Archivierter Artikel vom 04.11.2021, 06:11 Uhr
VG Bad Ems-Nassau

Treppe statt Aufzug: Pfiffige Aktion im Bad Emser Rathaus soll Besucher zum Umweltschutz animieren

Dass Klimaschutz nicht ausschließlich bei „großen“ Maßnahmen wie der Abschaltung von Kohlekraftwerken beginnt und bei der Errichtung riesiger Windkraftanlagen im Meer endet, zeigt ein vor Kurzem im Bad Emser Rathaus umgesetztes Projekt.

Ein Schild mit dem Appell, Kalorien statt Elektrizität zu verbrennen, hängt seit Kurzem an den Aufzugtüren im Bad Emser Rathaus.
Ein Schild mit dem Appell, Kalorien statt Elektrizität zu verbrennen, hängt seit Kurzem an den Aufzugtüren im Bad Emser Rathaus.
Foto: Michaela Cetto

Sie gehe im Rahmen des Klimaschutzmanagements als gutes Beispiel voran und zeige, dass der Klimaschutz bereits bei den alltäglichen Dingen beginnt, teilt die Verbandsgemeinde (VG) Bad Ems-Nassau in einer Presseerklärung mit.

An den Aufzugtüren und im Inneren des Aufzugs hängen Plakate mit der Aufschrift „Verbrenne Kalorien, nicht Elektrizität“. Das soll Menschen, die sonst mit dem Aufzug fahren würden, dazu animieren, die Treppe zu benutzen und damit nicht nur der Umwelt, sondern auch der eigenen Fitness etwas Gutes zu tun.

Um zudem den Blick zur Treppe zu lenken, zieren bunte Fußabdrucke den Weg dorthin. Auch VG-Bürgermeister Uwe Bruchhäuser betont, dass der Klimaschutz bereits bei den alltäglichen Dingen beginnt und durch einen bewussteren Ressourceneinsatz alle Bürger aktiv dazu beitragen können – wobei natürlich unbestritten sei, dass viele Personen auf den Aufzug angewiesen sind.

Der Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau geht in einer überschlägigen Berechnung von 250 Aufzugfahrten pro Werktag und 50.000 Aufzugfahrten pro Jahr aus. „Bei einem Anteil der vermeidbaren Aufzugfahrten von 70 Prozent wird sehr schnell deutlich, welche Auswirkungen eine Änderung des Nutzungsverhaltens haben kann“, heißt es dazu in der Pressemitteilung.

„Die eingesparten Emissionen halten sich bei den vermeidbaren Aufzugfahrten mit 50 Kilogramm Kohlendioxid-Äquivalenten pro Jahr wegen des im Rathaus verwendeten Ökostroms zwar in Grenzen. Bei Nutzung des bundesweiten Strommixes wäre es allerdings um den Faktor 14 höher.“

Mit dem Projekt wolle man nicht belehren, sondern eine von vielen Möglichkeiten aufzeigen, wie jeder im Alltag ohne Einbußen von Lebensqualität etwas für den Klima- und Umweltschutz unternehmen kann. Zahlreiche Internetseiten und Foren bieten weitere Tipps, wie man im Alltag einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. „Es ist mir ein großes Anliegen, den Klimaschutz gemeinsam mit den Bürgern zu gestalten, da die Klimaschutzziele nur durch einen lebendigen Dialog erreicht werden können“, sagt Bruchhäuser.

Bei Fragen und Anregungen zum kommunalen Klimaschutz steht der Klimaschutzmanager der VG Bad Ems, Stefan Hecker, unter Telefon 02603/793.381 und E-Mail klima@vgben.de zur Verfügung.