Braubach

Vorschlag der FBL Braubach: Energie und Wärme aus Bergwerksstollen?

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Das Foto zeigt Die FBL-Ausschussmitglieder Kai Wernecke und Willi Volk sowie die Fraktionsmitglieder Sybille Heil, Heinz Scholl, Gerd Eschenbrenner, Stefan Weber, Thomas Schechter, Holger Puttkammer und Markus Willems vor dem Segengottesstollen. Foto: Scholl

Mit einem ernsten Fokus auf der laufenden Energiedebatte haben sich die Fraktions- und Ausschussmitglieder der Freien Bürger Liste (FBL) Braubach mit einer „bisher schlummernden möglichen Ressource“ im Bereich des ehemaligen Bergbaus in Braubach und Umgebung befasst.

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Darüber berichten sie in einer Pressemitteilung. Ein deutliches „Denkmal“ dieser historischen „Industrie“ sei der Segengottesstollen an der Oberalleestraße mitten in der Stadt. Hier sieht die FBL eine Möglichkeit, ressourcenschonend Energie- und Wärme zu gewinnen.

Direkte Verbindung zur Grube

Der Stollen steht in direkter Verbindung zur Grube Rosenberg oberhalb der Stadt im Kerkertser Tal und dient der Entwässerung eines weiträumigen Stollensystems im darüber liegenden Mühlberg, das laut einiger Überlieferungen bis 250 Meter unter die Rheinsohle ging – aber auch Stollenverbindungen bis Friedrichsegen und Richtung Emser Bergbau hatte.

„Die in diesem komplexen Stollensystem gleichmäßig während des ganzen Jahrs vorhandene Wärme von Luft und Wasser könnte sicherlich in einer Art ,industrieller Transformation' für heutige Ideen zur Energie- und Wärmegewinnung genutzt werden“, so Heinz Scholl, der Fraktionsvorsitzende der FBL Braubach. „Stichworte sind hier Geothermie und Erdwärme.“

Düstere Haushaltslage

Aus Sicht der FBLer wäre es daher auch mit Blick auf die düstere zukünftige Haushaltslage der Stadt Braubach mehr als sinnvoll, in diese Thematik einzusteigen, wie die Kommunalpolitiker erklären: „Damit könnte für die Zukunft mittelfristig ein solides finanzielles Standbein entstehen – eventuell auch mit privater Beteiligung oder als gefördertes Pilotprojekt seitens des Landes oder der Europäischen Union.“

Ein Blick nach Bad Ems zeige laut der FBL beispielsweise, dass hier ähnliche Überlegungen angestellt werden beziehungsweise bei der Rathausheizung bereits umgesetzt sind. Die Schweiz, aber auch die Städte München, Wien und ehemalige Bergwerke im Ruhrgebiet, seien hier Vorreiter.

Erste Überlegungen dazu habe es vor vielen Jahren auch in Braubach gegeben, seien damals aber nicht weiterverfolgt worden. „Bei der aktuellen Energie- und Preisdebatte sehen wird für die Zukunft eine neue Ausgangslage, die im Rat der Stadt diskutiert und beraten werden sollte“, heißt es in der Pressemitteilung. Die FBL-Fraktion werde dazu einen Antrag stellen. red/tl