Archivierter Artikel vom 17.06.2022, 12:22 Uhr
Kroppach/Bonn

Gesprengter Geldautomat im Westerwald: Polizei nimmt sechs Verdächtige fest

In der Nacht zum Donnerstag ist in Kroppach im Westerwald ein Geldautomat gesprengt worden – einer von vielen Fällen in letzter Zeit. Doch diesmal scheinen die mutmaßlichen Täter nicht davonzukommen. Zumindest nicht alle.

Von dpa

Zu vier Festnahmen kam es in Bonn.
Zu vier Festnahmen kam es in Bonn.
Foto: dpa/Steil-TV

Zwei Tatverdächtige sind am Donnerstagmorgen gegen 5 Uhr bei Roth im Westerwald gefasst worden. Vier weitere gingen den Ermittlern am Abend in Bonn-Beuel ins Netz. Einem Verdächtigen gelang die Flucht. Die gefassten mutmaßlichen Täter sitzen nun in Untersuchungshaft. Das meldete die Staatsanwaltschaft Koblenz.

Die gefassten Verdächtigen wurden am Freitag Haftrichterinnen vor dem Amtsgericht Koblenz vorgeführt. Sie erließen aufgrund von Fluchtgefahr und wegen des dringenden Verdachts des gemeinschaftlichen schweren Bandendiebstahls sowie des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion Haftbefehle gegen die sechs Männer. Die Beschuldigten werden nun unterschiedlichen Haftanstalten zugeführt.

Foto: dpa/Steil-TV

Die Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren sollen in der Nacht zum Donnerstag an der Tat beteiligt gewesen sein, wie die Staatsanwaltschaft Koblenz am Freitag mitteilte. Fünf Tatverdächtige sind niederländische Staatsangehörige, eine tatverdächtige Person verfügt über die französische Staatsangehörigkeit, berichtete die Staatsanwaltschaft. Bei den Männern wird geprüft, ob sie für weitere Taten verantwortlich sind.

Die mutmaßlichen Täter waren mit mehreren Fahrzeugen unterwegs. Offenbar nutzten einige Tatbeteiligte zunächst einen VW Golf mit deutschem Kennzeichen. Nachdem die Polizei dieses Fahrzeug ohne Insassen aufgefunden hatte, konnte sie am Donnerstagmorgen gegen 5 Uhr in einem Waldstück bei Roth im Landkreis Altenkirchen zwei mögliche Tatbeteiligte in einem anderen VW Golf mit niederländischem Kennzeichen festnehmen. Am Abend gab es Anhaltspunkte dafür, dass sich weitere tatbeteiligte Personen in der Umgebung befinden könnten.

Ein Großeinsatz der Polizei aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen machte den Kombi des Typs VW Golf Variant, wiederum mit niederländischem Kennzeichen, ausfindig und verfolgte die Täter bis zur Ausfahrt Siebengebirge auf der A 3. Die Polizei konnte die Verdächtigten später an einem beschrankten Bahnübergang in Beuel stellen.

Einem weiteren Mann ist hier die Flucht gelungen. Bei der Fahndung nach dem flüchtigen Tatverdächtigen hat die Polizei Bargeld gefunden, das mutmaßlich aus der Tat stammt. Die genaue Höhe des Schadens und der Beute ist noch nicht bekannt. Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren, so die Staatsanwaltschaft.