Archivierter Artikel vom 18.11.2021, 07:38 Uhr
Rhein-Lahn/Darmstadt

Wegen Corona: Hessen-Nassau verlegt Herbstsynode ins Internet

Statt leibhaftigem Treffen in Offenbach jetzt digitale Debatten vor dem Bildschirm: Die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) verlegt ihre traditionelle Herbsttagung wegen der Zuspitzung der Corona-Pandemie komplett ins Internet.

Foto: dpa/Symbolfoto

Vom 24. bis 27. November werden die 140 Delegierten des mit einem Parlament vergleichbaren Kirchengremiums laut einer Pressemitteilung vom Organisationszentrum in der Offenbacher Stadthalle aus per Videokonferenz miteinander verbunden. Nur das Präsidium der Synode, ein Teil der Kirchenleitung sowie einzelne Gäste für besondere Tagesordnungspunkte werden vor Ort sein. Die Sitzung wird live übertragen auf der Internetseite der hessen-nassauischen Kirche www.ekhn.de.

Die Leitung der Synode, der Kirchensynodalvorstand, habe sich „die Entscheidung nicht leicht gemacht“, erklärt der Präses der Synode, Ulrich Oelschläger. „Wir waren voller Hoffnung, eine Tagung in Präsenz durchführen zu können, selbstverständlich unter Einhaltung gültiger Hygienevorschriften“, so Oelschläger.

Doch die „Heftigkeit der vierten Pandemiewelle hat uns umdenken lassen“. Er ergänzt: „Eine viertägige Synode scheint uns angesichts der Infektionszahlen und der Unterbringung der Synodalen sowie dem Transport zum Tagungsort nicht zu verantworten.“ Bereits vergangenen Herbst und in diesem Frühjahr tagte die Synode der Landeskirche digital.

So müssen jetzt zentrale Themen wie die Weiterarbeit am Reformprozess „ekhn2030“ im digitalen Plenum verhandelt werden. Auf der mehr als 50 Punkte umfassenden Tagesordnung der Synode steht unter anderem die Fortführung der Debatte um die Zukunft der kirchlichen Gebäude oder die künftige Zusammenarbeit von Gemeinden und Dekanaten in sogenannten „Nachbarschaftsräumen“. Kirchenpräsident Volker Jung hat zudem angekündigt, dass er grundlegende Gedanken zur Zukunftsentwicklung der Kirche präsentieren will. Gleichzeitig soll der Haushalt für das kommende Jahr mit einem Volumen von 710 Millionen verabschiedet werden.

Außerdem bewerben sich zwei Pfarrerinnen für die Nachfolge des Propstes für Rheinhessen–Nassauer Land, Klaus-Volker Schütz. Die Wiesbadener Pfarrerin Ursula Kuhn und die Offenbacher Pfarrerin Henriette Crüwell wollen Pröpstinnen werden, ein Amt, das in anderen Landeskirchen mit einer Regionalbischöfin vergleichbar ist. Schütz geht im kommenden Jahr in den Ruhestand. Auf der Tagesordnung steht weiterhin die Beschäftigung mit der Gesundheitsversorgung auf dem Land. Dazu ist eine Resolution geplant.

Mehr Informationen im Internet unter www.ekhn.de/synode