Archivierter Artikel vom 05.10.2014, 19:34 Uhr
Montabaur

Dutzende Katzenkinder brauchen ein Zuhause

Alle Hände voll zu tun haben derzeit der Leiter des Tierheims Montabaur, Harald Lind, seine Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer. Denn die Zahl der zu versorgenden Katzen ist in kürzester Zeit von acht auf weit mehr als 50 angestiegen.

7 Wochen altes Junges, dass nach seiner Mutter jammert, die sich in Quarantäne befindet.

Juliane Bischof

Acht Wochen alte Jungen beim Essen.

Juliane Bischof

Aus Angst verstecken sich die sehr schreckhaften und scheuen Jungen.

Juliane Bischof

Die Mutter der Jungen, eine verwilderte Katze, befindet auf einem Balken unterhalb der Decke, so lang Menschen in ihrer Gegenwart sind.

Juliane Bischof

Leiter Harald Lind mit der abgemagerten Katze Finja.

Juliane Bischof

7 Wochen altes Junges, dass nach seiner Mutter jammert, die sich in Quarantäne befindet.

Juliane Bischof

Sehr ängstliche Katze, die vor Angst am ganzen Körper zittert.

Juliane Bischof

Mutter im Korb mit ihren 9 Wochen alten Jungen.

Juliane Bischof

Zwei verschreckte Katzen.

Juliane Bischof

4 Wochen altes Junges muss gefüttert werden, da sich die Mutter nicht kümmert.

Juliane Bischof

4 Wochen altes Junges muss gefüttert werde, da sich die Mutter nicht kümmert.

Juliane Bischof

Emma hatte eine Fehlgeburt und eine sehr schwere Operation. Anschließend musste sie zwangsernährt werden. Emma wird jeden Tag menschenbezogener, zieht sich aber vor Katzen zurück.

Juliane Bischof

Das neue Schaf Manni im Tierheim Montabaur.

Juliane Bischof

Der neue Zuwachs Manni, ist Leiter Harald Lind ans Herz gewachsen.

Juliane Bischof

Von unserer Mitarbeiterin Juliane Bischof

Der sogenannte Herbstandrang kommt dieses Jahr besonders früh. Lind hofft, dass die Welle nun abebbt. Nicht nur einzelne Katzen wurden abgegeben oder im schlimmeren Fall ausgesetzt, auch trächtige Katzen wurden nicht verschont. Ausgesetzte Tiere werden oft von Durchfall, Erkältung, Würmern und Unterernährung geplagt.

Bei den Katzen handelt es sich derzeit ausschließlich um Tiere aus dem Westerwaldkreis. Sie werden um diese Jahreszeit trächtig und damit zur Last für einige Besitzer, die sich überfordert fühlen. Bestenfalls werden die Katzen im Tierheim abgegeben, oder die Mitarbeiter werden von Tierfreunden auf bereits ausgesetzte, verwilderte Katzen mit oder ohne Jungen hingewiesen. Wird eine Katze ausgesetzt, kann es weitreichende Folgen für den Nachwuchs haben. Lind erzählt von einer aufgenommenen, verwilderten Katze, die im Tierheim ihre sechs Jungen gebar. Die sechs Katzenkinder sind zwar zusammen mit der Mutter untergebracht, werden aber von ihr vernachlässigt: Die Mutter füttert, pflegt und liebkost ihre Kleinen nicht. Die Jungen müssen nun von den Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern des Tierheims von Hand gefüttert werden, da jeder Versuch seitens Katze oder Mensch, sich der Mutter zu nähern, scheitert.

Eine Heizung und zuvor eine Rotlichtlampe bieten dem heute vier Wochen alten Nachwuchs die nötige Wärme. Eines der Jungen befand sich nach der Geburt in einem sehr kritischen Zustand, sodass es beim Tierarzt untergebracht werden musste und vor wenigen Tagen starb. Dies ist nur eine der vielen Geschichten im Tierheim Montabaur. Die Kleinen von ausgesetzten oder verwilderten Katzen sind sehr scheu. Der Tierheimleiter betont, dass sich jeder Interessent bewusst sein sollte, viel Liebe, Zeit und Geduld investieren zu müssen, damit den kleinen Vierbeinern nicht dasselbe Schicksal widerfährt wie ihrer Mutter. Die Abgabegebühr für ausgewachsene Katzen beträgt bis zu 100 Euro und für Jungkatzen bis zu 75 Euro. Bei dem Erwerb von Jungkatzen kommen eventuell Kosten für eine Kastration auf den zukünftigen Besitzer zu. Bevor die Katzen ihr neues Zuhause erobern dürfen, werden sie auf Kosten des Tierheims geimpft, entwurmt, entfloht und ab einem Alter von sechs Monaten kastriert.

Durch die Katzenflut müssen im Tierheim Montabaur mehr Vierbeiner als sonst nicht nur ärztlich versorgt, sondern auch gepflegt werden. Da die Tiere oft sehr krank sind, müssen sie medizinisch besonders versorgt werden. Lind schätzt die zusätzlich verursachten Kosten auf 2000 Euro. Derzeit warten neben 45 Katzen, noch 21 Hunde, acht Hasen und zwei Meerschweinchen darauf, vermittelt zu werden. Tierheimleiter Harald Lind und seine Helfer freuen sich immer auf Tierfreunde, die Zeit mit den Tieren verbringen, mit Hunden spazieren gehen und helfen.