Archivierter Artikel vom 18.01.2022, 20:00 Uhr
Hachenburg

100 Betten bis 2024: In Hachenburg entsteht ein neues Pflegeheim

An zentraler Stelle in der Stadt Hachenburg soll bis spätestens Anfang 2024 ein neues Altenpflegeheim mit 100 Betten – verteilt auf 100 Einzelzimmer mit je einer eigenen Nasszelle – entstehen. Geplant ist das Projekt auf dem ehemaligen Areal der Firma Gross & Sohn, das sich früher von der Saynstraße bis zum Kleeberger Weg erstreckte.

Von Nadja Hoffmann-Heidrich

So soll das geplante Pflegeheim in Hachenburg vom Kleeberger Weg aus aussehen.  Grafik: Architekturbüro Graf & Graf Montabaur
So soll das geplante Pflegeheim in Hachenburg vom Kleeberger Weg aus aussehen. Grafik: Architekturbüro Graf & Graf Montabaur
Foto: Graf+Graf

Während auf dem zur Saynstraße hin gelegenen Teil bereits seit 2017 eine Einkaufsmeile mit verschiedenen Läden angesiedelt ist, soll das neue Pflegeheim vom Kleeberger Weg aus erschlossen werden. Einen motorisierten Durchgangsverkehr zwischen beiden Bereichen wird es nicht geben, wohl aber einen barrierefreien Fußweg, über den Bewohner, Mitarbeiter und Besucher des Heimes künftig umkompliziert die nahe gelegenen Geschäfte sowie gastronomische Angebote der Umgebung erreichen können.

Gerade diese Nähe zu einer guten städtischen Infrastruktur ist es, die für Projektierer Peter Simon vom Büro pro-S-consult aus Steinebach a.d.W. den Reiz dieses Geländes für ein Pflegeheim ausmacht. „So können die Senioren noch aktiv am Leben teilnehmen“, sagt er. Baubeginn für das Objekt in L-Form, das das Architekturbüro Graf & Graf aus Montabaur geplant hat, soll Simon zufolge im zweiten Quartal dieses Jahres sein. Betrieben wird das Haus von der Firma Procuritas aus Bad Honnef, die bereits Senioreneinrichtungen unter anderem in Dierdorf und Puderbach führt.

Der Aufbau des Gebäudes ist folgendermaßen vorgesehen: Im Untergeschoss werden alle Funktions- und Sozialräume wie Küche, Haustechnik und Aufenthaltsräume fürs Personal entstehen. Darauf folgen drei Vollgeschosse sowie ein Staffelgeschoss. Im Erdgeschoss werden sich neben Zimmern für Bewohner auch die Verwaltung sowie ein Gemeinschaftsraum mit kleiner Cafeteria befinden. Alle Bewohnerzimmer und der Speisesaal auf dieser Etage werden eigene Terrassen erhalten.

Noch liegt ein Teil des ehemaligen Gewerbeareals zwischen Saynstraße und Kleeberger Weg in Hachenburg brach. Doch schon bald soll hier ein Pflegeheim mit 100 Betten und kleinem Park entstehen.  Foto: Röder-Moldenhauer
Noch liegt ein Teil des ehemaligen Gewerbeareals zwischen Saynstraße und Kleeberger Weg in Hachenburg brach. Doch schon bald soll hier ein Pflegeheim mit 100 Betten und kleinem Park entstehen.
Foto: Röder-Moldenhauer

Auch in den folgenden Stockwerken gibt es jeweils einen großen Gemeinschaftsraum. Im ersten und zweiten Obergeschoss ist zudem jeweils ein größerer Balkon geplant, für das Staffelgeschoss entsteht eine Dachterrasse. 20 der insgesamt 100 Bewohnerzimmer werden für Rollstuhlfahrer geeignet sein. Im Gebäude sorgen zwei Aufzüge für die erforderliche Barrierefreiheit. Wenn man im Kleeberger Weg vor dem Gebäude steht, sind links entlang des Nachbargrundstücks Parkplätze angedacht. In der Verlängerung dazu gibt es einen Kreisel, der der Feuerwehr im Notfall die Zufahrt zur Einrichtung ermöglicht. Rechts angrenzend an die Immobilie soll ein kleiner Park mit Sitzgelegenheiten entstehen. „Wir werden Fall mehr Fläche entsiegeln als versiegeln“, betont der Projektierer.

Dass der Bedarf für ein Altenheim dieser Größenordnung in Hachenburg vorhanden ist, habe bereits eine Erhebung vor fünf Jahren gezeigt, als er das erste Teilstück des insgesamt rund 12.000 Quadratmeter großen Areals zwischen Saynstraße und Kleeberger Weg entwickelt habe, berichtet Simon. Und er ist sich sicher, dass der Bedarf noch gewachsen ist.

Wichtig für alle umliegenden Bewohner des Gebietes ist übrigens noch die Nachricht, dass die Strommasten und die Oberleitung in diesem Bereich im Zuge der Baumaßnahme verschwinden. Die Leitungen werden allesamt unterirdisch verlegt. Dafür wird auf dem Gelände des Pflegeheims eine netzeigene Trafostation errichtet.

Ausschuss stellt gemeindliches Einvernehmen her

Der Bau des Pflegeheims war kürzlich Thema in einer Sitzung des Hachenburger Bauausschusses. Dabei ging es darum, dass die Planung alle erforderlichen Vorgaben des rechtskräftigen Bebauungsplanes „Gewerbe- und Industriegebiet Auf dem Blutacker/Saynstraße“ einhält, lediglich die vorgegebene Geschossflächenzahl von 1,0 wird um fünf Prozent überschritten.

Die Verantwortlichen des Projektes erklärten dem Ausschuss, dass das Vorhaben nach der Baunutzungsverordnung von 1977 beurteilt werde. Nach der heute gültigen Verordnung werde die Vorgabe zur Geschossflächenzahl sogar um elf Prozent unterschritten. Wegen der für die Beurteilung zugrunde gelegten älteren Verordnung musste der Ausschuss allerdings das gemeindliche Einvernehmen für die Überschreitung der Geschossflächenzahl herstellen. Neun Ausschussmitglieder stimmten dafür, drei dagegen, ein Mitglied enthielt sich. nh

Westerwälder Zeitung
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