Archivierter Artikel vom 03.08.2021, 16:00 Uhr
Kalenborn/Lahnstein

Spontane Aktion für Menschen an der Ahr: 100 Dachdecker-Betriebe erwartet

Mindestens 100 Dachdeckerbetriebe aus ganz Deutschland wollen am Mittwoch im Ahrtal den Flutopfern helfen. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass nicht nur Unrat aus dem Ahrtal gebracht wird, sondern auch wieder aufgebaut wird“, sagte der Initiator Bernd Krinninger, Inhaber von der Firma Heimbach Bedachungen in Lahnstein. Er rechnete mit mehreren Hundert Dachdeckern aus dem gesamten Bundesgebiet, die mit eigenem und durch Firmen gespendetem Material in den Landkreis Ahrweiler reisten.

Symbolbild Dachdecker (Eschenauer)
Symbolbild.
Foto: Nestor Bachmann/dpa-tmn

Mehr als 300 Telefongespräche hat Bernd Krinninger am Dienstag geführt. Von überall rufen Handwerker an, die die Aktion unterstützen und mit Fahrzeugen und Mitarbeitern an die Ahr kommen wollen. „Kollegen aus Goslar, aus Berlin und aus vielen anderen Städten“, sagt er gegenüber unserer Zeitung. Begonnen hat alles damit, dass er selbst im Flutgebiet half. Unter anderem bei Freunden in Mayschoss.

Nachdem Schlamm und Unrat beseitigt waren, kamen an vielen Häusern, die nicht einsturzgefährdet sind stehen bleiben können, Schäden an Dächern und an der Entwässerung zutage. So habe die Flut unter anderem Fallrohre abgerissen. Ohne eine Ableitung bestehe aber die Gefahr, dass sich Regen sammele und erneut in die Häuser laufe.

Andere Gebäude seien abgedeckt worden und müssten provisorisch mit Planen abgedichtet werden. Die Handwerker wollen dort unter anderem beschädigte Dächer abdichten und die Entwässerungsanlagen der Häuser reparieren. Viele Dachdecker und ihre Betriebe im Ahrtal seien durch die Katastrophe selbst betroffen. Auf die Aktion, die Krinninger im Sozialen Netzwerk startete, sind inzwischen auch Innungen und Industrie aufmerksam geworden und haben Material gespendet.

Die Dachdecker treffen sich am heutigen Mittwoch um 8 Uhr in Kalenborn und werden von dort in die verschiedenen von der Flut betroffenen Orte aufbrechen, um zu helfen, wo sie können. dpa/kr