VG Nastätten/VG Loreley

Rotarier wollen dem Wald aufhelfen – Projekt hat mehrere Bausteine

Ein neues Projekt des Rotary Clubs St. Goarshausen-Loreley widmet sich dem heimischen Wald. Dass diesem erkennbare Wunden zugefügt wurden und werden, werde jedem klar, der derzeit inmitten von wachsendem Grün große Bestände mit braunen, toten Bäumen stehen sehe, schreiben die Rotarier in einer Pressemitteilung.

Informationen gab es bei einer Waldbegehung mit (von links) Jasmin Lemler, Heinz Hollweg, Martin Janner, Andreas Warnstedt und Tobias Behnke.  Foto: Heinz Hollweg
Informationen gab es bei einer Waldbegehung mit (von links) Jasmin Lemler, Heinz Hollweg, Martin Janner, Andreas Warnstedt und Tobias Behnke.
Foto: Heinz Hollweg

Zusätzlich würden dem Betrachter die mittlerweile vielen kahlen Flächen ins Auge springen. Die Borkenkäfer-Bäume seien dort inzwischen mit großen Containerlastwagen aus den Wäldern abtransportiert worden. Verursacher dieser schmerzenden Kahlschläge sei eindeutig der Klimawandel. Diesem fielen mit anhaltender Trockenheit in den vergangenen Jahren zahlreiche Bäume, insbesondere Fichten, zum Opfer, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Dieses Szenario mache es dem Borkenkäfer leicht, das Sterben der Bäume zu beschleunigen. Niemand, dem die Zukunft nachfolgender Generationen am Herzen liege, könne diese komplexe, schlimme Entwicklung kaltlassen.

Denn der Wald habe vielfältige bedeutsame Funktionen als Erholungs- und Gesundheitsraum oder beim Schutz der Lebensgrundlagen. Dazu komme die Erzeugung und Verwendung von Holz als wichtigem Beitrag zur Minderung der CO2- und Klimaproblematik. Wirtschaftliche Aspekte für die Gemeinden schlössen sich an – inklusive der Erhaltung qualifizierter Arbeitsplätze in der Forst- und Holzwirtschaft. Sauerstofflieferant ist der Wald außerdem, schreiben die Rotarier weiter.

Sie sehen Handlungsbedarf und möchten die Maßnahmen der heimischen Forstwirtschaft unterstützen. Eine Arbeitsgruppe hat sich deshalb unter Anleitung von Förster Martin Janner zusammengefunden, um verschiedene Konzeptbausteine zu erstellen: Aufforstung, Hilfe bei der natürlichen und gelenkten Sukzession. Es soll unter forst- und umweltwissenschaftlicher Begleitung durch einen Studierenden oder einen Doktoranden eine Bestandsaufnahme in den Kahlflächen vorgenommen werden, um zu ermitteln, welche Baumarten unter künftigen klimatischen Verhältnissen eine Überlebenschance haben. Gleichzeitig würden dadurch Areale sichtbar, in denen eine gelenkte Aufforstung stattfinden sollte. Die Rolle der Rotarier werde sein, die Finanzierung einer solchen Studie zu sichern.

Die Rotarier möchten zudem unter fachlicher Beteiligung eine Bewusstseinsbildung bei Jugendlichen und Erwachsenen für natürliche Prozesse und Kreisläufe im Wald erreichen und dafür in Veranstaltungen Maßnahmen für Schutz und Pflege der Aufforstungsfläche organisieren. Dazu gehöre auch das Einrichten von „Info-Points“ an geeigneten Stellen im Kreis, an denen die Problematik des zukünftigen Waldes dargestellt wird und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Dieses Projekt möchten die Rotarier „auf einen breiten Boden stellen“ und die vielen Akteure in Netzwerke einbinden, die sich auf diesem Gebiet bereits mit großem Einsatz engagieren. Dazu habe sich die Arbeitsgruppe „Wald für unsere Zukunft“ des Rotary Clubs St. Goarshausen-Loreley mehrfach zusammengefunden, um erste Projektbausteine zu bearbeiten. Ein Treffen mit der neuen Klimaschutzbeauftragten des Kreises, Jasmin Lemler, im Forstrevier Oberwallmenach gehörte dazu.

Dabei zeigte Forstwirt Martin Janner an einigen exemplarischen Flächen die Auswirkungen des Waldsterbens. Dabei waren als weitere teilnehmende Mitglieder der rotarischen Arbeitsgruppe: Umweltingenieur Andreas Warnstedt als Leiter der Arbeitsgruppe, Tobias Behnke für den Bereich der Umweltbildung und Heinz Hollweg, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Ganz aktuell wurden Vertreter der Rotary-Arbeitsgruppe von VG-Bürgermeister Jens Güllering zu einem Gespräch bei einer Förster-Dienstversammlung eingeladen. Dort sei die Initiative von den Forstfachleuten für sehr gut befunden und für die zukünftigen Aufgaben eine Kooperation beschlossen worden.