Archivierter Artikel vom 09.07.2021, 06:00 Uhr
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Müschenbach/Marienstatt

Ehrenmal im Wald: Verschwanden an der Nister Gebeine von Soldaten?

Ein eher schmuckloses Ehrenmal, im Wald neben idyllisch liegenden Wiesen im Tal der Nister gelegen, dort, wo das Fließgewässer in der Nähe der altehrwürdigen Abtei Marienstatt eine Schleife macht, verrät heute noch etwas darüber, dass hier einmal Soldaten zur letzten Ruhe gebettet wurden, junge Männer, gefallen Ende des 18. Jahrhunderts während der Kämpfe für Monarchie oder Revolution, Opfer des Koalitionskrieges, österreichische Husaren genauso wie französische Musketiere. Ein Zeitungsartikel im Mainzer Journal löste im Jahr 1855 zwar keinen politischen Eklat aus, als behauptet wurde, dass die Gebeine der Gefallenen auf dem Friedhof bei Planierungsarbeiten verschwunden und sogar in Knochenmühlen verarbeitet worden sein sollen, doch sorgte dieser Artikel in Wien für helle Aufregung und in der Folge für diplomatische Gespräche zwischen der K.u.k.-Monarchie und dem Herzogtum Nassau. Die Folge war, dass die Gebeine der toten Krieger umgebettet wurden.

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