogenannte Entwässerungsplatten). Das Pflaster hat eine Materialstärke von 12 bis 14 Zentimetern und gebrochene Kanten, die den Charakter eines Natursteins unterstreichen. Interessierte Bürger können die Musterfläche vom Gehweg aus betrachten.

Bislang liegt das Bauprojekt Bahnhofstraße gut im Zeit- und Kostenplan, wie das Projekt-Team der Verwaltung berichtet. Derzeit werden im Abschnitt zwischen dem Amtsgericht und der Wallstraße der neue Kanal und das Rohrsystem für den Stadtbach verlegt. Wenn alles nach Plan verläuft, werden schon im September die ersten Flächen mit Monte Verde gepflastert.

Zur Bemusterung des Natursteins hatte sich Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland mit den Teams von TDB Landschaftsarchitekten, der ausführenden Firma Triesch Tiefbau, der örtlichen Bauleitung vom Büro Häuser Planwerk, dem Natursteine-Importeur Eurostone und den Fachleuten der Verwaltung getroffen. „Die Musterfläche gibt einen ersten Eindruck, wie die Bahnhofstraße einmal aussehen wird. Einen Naturstein muss man in natura ansehen. Das ist viel besser als jede Grafik oder Fotos“, so Wieland. red